Südbrookmerland/Marienhafe
FCSO-Außenstelle: Bedenken aus der Nachbarschaft
Der Brookmerlander Verwaltungschef Gerhard Ihmels hat Bedenken wegen der Ansiedlung der FCSO in Moordorf angemeldet. Dabei schloss er eine drastische Folge für die IGS Marienhafe-Moorhusen nicht aus.
Südbrookmerland - Für Bedenken in der Nachbargemeinde sorgen die Pläne, eine Außenstelle der Freien Christlichen Schule Ostfriesland in Moordorf einzurichten. Der Brookmerlander Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) sieht die Idee mit Blick auf die Zukunft der gemeinsamen IGS Marienhafe-Moorhusen kritisch. Im Gespräch mit den ON schloss er selbst eine überaus drastische Folge nicht aus.
Wie berichtet, beabsichtigt die in Moormerland ansässige Freie Christliche Schule Ostfriesland, zum Schuljahr 2023/2024 im Gebäude der Moordorfer Haupt- und Realschule eine Außenstelle einzurichten. Bereits in diesem Sommer könnten Schüler aus Südbrookmerland in den fünften Jahrgang am Standort Moormerland aufgenommen werden und mit Eröffnung der Außenstelle nach Moordorf ziehen.
Ex-Schulleiter zeigt sich besorgt
Während die Pläne in der Elternschaft und in der Südbrookmerlander Politik weitgehend positiv aufgenommen werden, gibt es auch Kritik – vor allem aus der benachbarten Samtgemeinde Brookmerland. So hatte Ewald Jüchems, ehemaliger Leiter der IGS Marienhafe-Moorhusen, in einem Leserbrief Befürchtungen geäußert, wonach sich eine FCSO in Moordorf nachteilig auf die Schülerzahlen an der IGS auswirken könnten.
In die gleiche Kerbe schlägt nun der Brookmerlander Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels. Für ihn spielen aktuell drei Faktoren eine Rolle, die sich auf die gemeinsame IGS auswirken könnten. Zum einen sei das eine „hausgemachte Konkurrenz“ mit der FCSO. Zum anderen allgemein zurückgehende Schülerzahlen. Als dritten Punkt nennt Ihmels die Überarbeitung des Schulentwicklungsplanes durch den Landkreis Aurich. Daraus könnte sich aus seiner Sicht eine Öffnung der IGS Aurich für Schüler aus Südbrookmerland ergeben. Massiv sinkende Schülerzahlen an der IGS könnten die Folge sein.
Daraus resultieren könnte aus Ihmels’ Sicht sogar ein Ende der gemeinsamen IGS. Dies will er nicht als Drohung, sondern als logische Konsequenz verstanden wissen. Eine Schule mit zwei Standorten sei immer eine Ausnahme, die mit einigem Aufwand verbunden sei. Komme man irgendwann zu dem Schluss, dass dieser Aufwand nicht mehr nötig und der Schulbetrieb an einem Standort zu stemmen sei, sei es auch aus pädagogischer Sicht nicht sinnvoll, die Außenstelle aufrecht zu erhalten.
Erste Folgen gibt es bereits
Erste Folgen haben die Verhandlungen mit der FCSO bereits: Die Unterzeichnung einer neuen Zweckvereinbarung für den Betrieb der gemeinsamen IGS lässt weiter auf sich warten. Die unklare Situation sei der Hauptgrund dafür, dass die Vereinbarung noch nicht weiter vorangetrieben worden sei, so Ihmels. Außerdem fehlten noch Gutachten zu den beiden Schulstandorten, die für einen geforderten Kostenausgleich nötig sind.
Kosten und Konditionen sind es auch, die Ihmels, seine Verwaltung und die Brookmerlander Politik bei den weiteren FCSO-Beratungen im Blick haben wollen. Es könne nicht sein, dass die FCSO am Ende bessere Konditionen für die Nutzung des Schulgebäudes erhalte als die IGS. In einem solchen Fall geht Ihmels davon aus, dass es auf Brookmerlander Seite kaum eine Mehrheit für die neue Zweckvereinbarung geben werde. Auch in diesem Fall wäre die gemeinsame IGS in Gefahr.
Die Verantwortlichen der FCSO haben stets betont, nicht zum Spielball der Politik und nicht zum Lückenbüßer werden zu wollen. Man wolle mit offenen Armen empfangen werden. Das, so Gerhard Ihmels, müsse aber auch für die gemeinsame IGS gelten. „Auch die IGS darf nicht zum Lückenbüßer werden“, so der Verwaltungschef.
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