Aurich

Kunstschule: Knappe Mehrheit für Umzug in Osterstraße

| | 07.04.2022 19:15 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Unterstützer der Kunstschule, darunter Graffitikünstler Tim Write (rechts), demonstrierten am Donnerstag vor der Ratssitzung. Foto: Aiko Recke
Unterstützer der Kunstschule, darunter Graffitikünstler Tim Write (rechts), demonstrierten am Donnerstag vor der Ratssitzung. Foto: Aiko Recke
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Es war knapp: Der Auricher Stadtrat hat am Donnerstagnachmittag über den Umzug der Kunstschule entschieden. Die Stadtverwaltung will das Projekt stoppen. Vor der Sitzung gab es kreativen Protest.

Aurich - Die Kunstschule und das Mach-Mit-Museum werden in die Osterstraße umziehen. Das hat der Auricher Stadtrat am Donnerstagnachmittag mit knapper Mehrheit entschieden. 18 Ratsleute von CDU, AWG, FDP und GFA stimmten für den von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Stopp des Projekts, 20 von SPD/GAP, Grünen und Linken dagegen. Ein Antrag von Richard Rokicki (AWG) auf geheime Wahl war ebenfalls abgelehnt worden.

Kunstschul-Leiterin Steffi Leferink zeigte sich nach Abstimmung erleichert.

Mit Plakaten hatten Unterstützer der Kunstschule und das Mach-Mit-Museums vor der Sitzung demonstriert. Der Auricher Graffiti-Künstler Tim Write hatte eigens ein besonderes Plakat gestaltet. Eine Online-Petition für den Umzug, die der Auricher Peter Veckenstedt gestartet hatte, hatte mehr als 2000 Unterstützer. Veckenstedt sagte: „Das Feedback in der Sitzung hat bestätigt, dass die Petition richtig war.“

Bürgermeister: „Die Kosten laufen weg“

Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) sagte in der Ratssitzung, in der Öffentlichkeit werde ein völlig falsches Bild gezeichnet. „Es wird so getan, als wäre uns Kunst nicht wichtig.“ Das stimme nicht. Aber seit dem Kriegsbeginn in der Ukraine steht die Wirtschaft Kopf. Material und Handwerker seine kaum zu bekommen. „Die Kosten laufen weg“, so Feddermann. Die Kunstschule werde einen anderen Ort in der Stadt finden, versprach der Bürgermeister.

SPD-Fraktionsvorsitzender Harald Bathmann sagte dagegen, eine 90-prozentige Förderung sei sehr selten. Das sei wie ein „Elfmeter ohne Torwart“, so Bathmann. „Wir werden den Ball, den die Stadtverwaltung ins Aus geschossen hat, wieder auf den Elfmeterpunkt legen und mit Vollspann verwandeln.“

Weiterer Bericht folgt.

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