Brookmerland
Gewerbeentwicklung: Schranke könnte fallen
In der Hansestraße in Upgant-Schott könnte eine kleine Veränderung große Auswirkungen für Autofahrer und Unternehmer haben. Noch steht nichts fest. Aber es kommen bereits alte Ideen wieder hoch.
Brookmerland - Um geplante Straßensanierungen in diesem Jahr im Brookmerland ging es eigentlich im Bauausschuss am Donnerstag. Doch durch eine Information, die Bauamtsleiter Jochen Behrends eher nebenbei und nach einer Frage aus dem Ausschuss erwähnte, geht an einer Stelle der Samtgemeinde möglicherweise eine Schranke auf – im wahren Sinne des Wortes.
Noch stehen an mehreren Stellen die Worte „wenn“ und „vielleicht“ vor der Umsetzung. Behrends berichtete, dass die Deutsche Bahn überlege, aus der Rufschranke an der Bahnlinie, die das Gewerbegebiet Hansestraße vom Bahnweg trennt, eine reguläre Schranke zu machen. Das eröffne die Chance, eine Verbindung von der Hansestraße zum Bahnweg zu schaffen – und damit eine zweite Ausfahrt aus dem Gewerbegebiet in Upgant-Schott.
Weg führt durch naturnahe Ecke
Bislang endet die Hansestraße zwischen der Bäckerei Thesinga und dem Containerdienst Geiken gewissermaßen im Nirgendwo. Der ausgefahrene, unbefestigte Pfad steht derzeit voller Pfützen und führt auf die Schranke zu. Dahinter ist der Bahnweg derzeit kaum passierbar. Durch eine Allee führt er zunächst als Feldweg an einer naturnahen Anlage vorbei, bis er auf Höhe der Straße Am Geestrand in einen einigermaßen befestigten Zustand übergeht und im Eetsweg mündet.
Laut Behrends ist keineswegs angedacht, über diese Strecke und den Eetsweg den Schwerlastverkehr aus dem Gewerbegebiet zu führen. Allerdings gebe es schon länger die Forderung, die Verkehrsanbindung zu verbessern. Und der meiste Verkehr in der Hansestraße werde durch Autos verursacht, so Behrends.
Alte Pläne rücken wieder ins Bewusstsein
Die könnten über die Bahnschienen abgeleitet werden, denn schon lange gebe es Beschwerden, weil bei Berufs- oder Urlauberverkehr das Linksabbiegen aus der Hansestraße in die viel befahrene Bundesstraße 72 kaum möglich sei.
Noch mehr verstärke sich das Problem, wenn das Gewerbegebiet wie geplant erweitert werde, sagte der Bauamtsleiter. Wie berichtet, sollen die Flächen zwischen dem jetzigen Gebiet und dem Siegelsumer Moorweg und zwischen der Bundesstraße und der Bahnlinie erweitert werden.
Keine zweite Zufahrt zur Bundesstraße zulässig
Derzeit ist das Gewerbegebiet 13 Hektar groß. Mit der Erweiterung kämen 25 Hektar, also fast die doppelte Fläche, noch hinzu. Eine zweite Zufahrt zur Bundesstraße wird laut Behrends aber wegen des hohen dortigen Verkehrsaufkommens nicht genehmigt.
Bislang gehören der Samtgemeinde bereits 20,5 Hektar. Die anderen Weiden liegen zentral in dieser Fläche, weshalb ein Ausbau in einem Stück derzeit nicht realisierbar ist. Laut Behrends wird dennoch der Bebauungsplan schon vorbereitet, denn es gebe Überlegungen, sieben bis acht Hektar schon vorab zu erschließen. Behrends bestätigte, dass Firmen wegen Grundstücken anfragen und der Bedarf da sei. Mit der Zunahme der Betriebe werde aber auch der Verkehr mehr werden. Daher wäre es aus Sicht der Samtgemeinde ein „interessanter Aspekt, die Durchfahrt zum Eetsweg als weiteren Zugang anzubieten“.
Ferne Chance auf altes „UTG 3“
Behrends greift sogar eine alte Idee wieder auf. Um das Jahr 2012 gab es Pläne zu einem interkommunalen Gewerbegebiet namens „UTG 3“ von Brookmerland und Südbrookmerland. Die Pläne scheiterten am Veto des Landkreises, der nach damaligen Plänen das Angebot für Gewerbeflächen in Südbrookmerland für zu groß hielt. Da sich aber keiner der anderen angedachten Standorte in Südbrookmerland verwirklichen ließ, dürften sich diese Bedenken fürs erste zerstreut haben.
Wenn man nun den Übergang über die Bahnlinie am Bahnweg schaffe, stehe die Fläche zwischen Gleis und Eetsweg vielleicht perspektivisch, also in fernerer Zukunft, als Fläche für ein interkommunales Projekt zur Verfügung, sagte Behrends.
Einstweilen erstreckt sich dort jedoch Grünland, fast so weit das Auge reicht.