Südbrookmerland
FCSO: Abgang weckt Befürchtungen
Wortlos und deutlich vor Ende der Sitzung verließen am Donnerstag Vertreter der FCSO den Südbrookmerlander Schulausschuss. Bei Befürwortern weckte das Befürchtungen. Die ON haben nachgehakt.
Moordorf - So manchem Befürworter einer Außenstelle der Freien Christlichen Schule Ostfriesland in Moordorf dürfte in dem Moment das sprichwörtliche Herz in die Hose gerutscht sein: Kurz nach einer Abstimmung des Schulausschusses über die Ansiedlung der FCSO in Moordorf verließen Schulleiter, Geschäftsführer und mehrere Lehrkräfte wortlos den Sitzungssaal. „Das war‘s“, sagte eine Mutter im Anschluss der Sitzung und war sich sicher, dass die FCSO von ihren Plänen abrücken würde. Tatsächlich ist der Grund für den Abgang aber ein anderer.
Bei der Abstimmung ging es um einen Grundsatzbeschluss für die Ansiedlung der FCSO in Moordorf. Diesen hatten, wie berichtet, die Ratsgruppen SPD/Linke und SBL/Grüne gefordert. Sie wollen damit einerseits ein klares Zeichen in Richtung FCSO senden und andererseits Eltern etwas mehr Planungssicherheit geben. Vor allem denjenigen, die ihre Kinder schon in diesem Sommer zur FCSO nach Veenhusen schicken wollen, bevor die Kinder dann im kommenden Jahr nach Moordorf wechseln.
CDU/FDP und Freie Wählergemeinschaft wollen sich hingegen noch nicht festlegen und, so wie auch von der Verwaltung gewünscht, erst alle offenen Fragen klären. Ihre Argumentation: Bei einem Grundsatzbeschluss würden bei Eltern möglicherweise falsche Erwartungen geweckt, wenn die Schule am Ende doch nicht kommt.
Offene Fragen schnell zu klären
Nach unüberbrückbaren Hindernissen sieht das, was die Verwaltung an offenen Punkten dargelegt hat, allerdings nicht aus. Geklärt werden müssten beispielsweise Details zur Miethöhe, zu möglichen Umbauten im bestehenden Gebäude und zu Personalkosten. Außerdem möchte die Verwaltung über ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Schüler reden. Hintergrund: In der Verwaltung gibt es offenbar die Befürchtung, dass am Ende nur ein kleiner Teil der FCSO-Schüler aus Südbrookmerland kommt. Laut FCSO-Schulleiter Christian Hunsmann lassen sich die von der Verwaltung gestellten offenen Fragen binnen kürzester Zeit klären. Zum Teil möglicherweise schon bei einem demnächst anstehenden Termin mit Verwaltung und Schulverantwortlichen.
Abstimmung endet mit einem Patt
Die Abstimmung über den Antrag endete mit einem Patt, wohl auch weil die FWG nicht in voller Besetzung an der Sitzung teilnahm. Die FWG-Vertreter und Karsten Knippelmeyer von der CDU stimmten gegen den Grundsatzbeschluss, die Vertreter von SPD/Linke und SBL-Mann Daniel Röpkes stimmten dafür. Weil die ebenfalls stimmberechtigte Elternvertreterin fehlte und sich Lehrervertreterin Kirsten Vennegerts der Stimme enthielt, blieb es bei einem fünf zu fünf. Ebenso war dies bei dem Vorschlag der Verwaltung, vor einem Beschluss die offenen Fragen zu klären. Abschließend entscheiden muss nun der Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag.
SPD-Mann Stefan Kleinert warf der Verwaltung im Zuge der Sitzung vor, in Sachen FCSO auf Zeit zu spielen. Ein Gefühl, das offenbar auch immer mehr Eltern beschleicht. Bürgermeister Thomas Erdwiens, ausgewiesener Befürworter der IGS Marienhafe-Moorhusen, habe Angst, diese Schule könne Schüler an die FCSO verlieren, heißt es immer wieder. Die Verwaltung halte sich bedeckt, sagte Erdwiens am Donnerstag, als er, beziehungsweise seine Verwaltung zu einem klaren Bekenntnis aufgefordert wurden.
Warum aber haben die FCSO-Vertreter die Sitzung vorzeitig verlassen? Laut Christian Hunsmann ging es vor allem darum, nach einer langen Sitzung am späten Abend nicht noch irgendwelche Statements abgeben zu müssen. „Jedes Statement wäre eine Positionierung gewesen“, so Hunsmann gegenüber den ON. Er und seine Begleiter hätten es vorgezogen, die Sache noch etwas sacken zu lassen. Deutlich machte er gegenüber den ON, dass die FCSO weiterhin an einer Außenstelle in Moordorf interessiert sei und die Gespräche fortführen werde.
Infoveranstaltung für alle Interessierten
Geplant ist zudem eine weitere Informationsveranstaltung. Wie berichtet, war ein solcher, eigens für Eltern aus Südbrookmerland bestimmter Termin mangels Anmeldungen abgesagt worden. Ein Problem dabei war, dass sich die Leitungen der Südbrookmerlander Grundschulen laut Verwaltung geweigert hatten, Info-Material über den Termin und die FCSO zu verteilen. Für den neuen Termin am 23. April gibt es laut Hunsmann nun die Unterstützung der Gemeindeverwaltung, die im Auftrag der Schule Einladungen verschickt. Stattfinden soll der Termin um 11 Uhr in der Schule in Veenhusen am Birkhahnweg. Hintergrund: Jetzige Viertklässler und ihre Eltern sollen Gelegenheit bekommen, sich die Schule vor Ort anzusehen. Ausdrücklich richtet sich die Einladung aber auch an alle anderen Interessierten aus Südbrookmerland und den umliegenden Kommunen. Die Schule bittet um Voranmeldung mit Personenzahl und dem Alter der Kinder unter Telefon (0 49 54) 9 41 10 oder per E-Mail an schulbuero@fcso.de