Emden
Metaller legen Schweigeminute für Opfer des Kriegs ein
Auf dem Gelände der Emder Nordseewerke haben Mitarbeiter und Gewerkschafter ihre Solidarität mit der von Russland angegriffenen Ukraine gezeigt. Auch bei Ostfrieslands größtem Arbeitgeber war das Thema.
Emden - In mehreren Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie hat es am Mittwochvormittag eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer des Ukraine-Krieges gegeben. Wie die Emder Industriegewerkschaft (IG) Metall auf ON-Anfrage mitteilte, gab es um 11 Uhr eine Aktion auf dem Gelände der Emder Nordseewerke. Auch bei der virtuellen Betriebsversammlung des Volkswagenwerks sowie beim Zulieferer Sitech wurde innegehalten, teilte Gewerkschaftssekretär Henrik Köller auf ON-Anfrage mit.
Aufgerufen zu der Schweigeminute hatten für ganz Norddeutschland hatten der Arbeitgeberverband Nordmetall und die Gewerkschaft IG Metall.
„Wir verurteilen den Krieg auf das Schärfste. Er muss sofort beendet werden. Wir fordern die russische Regierung auf, alle Angriffe einzustellen und ihre Truppen zurückzuziehen. Der Überfall auf einen souveränen Staat ist ein klarer Bruch des Völkerrechts und ein massiver Verstoß gegen die Grundsätze der UN-Charta. Er ist Ausdruck einer rücksichtslosen Machtpolitik. Dafür gibt es keinen Grund und keinerlei Rechtfertigung. Nach Jahrzehnten des Friedens in Europa ist diese militärische Aggression gegen ein unabhängiges Land ein tiefer Einschnitt für uns alle. Innerhalb weniger Tage sind die Grundlagen unseres friedlichen Zusammenlebens in Frage gestellt worden“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.
„Sanktionen werden allen Opfer abverlangen“
Die „uneingeschränkte Solidarität“ gelte den Menschen in der Ukraine. Diese seien „Opfer eines brutalen Überfalls“ geworden. Man unterstütze alle Bemühungen, einen Waffenstillstand und Frieden zu erreichen. Und: „Deutschland und Europa müssen Menschen, die vor dem Krieg fliehen, solidarisch aufnehmen und humanitäre Hilfe leisten, um menschliches Leid zu verringern. Wo wir können, werden auch wir helfen.“
Auf die Aggressionen Russlands hätten Deutschland, Europa und viele andere Staaten entschlossen reagiert. Die beschlossenen Sanktionen gegen Russland richteten sich gegen die politisch Verantwortlichen und ausdrücklich nicht gegen die russische Bevölkerung, obwohl auch diese unter den Auswirkungen zu leiden hat. „Diese Maßnahmen werden uns allen Opfer abverlangen. Wirtschaftliche Sanktionen und entstehende Handelskonflikte treffen auch viele unserer Kolleginnen und Kollegen in Norddeutschland. Die Bundesregierung ist gefragt, die Belastungen mit Unterstützungsmaßnahmen breit abzufedern“, heißt es in der Erklärung.