Aurich/Hannover
Neubau für Staatsanwälte immer teurer
Seit Jahren klagte die Auricher Anklagebehörde über die Raumsituation an der Außenstelle Emder Straße. Seit zwei Jahren wird ein Neubau hochgezogen. Für den gibt es nun eine neue Kostenberechnung.
Aurich - Immer teurer wird der Neubau der Staatsanwaltschaft Aurich an der Julianenburger Straße. Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie und auch des Ukraine-Kriegs haben sich die Baukosten auf rund 10,2 Millionen erhöht.
Das teilte das niedersächsische Justizministerium auf ON-Anfrage mit. Und das Ministerium warnt schon einmal vorsorglich: Wegen der „zum Teil deutlichen Preisschwankungen im Bausektor können weitere Kostensteigerungen nicht ausgeschlossen werden.“ Im November vergangenen Jahres war noch von neun Millionen Euro Baukosten für das Großprojekt die Rede gewesen.
Zeitplan für Fertigstellung steht
Immerhin scheint der Zeitplan zu stehen. Es werde weiter von einer Fertigstellung Ende dieses Jahres und einem Umzug von der Emder Straße Anfang 2023 ausgegangen, heißt es aus Hannover. Zur Erinnerung: Die Staatsanwaltschaft bekommt derzeit an der Julianenburger Straße/Schlossplatz einen neuen Anbau. Dort sollen ab Anfang 2023 die 40 bis 50 Staatsanwälte und Mitarbeiter sitzen, die derzeit noch im früheren Polizeigebäude an der Emder Straße ihren Dienst tun. Die Räume dort genügen aber nicht mehr den Anforderungen der Behörde. Die ständigen Wege zur Hauptstelle sorgen für Probleme.
Die Baukosten für das Projekt haben sich in den vergangenen zwölf Jahren fast verdreifacht. 2010 war noch von 3,5 Millionen Euro die Rede, 2014 von 6,5 Millionen Euro, 2018 von 7,8 Millionen Euro, 2019 dann von 8,4 Millionen Euro und Ende 2021 von neun Millionen Euro.
Vorgeschichte voller Probleme
Wie berichtet, geht die Vorgeschichte des lang ersehnten Neubaus mehr als zehn Jahre zurück und war voller Schwierigkeiten. Zunächst war geplant, eine Investoren-Mieter-Lösung gemeinsam mit der Stadt Aurich umzusetzen. Doch daraus wurde nichts. Schließlich sollte es 2015 endlich losgehen, doch immer wieder gab es Probleme und Verzögerungen. Die Baustellenlogistik war wegen der Grundstücksgrenzen eine besondere Herausforderung.
Im Mai 2020 wurde schließlich in Anwesenheit von Justizministerin Barbara Havliza (CDU) der erste Spatenstich gefeiert. Der Bau soll, so hieß es, ein „markantes architektonisches Zeichen“ setzen nahe dem Schloss-Ensemble mit Marstall, Staatsanwaltschaft und der gegenüberliegenden Bundesbehörde BAV.