Südbrookmerland
130 Einsatzkräfte und 10.000 Sandsäcke gegen das Wasser
In Bedekaspel kämpfen Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW auch in der Nacht noch gegen die Überflutung. Sie haben am Schöpfwerk Victorbur eine mobile Pumpe aufgebaut und füllen Sandsack um Sandsack.
Aurich - Die Parkplätze am Großen Meer sind noch am Montagabend voller Fahrzeuge von Feuerwehr und THW. Im Akkord schippen die Einsatzkräfte Sand in Säcke, um die Häuser im Reiher- und im Hasenweg vor eindringendem Wasser zu sichern.
Das THW aus Emden ist zudem mit besonderen Sperren und Fachleuten vor Ort. Diese Sperren können mit Wasser oder Luft gefüllt werden, wie der Wiegboldsburer Feuerwehrsprecher Fabian de Buhr sagte. Anfangs habe es nicht so ausgesehen, dass sie eine große Wirkung hätten, doch inzwischen zeige sich, dass diese Technik an entscheidenden Stellen etwas bewirke.
Gemeindebrandmeister: Lage am Damm relativ im Griff
Zusätzlich füllen Feuerwehrleute auf dem Parkplatz am Haus am Meer im Akkord Sandsäcke, die ebenfalls als Barriere im Ferienhausgebiet dienen sollen. Fachleute vom THW Emden und Norden unterstützen sie dabei. Laut de Buhr sollen bis zum Morgen rund 10.000 Säcke gefüllt sein. Nach mehreren Tagen im Sturmeinsatz sei die Erschöpfung langsam zu spüren. Man hoffe, dass am späten Abend noch einmal eine Ablösung komme, wenn die Arbeiter nach der VW-Spätschicht mit anpacken.
Laut Gemeindebrandmeister Fokko Westerbur waren am Abend rund 130 Einsatzkräfte vor Ort. Der Damm, der am frühen Abend am Schöpfwerk in Forlitz-Blaukirchen gebrochen war, beschäftigte die Einsatzkräfte auch noch in der Dunkelheit. „Da haben wir die Lage jetzt aber relativ im Griff“, so Westerbur.
Mobile Pumpe als Ersatz
Das THW Norden ist zudem mit dem NLWKN am Schöpfwerk Victorbur an der Schöpfwerkstraße im Einsatz. Dort war eine der regulären Pumpen ausgefallen, wie Bernd Frerichs vom THW Norden sagte. Zusammen mit dem NLWKN baute das THW dort eine mobile Pumpe auf, die eigentlich zum Havariekommando gehört. Sie kann laut Gerrit Groon vom NLWKN 70 Kubikmeter Wasser pro Stunde, vielleicht sogar mehr, in Richtung Emden pumpen, um den nördlichen Bereich des Großen Meeres zu entlasten.
Gegen 22.30 Uhr hatten die Einsatzkräfte es geschafft, dass der Pegel konstant gehalten wurde, also trotz des anhaltenden Regens immerhin nicht weiter anstieg. Das Wasser werde nun mit Druck in Richtung Knock gepumpt, wo es derzeit zwar auch nicht abfließen könne, so Frerichs. In dieser Richtung gebe es aber noch Überflutungsflächen, die volllaufen könnten.
Jan van Dyk vom I. Entwässerungsverband Emden inspizierte unterdessen zusammen mit der Feuerwehr einige sensible Stellen, an denen kleinere Dämme brechen könnten. Würden diese weggespült, könnte das gepumpte Wasser sich sonst einen Weg zurück in die Bereiche bahnen, die gerade besonders gefährdet sind.