Emden/Aurich/Norden

Zentralklinik: Baukosten sind explodiert

| | 25.02.2022 14:55 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Klinik-Geschäftsführer Claus Eppmann am Freitag in der Emder Nordseehalle. Foto: Romuald Banik
Klinik-Geschäftsführer Claus Eppmann am Freitag in der Emder Nordseehalle. Foto: Romuald Banik
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Zu Beginn der Planungen für das Mega-Projekt in Uthwerdum war von 250 Millionen Euro die Rede, später von bis zu 410 Millionen. Nun gibt es eine aktualisierte Berechnung, die deutlich höher liegt.

Emden/Aurich/Norden - Emden/Aurich - Bis zu 772 Millionen Euro könnte die geplante Zentralklinik in Uthwerdum nach aktuellen Berechnungen kosten. Die eigentlichen Klinikgebäude könnten demnach mit bis zu 720 Millionen Euro zu Buche schlagen. Dazu kämen noch Kosten für die umliegende Infrastruktur wie eine neue Brücke über die Bundesstraße, ein Klärwerk sowie die Verlegung von Busbahnhof und Rettungswache von rund 52 Millionen Euro..

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Am Ende müsse es nicht tatsächlich soviel kosten. Doch bis zu dieser Summe, sei eine Wirtschaftlichkeit gegeben, erklärte Claus Eppmann, Geschäftsführer der Klinik-Trägergesellschaft Aurich-Emden-Norden am Freitag bei einem Pressegespräch. Er sprach von einem „außerordentlich wirtschaftlichen Projekt“.

Baukostensteigerung mit 20 Prozent angesetzt

In den Unterlagen für den Förderantrag, den die Klinik-Gesellschaft vergangene Woche beim Land Niedersachsen in Hannover abgegeben hat, wird nur eine förderfähige Summe von 567 Millionen Euro genannt. Dazu kommen aber noch Grundstücke und Ausgleichsflächen für 19 Millionen Euro, zusammen 586 Millionen Euro. In einer Wirtschaftlichkeitsberechnung wird zudem von einer Baukostensteigerung bis zur Eröffnung 2028 von rund 20 Prozent ausgegangen. Man müsse fest von einer deutlichen Steigerung in den kommenden Jahren ausgehen, so Eppmann. Wie hoch diese werde, könne man derzeit nicht sagen. „Unsere Hoffnung ist natürlich, dass die Steigerung nicht so hoch ist“, sagte der Auricher Landrat Olaf Meinen. Zur Baukostensteigerung kommen laut Trägergesellschaft weitere Faktoren, sodass man bei 720 Millionen Euro landet. Doch obendrauf kommen noch 52 Millionen für die Infrastruktur, die der Landkreis und andere Träger investieren müssen.

Förderquote von 75 Prozent vom Land Niedersachsen nötig

Die Wirtschaftlichkeitsberechnung geht von einer Förderquote von 75 Prozent durch das Land aus. Die restlichen 25 Prozent könnten aus dem laufenden Betrieb erwirtschaftet werden, erklärte Eppmann. Man rechne mindestens mit einer schwarzen Null „oder etwas darüber“, zumindest ab dem dritten Betriebsjahr. Bei einer Förderquote von 75 Prozent der förderfähigen 720 Millionen müssten der Landkreis Aurich und die Stadt Emden noch 180 Millionen Euro Eigenanteil aufbringen – jeweils also 90 Millionen.