Aurich
Kaserne: Einigkeit in allen wesentlichen Punkten
Auch wenn die frühere Auricher Kaserne wieder für die Unterbringung von Flüchtlingen im Gespräch ist, soll die Planung weitergehen. Politik und Investor haben sich in wichtigen Fragen geeinigt.
Aurich - 2015 sorgte die Nachricht, dass Flüchtlinge in der leeren Blücherkaserne untergebracht werden sollen, für einen Schrecken in Aurich. Nicht wegen der Flüchtlinge, die Schutz suchten. Sondern weil dies bedeutete, dass die Umplanung des Kasernengeländes zum neuen Stadtteil einen Dämpfer bekam und die Konversion länger dauern würde als erhofft. Das Land übernahm nahezu das gesamte Gelände, die Planung lag auf Eis.
Es sieht nach derzeitigem Stand nicht so aus, als würde sich die Verzögerung durch den Ukraine-Krieg nun wiederholen. Wie Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß am Mittwochabend auf ON-Nachfrage sagte, habe die Stadt bisher signalisiert bekommen, dass in Aurich der Fokus derzeit darauf liege, dass der Grundstücksvertrag abgeschlossen werde.
Entwicklung des Bebauungsplanes gut im Zeitplan
Ob die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die derzeit als Eigentümerin des Kasernengeländes mit einem Interessenten über das Grundstück verhandele, mit diesem auch Abmachungen zur Flüchtlingsunterbringung treffe, wisse sie nicht, so Busch-Maaß. Das liege letztlich auch in der Entscheidung des Investors. Die Bima hatte auf ON-Nachfrage mitgeteilt, dass der potenzielle private Käufer nicht ausschließe, einen Vertrag zu schließen, um das Objekt für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen.
Die Stadt plant vorerst weiter wie bisher. „Wir haben keine Aussage erhalten, dass wir eine Störung haben oder irgendwie langsamer machen müssen“, so die Stadtbaurätin. Die Entwicklung des Bebauungsplanes liege gut im Zeitplan. Mit der Erschließung könne ohnehin erst begonnen werden, wenn der Bebauungsplan rechtskräftig ist. Derzeit gehe es um die Kaufverträge, die, wie berichtet, im Mai unterzeichnet werden sollen, und um die Abbrucharbeiten.
Stadtbaurätin: Konsens in allen wichtigen Punkten
Auch seien im Gespräch mit dem Investor Mitte Februar und bei der anschließenden Diskussion mit dem Auricher Verwaltungsausschuss einige im städtebaulichen Vertrag noch offene Fragen geklärt worden, so Busch-Maaß. Ins Detail wollte sie gegenüber den ON nicht gehen. Es sei beispielsweise um den Stellplatzschlüssel gegangen und darum, welche Nutzungen in welchen Bereichen im B-Plan zugelassen werden. Auch sei es darum gegangen, in welchem Zeitraum der Investor den ihm von der Politik auferlegten sozialen Wohnungsbau umsetzen muss.
In allen wichtigen Punkten sei Konsens hergestellt worden, sagte Busch-Maaß. Nun werde der Vertrag mit
Busch-Maaß‘ Vorgängerin Irina Krantz hatte im vergangenen Mai von zwei Interessenten berichtet, die Teile des Kasernengeländes erwerben wollen. Ein Investor, der sich für eine große Fläche und alle Bestandsgebäude, die erhalten bleiben sollen, interessiert. Und ein zweiter Investor, der Interesse am Wirtschaftsgebäude bekundet hatte. Inwieweit die Bima noch mit beiden Interessenten verhandele, wisse sie nicht, sagte Busch-Maaß. Wegen des städtebaulichen Vertrages, in dem unter anderem geregelt wird, welche Vorgaben die Stadt den Entwicklern planerisch macht, verhandele sie nur mit einem Investor.