Aurich
Turnhallen-Neubau steht zur Disposition
Wegen explodierender Baukosten will die Stadt Aurich den geplanten Turnhallen-Neubau auf dem Kasernengelände erneut durchkalkulieren. Und zwar, bevor Kosten für Ausschreibung und Planung entstehen.
Aurich - Auf dem geplanten Neubau der Sporthalle auf dem ehemaligen Kasernengelände in Aurich ruhen große Hoffnungen für den Sport in der Stadt: Einige städtische Vereine nutzen bereits die bestehende Halle. Auf dem Hallenbuchungsportal der Stadt ist zu erkennen, wie viele Nutzungszeiten dort blockiert sind.
Künftig sollen nach den Plänen der Stadt im Zuge der Konversion der Kaserne die Realschule und die Vereine ein noch umfassenderes Angebot in einer neuen Dreifach-Turnhalle bekommen. Diese erscheint auch vor dem Hintergrund, dass auf dem Gelände zahlreiche neue Wohnungen entstehen sollen, erforderlich.
Hoffnung: 90-prozentige Förderung
Doch nun steht das Projekt noch einmal zur Disposition. Wie Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß am Dienstag im Bau- und Konversionsausschuss sagte, werden angesichts der explodierenden Baukosten noch einmal die Zahlen überprüft.
Vor einigen Jahren waren für den Hallenbau 4,5 Millionen Euro veranschlagt worden. Zweimal bewarb die Stadt sich für Fördermittel aus dem „Investitionspaket zur Förderung von Sportstätten“. In Aussicht stand eine 90-prozentige Förderung, sodass die Stadt hoffte, für die Halle selbst nur 450.000 Euro aufbringen zu müssen.
Förderanteil droht auf 30 Prozent zu sinken
Im vergangenen Juni kam die ersehnte Förderzusage. Doch sie fiel niedriger aus als erhofft. 2,2 Millionen Euro wurden in Aussicht gestellt. Die Stadt hatte im Antrag sämtliche Kosten von der Planung des Projekts über den Abriss der Halle bis zum Neubau und der Möblierung aufgeführt. Nicht alles erwies sich allerdings als förderfähig.
Angesichts der Baukostensteigerung solle nun noch einmal innegehalten werden, sagte Busch-Maaß. Die weitere Planung koste Geld, sowohl bei der europaweiten Ausschreibung als auch bei der Feinplanung. Bevor dieses Geld ausgegeben und erst dann vielleicht ein Rückzieher gemacht werde, müsse die Stadt sich jetzt bewusst machen, was an Ausgaben auf sie zukommt, mahnte die Stadtbaurätin. Statt der erhofften 90 Prozent Förderung seien nur rund 50 Prozent zugesagt worden. Stiegen die Kosten weiter wie bisher, sei absehbar, dass am Ende nur rund ein Drittel der Kosten aus Fördergeld gedeckt werden könne. Demnach müsste die Stadt rund 4,5 Millionen Euro selbst aufbringen. Zehnmal so viel, wie gedacht - und wie vor zwei Jahren politisch beschlossen.
Bestehende Turnhalle ist sanierungsbedürftig
Die schon länger nicht mehr genutzte Sporthalle der Bundeswehr an der Längsseite des Sportplatzes wurde in den vergangenen Tagen bereits abgerissen. Die Sportler nutzen weiterhin die sogenannte neue Sporthalle der Kaserne, die jedoch auch sanierungsbedürftig ist. Geplant ist, dass der Neubau an Stelle der nun abgerissenen Halle errichtet wird und die Sportler nahtlos ins neue Gebäude umziehen, bevor die jetzige Halle abgerissen wird.
In diese Sporthalle wurde bereits seit vielen Jahren nichts investiert, obwohl dort durchgehend Betrieb herrschte. Sie entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. So musste die Stadt laut der Beschlussvorlage für den Förderantrag aus dem Jahr 2020 zum Beispiel bereits provisorische Dusch- und Umkleidecontainer aufstellen. Die Gebäudetechnik ist veraltet. So müssten alle Elektroinstallationen samt Beleuchtung erneuert werden. Geheizt wird in der Bundeswehrhalle über zwei Lufterhitzer, die unter der Decke montiert sind. Umbauten innerhalb des alten Gebäudes, um eine Barrierefreiheit herzustellen, sind nicht möglich.