Brookmerland

Krieg in der Ukraine: Kirchenkreis Norden ruft zum Friedensgebet

| | 24.02.2022 12:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Menschen bleiben stehen und lesen: Nachrichten zum Ukraine-Konflikt werden auf einem Bildschirm im Frankfurter Hauptbahnhof angezeigt. Foto: DPA
Menschen bleiben stehen und lesen: Nachrichten zum Ukraine-Konflikt werden auf einem Bildschirm im Frankfurter Hauptbahnhof angezeigt. Foto: DPA
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Superintendent Dr. Helmut Kirschstein ist fassungslos über den Ausbruch eines Krieges in Europa. Am Freitag findet kirchenkreisweit eine Aktion statt. Auch andere Einrichtungen zeigen sich entsetzt.

Brookmerland/Norden - Angesichts des russischen Einmarsches in die Ukraine ruft der Kirchenkreis Norden seine Gemeinden und Gläubigen zu einem Friedensgebet auf.

Kirschstein bittet alle Kirchengemeinden im Kirchenkreis Norden, am Freitag, 25. Februar, um „fünf vor zwölf“ die Glocken läuten zu lassen und für 12 Uhr zum Friedensgebet einzuladen. „Ich weiß, dass das sehr plötzlich ist – aber wenn über Nacht Krieg heraufzieht, können wir nicht länger warten“, so Kirschstein.

Ohnmacht angesichts der Entwicklungen

Er gehe davon aus, dass die gemeinsame Aktion in allen Gemeinden stattfinden wird, teilte der Superintendent mit. Auch die Mitglieder im Arbeitskreis Norder Ökumene seien eingeladen, sich in ihren Kirchen und Gemeinden zu beteiligen, so weit dies spontan möglich sei. In der Ludgerikirche Norden wird Kirschstein selbst die Friedensandacht halten. „Christen aller Konfessionen, aber gerne auch Menschen anderen Glaubens oder anderer Weltanschauung sind herzlich dazu eingeladen“, so Kirschstein.

Ukrainische Soldaten in einem Militärfahrzeug am Donnerstag. Russische Truppen haben in der Nacht ihren erwarteten Angriff auf die Ukraine gestartet. Präsident Putin wies internationale Verurteilungen und Sanktionen zurück und warnte andere Länder, dass jeder Versuch einer Einmischung zu "Konsequenzen führen würde, die Sie noch nie gesehen haben." Foto: DPA
Ukrainische Soldaten in einem Militärfahrzeug am Donnerstag. Russische Truppen haben in der Nacht ihren erwarteten Angriff auf die Ukraine gestartet. Präsident Putin wies internationale Verurteilungen und Sanktionen zurück und warnte andere Länder, dass jeder Versuch einer Einmischung zu "Konsequenzen führen würde, die Sie noch nie gesehen haben." Foto: DPA

Der Superintendent spricht von Fassungslosigkeit angesichts der Tatsache, dass ein Krieg in Europa nicht nur drohe – sondern dass er über Nacht bittere Realität geworden sei. „Ohnmächtig müssen wir mit ansehen, dass ein Aggressor ohne Rücksicht auf Staats-, Völker- und Menschenrechte ein Nachbarland bedroht und überfällt“, so Kirschstein.

Bitte um Weisheit

In der Ohnmacht bleibe das Gebet. In allen Erschütterungen dieser Tage dürfe das Gottvertrauen nicht erschüttert werden. Die Gläubigen sollen deshalb nicht nur um Frieden, sondern auch um Weisheit beten, „dass wir selbst uns – bei aller erforderlichen Klarheit, die dem Bösen widersteht - nicht von Kriegs-Rhetorik und kriegerischem Denken okkupieren lassen, sondern die Stimme für Menschenwürde und Menschenrecht erheben und die Hoffnung auf Gerechtigkeit und Frieden wachhalten“, so der Superintendent.

Kirchenpräsidentin: Es droht eine humanitäre Katastrophe

Auch die Evangelisch-reformierte Kirche ruft zum Friedensgebet auf. Dieses soll am Freitagabend um 18 Uhr nach einem weithin hörbaren Glockengeläut stattfinden, wie der Sprecher des Landeskirchenamts Ulf Thiele mitteilte. „Ein Krieg in unserer Nähe ist heute Realität. Es droht die Gefahr, dass viele Menschen ihr Leben verlieren. Es droht eine humanitäre Katastrophe“, so Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden. Sie bittet darum, am Freitagabend „ein sichtbares und hörbares Zeichen für den Frieden in Europa“ zu setzen.

Die Kirchenpräsidentin wird am Freitagabend in ihrer Heimatgemeinde Leer-Loga zusammen mit dem dortigen Pastor Ingo Brookmann für den Frieden beten.

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