Südbrookmerland

Jugendpflege: Mehr als eine Spielaufsicht

| | 21.03.2022 16:59 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Jugendhaus in Moordorf ist das wohl wichtigste Projekt der Jugendpflege – die Politik will das Aufgabenfeld jedoch erweitern. Foto: Holger Janssen
Das Jugendhaus in Moordorf ist das wohl wichtigste Projekt der Jugendpflege – die Politik will das Aufgabenfeld jedoch erweitern. Foto: Holger Janssen
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Immer wieder wird in Südbrookmerland über die Arbeit der Jugendpflege diskutiert. Jetzt könnte es personelle Verstärkung geben. Dem Ausschussvorsitzenden ist vorher aber ein anderer Schritt wichtig.

Südbrookmerland - Wer kümmert sich um Kinder und Jugendliche in der Gemeinde Südbrookmerland, und in welcher Form? Mit dieser Frage hat sich kürzlich der Ausschuss für Jugend, Sport und Kultur beschäftigt. Anlass war der jährliche Bericht des Jugendpflegers Karl Echterhof, in dessen Folge es einmal mehr zu Diskussionen über die Ausrichtung der Jugendarbeit kam. Wieder einmal wurden dabei Rufe nach personeller Verstärkung laut.

Seit Jahren gehen die Vorstellungen von der Arbeit der Südbrookmerlander Jugendpflege in der Gemeinde immer wieder auseinander. Jugendpfleger Karl Echterhof legt den Schwerpunkt seiner Arbeit auf das Jugendhaus in Moordorf, wo er Jugendliche in einem offenen Angebot betreut. Dort können sie sich treffen und die verschiedenen Angebote nutzen. Darüber hinaus organisiert Echterhof Veranstaltungen, beispielsweise im Rahmen des Südbrookmerlander Ferienprogramms.

Viel Arbeit inverstiert

Seitens der Politik wird jedoch immer wieder der Wunsch geäußert, Echterhof möge sich verstärkt um die Jugendlichen kümmern, die nicht ins Jugendhaus kommen, sondern sich an Bushaltestellen und anderen öffentlichen Orten treffen. Diese sogenannte aufsuchende Jugendarbeit komme in Südbrookmerland zu kurz, heißt es. Echterhof verwies in diesem Zusammenhang in den vergangenen Jahren immer wieder auf begrenzte Möglichkeiten. Schließlich sei er bereits im Jugendhaus stark eingebunden.

Und tatsächlich hat Echterhof in den vergangenen Jahren viel Zeit und Arbeit in das Jugendhaus investiert. Teilweise gemeinsam mit den jungen Besuchern wurden Räume umgestaltet und neue Angebote geschaffen. Doch genügt das der Politik, die für all das letztlich die Verantwortung trägt? Berthold Lübben (SPD) ist geteilter Meinung. Er ist Vorsitzender des Ausschusses für Jugend, Sport und Kultur. Einerseits weiß er um die Arbeit, die Echterhof vor allem im Jugendhaus leistet. Andererseits hält auch er es für sinnvoll, die aufsuchende Jugendarbeit zu stärken, die Jugendlichen an ihren Treffpunkten zu besuchen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Vor alledem müsse aber eine genaue Definition der Aufgaben der Jugendpflege stehen. Erst dadurch werde die Arbeit auch für die Politik überprüfbar. Komme man zu dem Schluss, aufsuchend Jugendarbeit betreiben zu wollen, müsse die Jugendpflege dazu vermutlich auch personell verstärkt werden. Gestärkt werden müsse laut Lübben aber auch die Zusammenarbeit mit den Vereinen. Diese Meinung teilten viele Mitglieder seines Ausschusses, so Lübben im ON-Gespräch.

Überlegung: Fahrzeug für die Jugendpflege

Gestärkt werden soll die Jugendarbeit nach Meinung vieler Politiker aber auch in anderer Hinsicht. So soll laut Lübben geprüft werden, ob der Jugendpflege beispielsweise ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt werden kann. Derzeit nutzt Echterhof vor allem seinen Privatwagen, wenn er dienstlich in Südbrookmerland unterwegs ist.

Aufgetaucht ist zwischenzeitlich auch die Frage des Standortes des Jugendhauses. Hier müsse laut Lübben geklärt werden, ob die Einrichtung am Schultrift bleiben und möglicherweise weiter ausgebaut werden, oder ob ein neuer Standort gefunden werden soll. Dies würde allerdings Plänen zuwiderlaufen, das Jugendhaus in den geplanten Generationenpark einzubeziehen. Ebenfalls gesprochen werden soll über die Frage, ob es mittelfristig in Südbrookmerland wieder einen zweiten Jugendtreff geben soll. Eine solche Einrichtung in Münkeboe war vor einigen Jahren geschlossen worden.

Um sich ein Bild vom Jugendhaus zu machen, wollen sich die Ausschussmitglieder zu ihrer nächsten Sitzung in der Einrichtung treffen. Als Termin ist bislang der 5. Mai vorgesehen.

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