Wallinghausen
Langzeittrainer hört beim Fußballbezirksligisten Wallinghausen auf
Seit Jahren trainiert er den Fußballbezirksligisten SV Wallinghausen Trainer, doch nun gibt Sven Bünting nach 17 Jahren sein Amt zum Saisonende ab. Ein Nachfolger steht schon fest.
Wallinghausen - Der Gedanke ans Aufhören kam dem Trainer des Fußballbezirksligisten SV Wallinghausen Sven Bünting im vergangenen Herbst in den Sinn. Nun vermeldet der Verein Vollzug. Bünting gibt sein Amt aus freien Stücken bei den Grün-Weißen auf. Mit Ewald Mühlenbrock steht auch sein Nachfolger fest. „Er war zuletzt Trainer der A-Junioren des SV Großefehn in der Landesliga und trifft in Wallinghausen auf einige seiner ehemaligen Schützlinge“, heißt es in einem Schreiben des Vereins.
Für Bünting eine vielversprechende Lösung, weil Mühlenbrock es verstehe, mit jungen Spielern zu arbeiten. Für Wallinghausener Verhältnisse eine wichtige Bedingung, denn unter Bünting wurden die Herrenmannschaften immer jünger. In der laufenden Bezirksligasaison stellt der SVW eines der jüngsten Teams.
Am Anfang nicht erste Wahl
Bünting wurde in Ardorf geboren und zog als Kind mit seinen Eltern nach Wallinghausen. Da war er drei Jahre alt. Als Jugendlicher spielte er für den SVW, zog dann im Herrenbereich von Middels, Firrel, Aurich zurück zum SVW, ehe er mit 30 seine B-Lizenz als Trainer ablegte. Er beerbte Rainer Dannemann als Trainer in Wallinghausen. Bünting erinnert sich: „Damals war ich nicht die erste Wahl, aber die anderen verlangten zu viel Geld, da bin ich es geworden.“
Für beide Seiten ein gutes Geschäft, denn Bünting führte die Mannschaft nach einigen Anläufen zuerst in die Kreisliga (2009). Später gelang der Sprung in die Ostfrieslandliga (2018). Sein größter Erfolg war der Aufstieg in die Bezirksliga (2019).
Grün-Weiße Familie
Bünting fühlte sich von Anfang an wohl in Wallinghausen. Er bekennt: „Das Verhältnis zur Mannschaft war immer total intakt und der Verein ist eine große Familie. Das klingt zwar nach fünf Euro für das Phrasenschwein, aber es stimmt.“
Der Vorstand hatte Geduld und vertraute seiner Arbeit. Der 54-Jährige setzte auf eigene Bordmittel. Für finanzielle Experimente war beim SVW kein Platz.
Der richtige Zeitpunkt
Nun macht Bünting Platz. Er findet: „Für mich ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen. 17 Jahre waren eine schöne Zeit. Aber es reicht auch. Ich denke, es ist gut für die Mannschaft, wenn ein neuer Trainer andere Impulse setzt.“
Bis zum Saisonende wird er noch den Takt angeben. Noch ist aber unklar, ob Wallinghausen in der Aufstiegs- oder Abstiegsrunde antreten wird. Das hängt von den Ergebnissen der drei Nachholspiele von Middels ab. Denn nur Middels kann die Wallinghausener noch die Teilnahme an der Aufstiegsrunde streitig machen.
Langeweile kommt nicht auf
Bünting sagt: „Es wäre für uns schon entspannter, wenn wir ohne Druck in der Aufstiegsrunde spielen würden. Die Abstiegsrunde wäre eine starke Belastung, auch, weil wir einige Ausfälle verkraften müssen.“
Langeweile wird für Bünting demnächst nicht aufkommen. Er will wieder mehr Tennis beim TuS Aurich-Ost spielen. Die Plätze befinden sich in der Nähe vom Fußballplatz der Grün-Weißen. So wird er wohl häufiger auch als Zaungast auf dem SVW-Sportplatz sein.
Auch deshalb, weil seine Frau und die beiden Töchter sich dort engagieren. Im Kassenhäuschen, im Getränkestand und im Vorstand. Wer weiß, vielleicht fällt auch noch die eine oder andere Aufgabe für Bünting ab.