Südbrookmerland
FCSO: Verwaltung startet überraschend Elternbefragung
Eine Elternbefragung zu weiterführenden Schulen hat die Verwaltung in Südbrookmerland am Freitag auf den Weg gebracht. Kritik gibt es dafür aus der Politik – und von der Einrichtung, die den Anlass dafür gab.
Südbrookmerland - Überraschende Post dürften viele Eltern von Grundschülern am Freitag von ihren Kindern bekommen haben: Die Gemeindeverwaltung in Südbrookmerland hat kurzerhand eine Elternbefragung zu weiterführenden Schulen auf den Weg gebracht – ohne dies vorher mit der Politik abzustimmen. Kritik gibt es aber auch von der Schule, die den Anlass für die Befragung gegeben hat.
In einem anonym auszufüllenden Fragebogen will die Verwaltung unter anderem wissen, welche Schulform sich die Eltern für ihre Kinder wünschen, ob sie bereit sind, Schulgeld zu zahlen und, wenn ja, bis zu welcher Höhe.
„Wollen sie die FCSO, oder erleiden sie sie nur?“
Anlass ist die geplante Ansiedlung der Freien Christlichen Schule (FCSO) in Moordorf. Dort war man von der Befragung ebenfalls überrascht und zeigt sich wenig begeistert. Vor allem, weil die FCSO bislang keine Gelegenheit hatte, sich und ihr Konzept einer breiten Masse von Eltern vorzustellen. Die Befürchtung: Am Ende könnten Ergebnisse herauskommen, die aufgrund fehlender oder fehlerhafter Informationen keine Aussagekraft hätten. „Wenn 100 Eltern ihr erstes Kreuz für eine Realschule und ihr zweites Kreuz für die FCSO machen, wollen sie dann die FCSO, oder erleiden sie sie nur?“, fragt deren Schulleiter Christian Hunsmann. Er hätte sich eine Befragung zu einem späteren Zeitpunkt gewünscht, wenn alle Informationen auf dem Tisch liegen.
Verwaltung verweist auf angesprochenen Zeitdruck
Auch aus Reihen der Politik gibt es Kritik, weil diese nicht beteiligt wurde. Die Fraktionsvorsitzenden wurden lediglich informiert. So wundert sich Georg Wegener (SBL), dass es nun eine Befragung gibt, die den Eltern vor dem Beschluss, die Haupt- und Realschule in Moordorf zu schließen, noch verwehrt worden war.
Die Verwaltung begründet ihr Handeln mit dem Zeitdruck, der in den vergangenen Tagen von Eltern und Politikern mehrfach angesprochen worden war.
Mit Ergebnissen aus der Befragung rechnet die Verwaltung in der 14. oder 15. Kalenderwoche, also frühestens am 4. April.
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