Brookmerland
Verdreifachung des Defizits bei Kitas
Brookmerlands Samtgemeindebürgermeister hofft auch nach Verhandlungsabbruch auf konstruktive Gespräche mit dem Kreis. Denn die Ausgaben für die Kitas sind gestiegen, neue Investitionen stehen an.
Brookmerland - Am Rande der Bauausschusssitzung am Donnerstag hat Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels betont, dass die Bürgermeister im Kreis Aurich wieder mit der Landkreisspitze an den Verhandlungstisch wollen: „Wir brauchen eine höhere Kostenbeteiligung vom Landkreis. Deshalb muss niemand verschnupft sein.“
Im Haushaltsplan seien Ansätze für weitere Kita-Projekte eingestellt, angesichts des Verhandlungsstandes sei aber noch nicht zu sagen, ob diese auch umgesetzt werden könnten. Wie berichtet, fordern die Kommunen mehr Beteiligung an den Kita-Kosten durch den Kreis. Dieser hat gekontert und angekündigt, sämtliche Einrichtungen selbst zu übernehmen. Seitdem herrscht Unsicherheit über den Fortgang der Verhandlungen. Eine Übernahme durch den Kreis lehnen die Bürgermeister ab.
Doppelt so viele Plätze
Ihmels betonte, dass die Forderung der Bürgermeister nicht so überzogen war, wie der Landkreis sie aufgefasst habe. Mehr als 8 Millionen Euro habe das Brookmerland in den vergangenen Jahren investiert und als Darlehen aufnehmen müssen. Das seien 40 Prozent der Verschuldung der Samtgemeinde. Schon am Dienstag hatte Ihmels auf ON-Anfrage gesagt, dass 6,5 Millionen Euro der 7,3 Millionen Euro Neuverschuldung auf Investitionen im Bereich Kinderbetreuung zurückzuführen seien.
Auch die Betriebskosten seien seit 2016 erheblich gestiegen. Damals habe es 166 Plätze gegeben und die Samtgemeinde habe ein Defizit von 715.000 Euro getragen. Nun gebe es 370 Betreuungsplätze im Brookmerland und das jährliche Defizit liege bei 2,1 Millionen Euro. Die Zahl der Plätze sei mehr als verdoppelt worden, die Kosten hätten sich verdreifacht, so Ihmels.
Grundkonzept über zentrale oder dezentrale Lösung soll entwickelt werden
Die Samtgemeinde stoße an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Durch die Verzögerungen bei den Verhandlungen mit dem Landkreis dürfe nun jedoch kein monatelanges Vakuum beim weiteren Ausbau entstehen.
Im Brookmerland steht noch die Anlage der Spielflächen an der Kita Wirdum an. Für die Containerkrippen in Rechtsupweg und Upgant-Schott müsse dauerhafter Ersatz her, so Ihmels’ Vertreter Jochen Behrends. In Upgant-Schott gebe es darüber hinaus noch Bedarf. Zudem wurden die geplanten Erweiterungen in Osteel und Leezdorf noch nicht realisiert.
In diesem Jahr solle eigentlich ein Grundkonzept entwickelt werden, ob es dezentrale Lösungen oder eine zentrale neue Kita geben soll, so Behrends. Mittel für den Bau seien ebenfalls schon in die kommenden Haushalte eingeplant.