Südbrookmerland
Gemeinde sucht Wohnungen für ukrainische Flüchtlinge
Noch sind offiziell keine ukrainischen Flüchtlinge in Südbrookmerland angekommen. Die Gemeinde will aber vorbereitet sein. Ein großes Gebäude steht wegen anderer Pläne aber nicht mehr zur Verfügung.
Südbrookmerland - Unzählige Menschen sind seit Beginn des Krieges in der Ukraine auf der Flucht. Für den Südbrookmerlander Bürgermeister Thomas Erdwiens ist es nur eine Frage der Zeit, bis einige von ihnen auch in Südbrookmerland ankommen. Die Gemeinde ist deshalb auf der Suche nach Unterkünften, die sie dem Landkreis als zuständige Behörde zur Verfügung stellen kann. Eine Lösung, die bei der Flüchtlingswelle 2015 noch zur Verfügung stand, kann jedoch nicht mehr genutzt werden.
Bislang weiß die Gemeindeverwaltung laut Erdwiens nichts von Ukrainern, die nach der Flucht vor dem Krieg in ihrem Land in Südbrookmerland angekommen sind. Doch sie will vorbereitet sein für den Moment, in dem es so weit ist. Aktuell wird deshalb verstärkt nach Unterkünften gesucht. Beispielhaft nennt Erdwiens Ferienwohnungen und anderen nicht genutzten Wohnraum.
Möglicher Investor für alte Waldorfschule
2015 stellte die Gemeinde dem Landkreis noch die ehemalige Waldorfschule am Schultrift zur Verfügung, die bis ins vergangene Jahr für die vorübergehende Unterbringung von Flüchtlingen diente. Eine erneute Nutzung des Gebäudes für solche Zwecke schloss Erdwiens auf Anfrage der ON aber aus. Aus zwei Gründen: Einerseits sei der Zustand des Gebäudes derart schlecht, dass eine Nutzung zu Wohnzwecken nicht zumutbar sei. Andererseits befinde sich die Gemeinde aktuell in Gesprächen mit einem möglichen Investor. Details zu dessen Plänen nannte Erdwiens auch auf Nachfrage nicht und verwies auf das frühe Stadium der Gespräche. Er verriet lediglich, dass es sich um Pläne handele, die im weiteren Sinne mit der medizinischen Daseinsfürsorge zusammenhingen. Nach Informationen der ON hat ein hiesiger Pflegedienst Pläne für das Gebäude. Von offizieller Seite ist dies aber bislang nicht bestätigt.
Gemeinde unterstützt Hilfsaktionen
Statt der Waldorfschule könnte die Gemeinde laut Erdwiens beispielsweise ihre Obdachlosenunterkünfte bereitstellen. Doch auch mit Blick darauf zeigt sich Erdwiens skeptisch, weil auch diese in teils schlechtem Zustand seien.
Noch keine Pläne gibt es in der Gemeinde aktuell, was die Betreuung von Flüchtlingskindern in Schulen und Kitas betrifft. In Kitas besteht in der Gemeinde bekanntlich ein akuter Platzmangel, der sich kurzfristig kaum beheben lässt. Mittelfristig sind zwar zusätzliche Betreuungsgruppen geplant, für diese sind aber noch teils aufwendige Um- und Neubauten nötig. Erdwiens geht aber ohnehin davon aus, dass Kinder, die aus dem Krisengebiet nach Südbrookmerland kommen, zunächst professionelle Betreuung benötigen, um die Geschehnisse im Heimatland zu verarbeiten.
Abseits der Suche nach Unterkünften laufen in der Gemeinde aber verschiedene Hilfsaktionen. So beteiligte sich ein Mitarbeiter des Bauhofs in der vergangenen Woche an einem Hilfstransport nach Polen. Die Gemeinde stellte dafür Fahrzeuge bereit und trug laut Erdwiens auch die Kraftstoffkosten. Weitere Aktionen laufen derzeit unter anderem mit Beteiligung von Feuerwehren und der Dorf-Arbeitsgemeinschaft Münkeboe.