Südbrookmerland

FCSO: Entscheidung wohl nicht vor Mai

| | 10.03.2022 15:51 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Freie Christliche Schule möchte eine Außenstelle in Moordorf eröffnen. Foto: Holger Janssen
Die Freie Christliche Schule möchte eine Außenstelle in Moordorf eröffnen. Foto: Holger Janssen
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Eine Entscheidung über eine FCSO-Außenstelle in Moordorf wird laut Bürgermeister Thomas Erdwiens wohl nicht vor Mai fallen. Das stellt Eltern nun vor Probleme.

Südbrookmerland - Die Südbrookmerlander Gemeindeverwaltung verteidigt in einem Schreiben das aktuelle Vorgehen in Sachen Freie Christliche Schule Ostfriesland (FCSO). Wie berichtet, hatte der Gemeinderat einen Beschluss zu einer möglichen Außenstelle im Gebäude der Moordorfer Haupt- und Realschule vertagt und damit für Unmut bei vielen Befürwortern des Projekts gesorgt. In der Folge hatte sich eine Elterninitiative gegründet, die seitdem regen Zulauf hat. Aus einer schnellen Entscheidung wird aber aller Voraussicht nach nichts.

Bereits im Frühsommer vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass die in der Gemeinde Moormerland beheimatete FCSO eine Außenstelle in Moordorf erwägt. Eine Entscheidung seitens der Gemeinde Südbrookmerland gibt es bis heute nicht. Viele hatten auf einen Grundsatzbeschluss in der Ratssitzung am 3. März gehofft, doch daraus wurde bekanntlich nichts. Ein Grund ist das Interesse der Freien Schule Ostfriesland aus Großheide, ebenfalls Räume in der Haupt- und Realschule nutzen zu wollen. „Ebenso wie die FSCO wird auch die FSO Großheide die Gelegenheit erhalten, sich und ihr Schulsystem im Rahmen einer Sitzung des zuständigen Fachausschusses der Öffentlichkeit vorzustellen“, heißt es dazu in einem Schreiben der Gemeindeverwaltung. Allein schon aus Neutralitätsgründen sei eine politische Gemeinde dazu gehalten.

„Politische Schnellschüsse helfen hier nicht weiter“

Darüber hinaus brauche eine erfolgreiche Schule Kontinuität. Es müssten also grundlegende Dinge geklärt und Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das, so scheint es, ist auch mehr als neun Monate nach den ersten Gesprächen nicht geschehen. „Hau-Ruck-Entscheidungen, oder gar politische Schnellschüsse helfen hier nicht weiter“, so die Verwaltung weiter. Zudem sei überhaupt kein Zeitdruck vorhanden. Schließlich sei der FCSO-Start in Moordorf erst zum Schuljahr 2023/2024 vorgesehen.

„Das ist von der Verwaltung zu kurz gedacht“, sagt dazu Ina Dieling, die Initiatorin der Elterninitiative. Eltern bräuchten Planungssicherheit. Gerade im Hinblick auf die Möglichkeit, die Kinder ab dem bevorstehenden Sommer für ein Jahr nach Moormerland zu schicken, bevor diese dann im darauffolgenden Schuljahr den dann neuen Standort Moordorf besuchen. „Außerdem wollen die Eltern Klarheit. Es ist die Angst da, dass es mal wieder in die Hose geht“, so Dieling weiter.

Gemeinde plant Befragung der Eltern

Laut Verwaltung gibt es aber noch weitere Dinge zu klären. So ist vor einer Entscheidung eine Befragung der Südbrookmerlander Grundschul-Eltern geplant. Auf den Weg gebracht werden könnte diese in einer zusätzlich anberaumten Sitzung des Schulausschusses am 24. März. Eine ähnliche Befragung plant laut Bürgermeister Thomas Erdwiens auch die FCSO, die darin auch Nachbarkommunen einbeziehen wolle.

Außerdem gebe es noch Klärungsbedarf zur Schaffung von Fachräumen für den naturwissenschaftlichen Unterricht und zum Auswahlverfahren von Schülern. Bei Letzterem möchte die Verwaltung gerner mitreden. Laut Erdwiens müsse sichergestellt werden, dass am Ende auch tatsächlich eine gewisse Zahl an Schülern aus Südbrookmerland an der Schule angenommen wird. Denkbar sei aus Verwaltungssicht eine Quotenregelung. Darüber müsse aber noch mit den Schulverantwortlichen gesprochen werden.

Entscheidung wohl frühestens im Mai

Darauf, dass es in der vergangenen Ratssitzung noch keine Entscheidung zur FCSO gab, habe man sich im Vorfeld mit den Verantwortlichen der Fraktionen und Gruppen im Gemeinderat geeinigt.

Und bis zu einem abschließenden Beschluss wird es laut Erdwiens auch noch eine Weile dauern. Zunächst lasse man sich in der genannten Sitzung des Schulausschusses das Konzept der Freien Schule aus Großheide vorstellen. Parallel würden weiterhin Gespräche mit der FCSO geführt, um die offenen Fragen zu klären. Erdwiens geht davon aus, dass ein Beschlussvorschlag für den Schulausschuss erst im Mai vorliegt. Danach muss noch der Gemeinderat entscheiden. Dessen nächste Sitzung ist aktuell aber erst für den 30. Juni geplant.

Es sei nachvollziehbar, so Erdwiens, dass dies für die Eltern der jetzigen Viertklässler eine schwierige Situation sei. Andererseits sei aber auch keinem damit geholfen, wenn die wichtigen Fragen nicht geklärt seien, oder am Ende nur eine kleine Anzahl an Schülern aus Südbrookmerland an der Schule angenommen werde.

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