Aurich

Amtsgericht Aurich nun Vorreiter bei digitaler Grundakte

| | 14.03.2022 21:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Sie bearbeiten Grundbuchakten künftig elektronisch (von links): Nicole Schmermbeck-Kotikambe, Christina Peters, Thea Bohlen, Carina Weirauch und Julia Siefken vom Amtsgericht Aurich. Foto: Aiko Recke
Sie bearbeiten Grundbuchakten künftig elektronisch (von links): Nicole Schmermbeck-Kotikambe, Christina Peters, Thea Bohlen, Carina Weirauch und Julia Siefken vom Amtsgericht Aurich. Foto: Aiko Recke
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Die Digitalisierung in der Justiz schreitet nur langsam voran. Doch in Aurich läuft jetzt ein Pilotprojekt, das spürbare Vorteile für Bürger bringen soll.

Aurich - Sage und schreibe 52.000 grüne Grundbuchakten hängen in diversen Räumen des Auricher Amtsgerichts, ein ganzer Keller ist voll gepackt damit. In den Akten befinden sich alle zum jeweiligen Grundbuch gehörenden Schriftstücke und Urkunden. In Zukunft sollen es deutlich weniger werden, sagt Gerichtsdirektorin Maren Hohensee.

Das Amtsgericht Aurich ist seit 1. März eines der ersten Gerichte in ganz Deutschland, das die Akten künftig elektronisch führt. „Viele schauen gerade auf uns, wie es läuft“, berichtet Hohensee am Montag bei einem Pressetermin. Die Justiz verspricht den Bürgern spürbare Vorteile durch die Digitalisierung. „Die Verfahren werden beschleunigt. Für die Bürger, aber zum Beispiel auch für die Banken. Und wir sparen natürlich sehr viel Papier“, hieß es vom Amtsgericht.

Papier-Schriftstücke werden eingescannt

Immer noch tun sich gerade viele ältere Mitarbeiter in der Justiz schwer mit Computern. Die elektronische Akte in anderen Bereichen ist seit einer gefühlten Ewigkeit geplant, doch wirklich im Einsatz ist sie immer noch nicht. Bei den Grundakten im Auricher Amtsgericht soll das nun anders werden. Zunächst müssen Notare und Behörden ihre Schriftstücke elektronisch einreichen. Bürger dürfen sie auch noch in Papierform beisteuern. Doch diese werden dann eingescannt und damit digitalisiert.

Die zuständigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind hochmotiviert, wie Gerichtsdirektorin Hohensee feststellt. Zum Pressetermin am Montag war eigentlich Justizministerin Barbara Havliza (CDU) aus Hannover angekündigt, sie musste jedoch kurzfristig absagen. Doch sie ließ ausrichten: „Die Umstellung auf die elektronische Grundakte hat den Kolleginnen und Kollegen beim Amtsgericht viel Einsatz abverlangt. Das setzt ein hohes Maß an Veränderungsbereitschaft voraus. Die Kommunikation zwischen Grundbuchamt und Notaren findet nun elektronisch statt. Papier wird es in Grundbuchsachen damit künftig kaum noch geben“, so die Ministerin. Die Umstellung sei „ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum vollständig digitalisierten Grundbuchamt“.

Ausweitung auf alle Grundbuchämter geplant

Das Amtsgericht Aurich ist zum ersten Gericht in Niedersachsen für den Einsatz der neuen Arbeitsmethoden bestimmt worden. Als nächster Schritt soll der elektronische Betrieb noch in diesem Halbjahr bei den Amtsgerichten in Hameln und Braunschweig starten. Nach einer Pilotphase soll dann schrittweise die Ausweitung auf alle anderen 80 Grundbuchämter in Niedersachsen erfolgen, heißt es.

In den Grundakten werden alle zur Eintragung im Grundbuch gehörenden Urkunden sowie alle Verfügungen und Kostenrechnungen gesammelt. Neben der bereits elektronischen Grundbuchführung wurden bisher alle Grundakten in Papierform geführt. Niedersachsen ist nach eigenen Angaben eines der ersten Bundesländer, das die elektronische Grundakte einführt.

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