Aurich

Landkreis Aurich zu Kita-Übernahme: Es geht um Qualität

| | 24.02.2022 19:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert. Archivfoto: Romuald Banik
Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert. Archivfoto: Romuald Banik
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Am Montag überraschte Aurichs Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert die Bürgermeister mit einem radikalen Vorstoß in Sachen Kita-Übernahme. Nun äußert sich die Kreisverwaltung zu den Gründen.

Aurich - Für heftigen Wirbel hat am Montag die Ankündigung von Landrat Olaf Meinen und Erstem Kreisrat Dr. Frank Puchert gesorgt, alle 126 Kindertagesstätten, darunter zahlreiche von den Kommunen selbst betriebene, wieder in die Zuständigkeit des Landkreis Aurich zu übernehmen.

Wie berichtet, hatten die Bürgermeister immer wieder deutlich über die stetig steigenden Kosten und finanzielle Hilfe vom Kreis gefordert. Mit dem überraschenden Vorstoß am Montag waren die Bürgermeister jedoch nicht einverstanden.

Landrat: Bald wieder Treffen mit Bürgermeistern

Man werde sich „selbstverständlich“ demnächst wieder mit den Bürgermeistern an einen Tisch setzen und über das Thema sprechen, sagte Meinen am Donnerstag auf ON-Anfrage. So gebe es zum Beispiel im März eine reguläres Treffen mit den Bürgermeistern.

Er selbst sei 13 Jahre lang Bürgermeister in Großefehn gewesen und habe auf der anderen Seite des Tisches gesessen. „Wir haben auch heftig gestritten, sind aber immer zu Lösungen gekommen.“ Die Kita-Verhandlungen habe auch damals schon Frank Puchert geführt, nicht der Landrat selber.

Ziele: Bessere Vergleichbarkeit und hohe Qualität

Die Kreisverwaltung nahm auf ON-Anfrage auch zu den Gründen ihres überraschenden Vorstoßes Stellung. Zwei Ziele seien ein besser vergleichbares Betreuungsangebot und eine hohe Qualität. Derzeit gebe es deutliche Unterschiede bei den Betreuungsangeboten und der Qualität der Gebäude in den Gemeinden. Der Landkreis wolle künftig ein besser vergleichbares Angebot schaffen, heißt es.

Aktuell geplante Ausbauprojekte der Gemeinden sollten fortgeführt werden können. Um die Übernahme gut zu gestalten, sei „eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Landkreis während der Planungs- und Übergangsphase erforderlich“. Und: „Hier ist wichtig, mit den Gemeinden eine kollegiale und konstruktive Basis zu finden.“

Gemeinden sollen Fragenkatalog beantworten

Der Kreis habe vor der Übernahme viele Punkte zu klären und aufzubereiten. Zur Vorbereitung sei an die Gemeinden ein umfangreicher Fragenkatalog versandt worden – betreffend Informationen zu Personal, Gebäudebestand, Neu- und Ausbaupläne, pädagogischen Konzepten und Finanzsituation.

Mit der Übernahme der kommunalen Kitas biete sich die Chance, die Qualität der frühkindlichen Bildungs- und Lernprozesse weiterzuentwickeln und eine größere Vielfalt konzeptioneller Ansätze zu erproben. Man wolle einen „einheitlichen Qualitätsstandard“ schaffen, heißt es.

Die Frage nach einer dritten Betreuungsfachkraft in Krippengruppen sei „eher unspektakulär“, da diese bereits jetzt ab dem elften Kind einer Gruppe über das Land finanziert und ab August 2025 gesetzlicher Mindeststandard werde, heißt es. Und mit den freien Trägern strebe man eine Fortsetzung der Zusammenarbeit an.

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