Südbrookmerland

Neue Schule in Moordorf: Eltern brauchen Geduld

| | 04.03.2022 18:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Interesse an der Nutzung der Haupt- und Realschule in Moordorf wächst. Foto: Helmut Vortanz
Das Interesse an der Nutzung der Haupt- und Realschule in Moordorf wächst. Foto: Helmut Vortanz
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Eigentlich sollte der Gemeinderat am Donnerstag über eine Außenstelle der Freien Christlichen Schule in Moordorf entscheiden. Doch daraus wurde nichts – vor allem aus einem Grund.

Südbrookmerland - Viele hatten auf eine Entscheidung gehofft – und wurden enttäuscht: Ob die Freie Christliche Schule Ostfriesland zum Schuljahr 2023/2024 eine Außenstelle in Moordorf eröffnet, ist nach wie vor unklar. Eine Entscheidung darüber hat der Südbrookmerlander Gemeinderat am Donnerstagabend vertagt – auch wegen des Interesses einer anderen freien Schule.

Ab dem kommenden Schuljahr will die Freie Christliche Schule (FCSO) in Moormerland verstärkt Schüler aus Südbrookmerland aufnehmen. Das Ziel: Im Sommer kommenden Jahres sollen sie nach Moordorf wechseln, wo die FCSO eine Außenstelle plant. Die Vorbereitungen laufen, Informationsabende sind bereits angesetzt und viele Eltern in der Gemeinde brennen darauf, ihre Kinder anzumelden. Auch in der Südbrookmerlander Politik zeichnete sich eine Mehrheit ab, viele hatten mit einer Entscheidung am Donnerstagabend gerechnet. Dann geriet die Angelegenheit ins Stocken.

Überraschende Mitteilung

Für viele Gäste völlig überraschend teilte Bürgermeister Thomas Erdwiens mit, dass es mit der derzeit in Großheide ansässigen Freien Schule Ostfriesland einen weiteren Interessenten gebe, der die Räume der Haupt- und Realschule künftig nutzen wolle. Gespräche sollten geführt und der Schule die Möglichkeit gegeben werden, ihr Konzept vorzustellen. Das Konzept, so viel ist schon vor einer Vorstellung sicher, erfordert von Eltern ein radikales Umdenken. Vereinfacht dargestellt sollen Kinder das lernen, wozu sie gerade Lust haben. Auch Phasen, in denen gar nicht gelernt wird, gehören dazu. Die Initiatoren sind davon überzeugt, dass dies die Kreativität und letztlich das Lernen fördere. Im letzten Schuljahr steht dann die Vorbereitung auf die Prüfungen für die Schulabschlüsse an.

Nina Korneli ist FSO-Schulleiterin. Foto: Heino Hermanns
Nina Korneli ist FSO-Schulleiterin. Foto: Heino Hermanns

In vielen Familien scheint das Konzept anzukommen. Laut Schulleiterin Nina Korneli besuchen aktuell etwa 40 Schüler die Schule. Im Sommer sollen noch einige hinzukommen. Dann sind die angemieteten Räumlichkeiten in der früheren Förderschule in Großheide ausgereizt. Schließlich seien dort unter anderem noch das Großheider Bürgerhaus, eine Arztpraxis und andere Einrichtungen untergebracht. Den Kontakt zur Gemeinde Südbrookmerland habe man sehr kurzfristig aufgenommen. Korneli betont, dass man keineswegs in Konkurrenz zur FCSO oder anderen Interessenten treten wolle. Man könne sich jede Form der Kooperation vorstellen. „Wir brauchen auf keinen Fall das ganze Gebäude“, so die Schulleiterin. Es werde Platz für etwa 100 Schüler gesucht, damit die Schule weiter wachsen könne.

Weitere Gespräche

Offiziell gilt die Freie Schule Ostfriesland als Oberschule. Das, so Korneli, sei aber nur die Kategorie, in die man sich für die Genehmigungsbehörden habe einsortieren müssen. Gearbeitet werde tatsächlich ganz anders. Bislang kennt Korneli das Moordorfer Schulgebäude nur von außen. Außerdem konnte sie sich bereits Grundrisse anschauen. Eine genauere Besichtigung sowie eine Vorstellung des Schulkonzepts im zuständigen politischen Fachausschuss stünden noch aus.

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Vor diesem Hintergrund hat der Rat eine Entscheidung zur künftigen Gebäudesitzung vorerst vertagt. Jedoch gab es in der Sitzung Kritik an Äußerungen aus der Nachbarkommune. Wie berichtet, hatten sich Ex-IGS-Schulleiter Ewald Jüchems und der Brookmerlander Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels kritisch zu den FCSO-Plänen für Moordorf geäußert.

Ihre Befürchtung: Die IGS könnte Schüler verlieren. Jüchems trete „unter der Gürtellinie zu“ sagte beispielsweise Georg Wegener (SBL/Grüne). „Wenn das IGS-Konzept gut ist, hat die Schule nichts zu befürchten.“ Helga Gloger (SPD) warf ihrem Parteifreund Ihmels vor, mit seinen Aussagen Ängste zu schüren.