Südbrookmerland

FCSO: Zögern lässt Sorgen wachsen

| | 07.03.2022 17:17 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Unterschriftenlisten liegen bereit: Befürworter einer FCSO in Moordorf wollen den Druck auf die Politik erhöhen. Foto: Holger Janssen
Die Unterschriftenlisten liegen bereit: Befürworter einer FCSO in Moordorf wollen den Druck auf die Politik erhöhen. Foto: Holger Janssen
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Nachdem der Gemeinderat die Entscheidung über eine FCSO-Außenstelle in Moordorf vertagt hat, sind Eltern in Sorge. Sie fürchten, dass die Idee platzen könnte. Dagegen wollen sie nun etwas tun.

Südbrookmerland - Von einer drohenden Hängepartie und unnötigen Verzögerungen ist die Rede, gar von einer drohenden Absage. Nachdem der Gemeinderat in der vergangenen Woche die Entscheidung über eine Außenstelle der Freien Christlichen Schule Ostfriesland FCSO vertagt hat, machen sich zahlreiche Eltern in der Gemeinde Sorgen. Vor allem diejenigen, die ihre Kinder bereits für den Besuch der FCSO angemeldet haben. Weit mehr als 100 Menschen, vor allem aus Südbrookmerland, haben sich nun zu einer Elterninitiative zusammengeschlossen. Sie wollen den Druck auf die Politik erhöhen und den Rat zu einer schnellen Entscheidung drängen.

Einer der Gründe dafür, dass der Rat in seiner jüngsten Sitzung noch keinen Grundsatzbeschluss zur FCSO gefasst hat, ist das Interesse einer anderen Schule. Wie berichtet, könnten sich auch Verantwortliche der derzeit in Großheide ansässigen Freien Schule Ostfriesland eine Nutzung des Haupt- und Realschulgebäudes vorstellen. Schulleiterin Nina Korneli hatte aber im Gespräch mit den ON bereits ausgeschlossen, den gesamten zur Verfügung stehenden und nicht für den Moordorfer DRK-Kindergarten benötigten Gebäudeteil nutzen zu wollen. Derzeit besuchten etwa 40 Kinder die Schule, 100 sollen es einmal werden. Deutlich weniger also als bei der FCSO. Bei ihr wird mittelfristig mit jeweils drei Parallelklassen in den Jahrgängen fünf bis zehn geplant. Ob sich die Räume für die Freie Schule Ostfriesland eignen, ist dabei überhaupt noch nicht klar. Bislang wurde das Gebäude von den Schulverantwortlichen aus Großheide noch nicht besichtigt.

Bedenken wegen Kosten

Ganz anders die FCSO: Dort hält man die Räumlichkeiten für sehr geeignet. Kleinere Umbaumaßnahmen sind aber noch nötig. So müssten noch Fachräume, beispielsweise für den naturwissenschaftlichen Unterricht, geschaffen werden. Derzeit wird darüber verhandelt, wer dafür die Kosten übernimmt. Entweder die Gemeinde, der das Gebäude gehört, oder die FCSO, die dann aber vermutlich auf Ermäßigungen bei der Miete bestehen würde. Das Problem mit den Fachräumen würde bei einer Ansiedlung der Freien Schule aus Großheide ebenfalls bestehen.

Während bei den Großheidern aber noch nahezu alles offen ist, macht die FCSO bereits Nägel mit Köpfen. Für den 21. März sind zwei Informationsveranstaltungen geplant, bei denen sich die Schule an ihrem Standort in Moormerland präsentieren will. Dabei soll es auch Informationen über eine mögliche Außenstelle in Moordorf geben. Eine der beiden Veranstaltungen richtet sich speziell an Eltern aus Südbrookmerland. Viele Eltern haben ihre Kinder aber bereits vor der Veranstaltung angemeldet. Der Plan: Die Kinder besuchen ein Jahr lang den Standort Moormerland, um dann als Sechstklässler im Sommer kommenden Jahres nach Moordorf zu wechseln. Einen früheren Start der Außenstelle schließen die Beteiligten bislang aus, auch wenn es diesen Wunsch in der Gemeinde durchaus gibt.

Kein „Lückenbüßer“ oder „Spielball der Politik“

Nachdem der Gemeinderat seine Entscheidung zur FCSO vertagt hat, machen sich bei vielen Eltern jedoch Sorgen breit. Bereits früh hatte die FCSO klargestellt, kein „Spielball der Politik“ und kein „Lückenbüßer“ sein zu wollen. Die Victorburerin Ina Dieling hat zudem die Sorge, dass der Elternwille in der Gemeinde zu wenig Gehör findet. Sie hat deshalb die Elterninitiative gegründet und bereits zahlreiche Mitstreiter gefunden. Aktuell werden Unterschriften gesammelt, mit denen der Wille der Eltern und anderer Unterstützer deutlich gemacht werden soll. „Ich sehe einen ganz großen Mehrwert an der FCSO für die Kinder in unserer Gemeinde“, so Ina Dieling im Gespräch mit den ON. Auch wenn die FCSO auf dem Papier eine IGS sei, werde dort das jeweils beste aus allen Schulformen angeboten. Außerdem könnten die Kinder lange in ihren Klassenverbänden bleiben, was langjährige Freundschaften weiter festige. Und für die Eltern gebe es eine größere Auswahl. Gerade für Südbrookmerlander Kinder bedeute eine zusätzliche weiterführende Schule aber auch kürzere Wege. Darüber hinaus, so Dieling, würde die FCSO die Gemeinde deutlich aufwerten, was auch mit Blick auf die Zentralklinik und die Ansiedlung von Ärzten nicht zu vernachlässigen sei.

Ina Dieling und die anderen Eltern hoffen nun, dass die Gemeinde schnell ein Zeichen setzt und beschließt, der FCSO das Schulgebäude zur Verfügung zu stellen. Voraussichtlich noch im März soll dazu eine Sitzung des Schulausschusses stattfinden. Die Unterschriften will die Elterninitiative vorher an Bürgermeister Thomas Erdwiens übergeben – und in der Sitzung Präsenz zeigen.

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