Südbrookmerland

Debatte um FCSO: Schulleiter fordert weniger Druck

| | 18.03.2022 15:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ina Dieling (von links) übergibt zusammen mit Hange Ukena 434 Unterschriften von FCSO-Unterstützern an Wilfried Müller und Arno Janssen von der Südbrookmerlander Gemeindeverwaltung. Foto: Holger Janssen
Ina Dieling (von links) übergibt zusammen mit Hange Ukena 434 Unterschriften von FCSO-Unterstützern an Wilfried Müller und Arno Janssen von der Südbrookmerlander Gemeindeverwaltung. Foto: Holger Janssen
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Druck rausnehmen: FCSO-Schulleiter Christian Hunsmann fordert alle Beteiligten auf, die Debatte um eine Außenstelle seiner Schule in Moordorf zu beruhigen. In einem Punkt herrscht aber Zeitdruck.

Moordorf - Es muss Druck aus der Diskussion genommen werden. Diese Ansicht vertritt Christian Hunsmann, Leiter der Freien Christlichen Schule Ostfriesland (FCSO), wenn es um die Diskussion um eine Außenstelle seiner Schule in Moordorf geht. Eine Aussage, die vollkommen konträr zu dem läuft, was derzeit viele Menschen in Südbrookmerland bewegt. Statt für eine schnelle Entscheidung plädiert Hunsmann bezüglich der Außenstelle auf umsichtige und geordnete Planungen. Bei einem Punkt drängt aber auch aus seiner Sicht die Zeit.

Die Diskussion um eine FCSO-Außenstelle in Moordorf kocht seit Wochen. Sowohl in der Politik als auch unter vielen Eltern jetziger Grundschüler. Wie berichtet, könnte die in Veenhusen beheimatete Schule im Sommer 2023 mit einem fünften und vielleicht sogar mit einem sechsten Jahrgang an einer Außenstelle in der Haupt- und Realschule in Moordorf starten. Zeit genug also, sollte man meinen.

434 Unterschriften für Schulansiedlung

Doch durch die im Gespräch zwischen Schule und Eltern entstandene Idee, jetzige Viertklässler bereits im kommenden Sommer in eine Art Übergangsklasse in Veenhusen aufzunehmen und dann im kommenden Jahr nach Moordorf wechseln zu lassen, kam Druck in die Debatte. Schließlich wollen die Eltern, die sich für diesen Weg entscheiden, eine gewisse Planungssicherheit haben. Wohl kaum jemand würde sein Kind ein Schuljahr lang mit dem Bus zwischen Südbrookmerland und Veenhusen pendeln lassen, wenn es nicht die Gewissheit gebe, dass der dann folgende Wechsel nach Moordorf in trockenen Tüchern ist.

Entstanden ist daraus eine Gemengelage, in der es für viele schwer wurde, den Überblick zu behalten. Verwaltung und Teile der Politik warnen seit Wochen vor einem Schnellschuss und wollen zunächst offene Fragen, beispielsweise zum Raumbedarf, zu möglichen Mietzahlungen und einer Mindestquote für Südbrookmerlander Schüler klären. Andere Politiker fordern zumindest einen Grundsatzbeschluss pro FCSO, um den Eltern etwas Planungssicherheit zu geben. Viele Eltern und andere Interessierte haben indes den Eindruck, die Sache gehe nicht schnell genug voran und könne am Ende am Zögern scheitern. Auch deshalb hat die Victorburerin Ina Dieling eine Elterninitiative gegründet, die seit gut zwei Wochen sehr aktiv ist. Am Freitag übergab sie 434 Unterschriften an Vizeverwaltungschef Wilfried Müller. Sie stammen allesamt von Menschen, die die Gemeinde auffordern, sich schnellstmöglich um die Ansiedlung der FCSO zu kümmern.

Entscheidung wohl erst nach den Sommerferien

Das, so versichertet Müller, geschehe bereits. „Wir sind nach wie vor in sehr guten Gesprächen.“ Eine abschließende Entscheidung über die Außenstelle in Moordorf werde es aber wohl nicht vor Ende der Sommerferien geben. Einen ähnlichen Standpunkt vertritt auch die FCSO, wie Christian Hunsmann den ON sagte.

Für Eltern, die einen solchen Beschluss in ihre Entscheidung für ein Schuljahr in Veenhusen benötigen, kommt das eindeutig zu spät. Denn in diesem Punkt drängt laut Christian Hunsmann die Zeit. Bis Ende der Osterferien, so der Schulleiter, müssten sich die Eltern entschieden und ihre Kinder in Veenhusen angemeldet haben. Dann beginnt das Auswahlverfahren. Kommen zu wenig Anmeldungen, wird es die Übergangsklasse nicht geben und alles konzentriert sich auf einen Start der Außenstelle im Sommer 2023 mit einem fünften Jahrgang.

Grundschulleiter wollen keine Infos verteilen

Besonders für diese Eltern war auch eine Infoveranstaltung am Montag gedacht, die aber mangels Anmeldungen abgesagt wurde. Viele Anfragen hätten Kinder betroffen, die in diesem Sommer noch gar nicht in die fünfte Klasse wechseln und somit nicht für die Übergangsklasse in Veenhusen infrage kommen.

Sein Bedauern drückt Hunsmann für den Umstand aus, dass seine Schule bislang keine Möglichkeit hatte, direkt an die Eltern der Grundschüler und insbesondere der jetzigen Viertklässler heranzutreten. „Leider wurde uns der Informationsweg über die Grundschulen verwehrt, um direkt mit Ihnen in Kontakt zu kommen“, heißt es in einem Schreiben Hunsmanns an die Eltern. Laut Wilfried Müller hätten sich die Südbrookmerlander Schulleiterinnen und Schulleiter geweigert, Informationsmaterial über die FCSO an die Grundschüler zu verteilen, weil es ein solches Angebot in der Gemeinde noch gar nicht gebe. Wilfried Müller erklärte sich aber nach Anregung von Ina Dieling bereit, mit der FCSO über einen großen Info-Abend in Südbrookmerland zu sprechen.

Der steht einer solchen Veranstaltung durchaus offen gegenüber. Zunächst gehe es nun aber darum, mit den Eltern der jetzigen Viertklässler zu sprechen. Diese seien deshalb weiterhin zur Info-Veranstaltung am Montag um 20 Uhr am Birkhahnweg in Veenhusen eingeladen. Dabei werde es um die Schulidee und den Standort Veenhusen gehen. Im Anschluss sei aber noch Zeit, auch und speziell mit den Eltern aus Südbrookmerland ins Gespräch zu kommen.

Darüber hinaus können Interessierte auch direkt per E-Mail an verwaltung@fcso.de mit der Schule in Kontakt treten und sich informieren.

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