Aurich
Ortsrat stimmt für Kunstschul-Umzug
Bevor der Auricher Stadtrat am Donnerstag endgültig über die Zukunft der Kultureinrichtung entscheidet, durfte sich der Ortsrat Kernstadt positionieren. Es gab zwei Stimmen gegen den Umzug – und eine neue Idee.
Aurich - Die Kunstschule und das Mach-Mit-Museum sollen wie geplant in die Osterstraße umziehen. Dafür hat sich der Ortsrat Kernstadt am Mittwoch ausgesprochen. Von den sechs anwesenden Mitglieder votierten vier dafür, zwei dagegen. Für den Vorschlag der Stadtverwaltung, das Vorhaben zu stoppen, stimmten Werner Kranz (GFA) und Richard Rokicki (AWG). Rokicki sagte, er könne den Umbau angesichts der Baupreisentwicklung nicht verantworten. „Es ist vorprogrammiert, dass wir Fördergelder zurückzahlen müssen.“
Auch Kranz sieht eine „Kostenexplosion“ und ein „Desaster“ auf die Stadt zukommen. Der Geschäftsmann beantragte, zu prüfen, ob nicht das „Jakobsche Gebäude“, wo derzeit der „Zwischenraum“ ist, ziehen könnte. „Das eignet sich hervorragend“, so Kranz. Der Antrag wurde ebenfalls abgelehnt.
Grüne: „Sollten die Chance jetzt nutzen“
Heiko Kruse (Grüne) dagegen meinte: „Wir sollten die Chance jetzt trotz aller Risiken nutzen.“ Er forderte die Stadt auch auf, sich noch einmal um eine Fristverlängerung für die Fördermittel zu bemühen. Kruse kritisierte zudem, dass von den CDU-Mitgliedern im Ortsrat keines anwesend war. Und Marina Strentzsch (Grüne) wies daraufhin, dass schon viel Geld in die Planung investiert wurde. „Wir haben einen Punkt erreicht, wo es kein Zurück gibt. Wir müssen uns jetzt dafür entscheiden“, sagte sie.
Auch Ingeborg-Hartmann-Seibt (SPD) meinte: „Wir sollten das jetzt zu Ende bringen.“ Man würde sonst auf 2,9 Millionen Euro Fördergelder verzichten. Der neue Vorschlag des Jakobschen Gebäudes bringe nur wieder einen „Riesen-Rattenschwanz von Planungen“ mit sich.
GFA-Ratsfrau spricht von „Pokerspiel“
Heidrun Weber (GFA), die sich bisher nicht klar positioniert hatte und im Ortsrat nur beratendes Mitglied ist, sagte: „Es fühlt sich an wie ein Pokerspiel. Was passiert, wenn es scheitert?“ Der Umzug in das Gebäude am Ende der Osterstraße sei ein hohes Risiko. Am Ende sei womöglich kein Geld mehr für andere städtische Einrichtungen da. „Dann müssten die Bibliothek oder das Schwimmbad schließen.“ In der Öffentlichkeit gebe es die „ganz falsche Wahrnehmung“, dass die Kunstschule nur dann weiter existiere, wenn sie in die Osterstraße ziehe. Mit der Aussage „In der Ukraine werden jetzt auch keine Kunstschulen gebaut“ sorgte Weber dann noch für einiges Kopfschütteln.
Die Entscheidung des Ortsrates hat allerdings keine Bedeutung für das endgültige Votum des Stadtrates am Donnerstagabend (17 Uhr, Stadthalle).