Bedekaspel
Hochwasser am Großen Meer: Zahlreiche Helfer im Einsatz
In Bedekaspel ist das Große Meer über die Ufer getreten und hat mehrere Häuser und Straßen unter Wasser gesetzt. Helfer versuchen, Schlimmeres zu verhindern.
Bedekaspel - Land unter am Großen Meer: In Bedekaspel in der Gemeinde Südbrookmerland sind mehrere Straßen überflutet. Tausende Liter Wasser ergießen sich aus Nebenarmen des Großen Meeres auf die anliegenden Grundstücke. Auch einige Häuser sind bereits voll Wasser gelaufen. Feuerwehr und Mitarbeiter des Südbrookmerlander Bauhofs versuchen mit Sandsäcken, betroffene Gebäude zu schützen. Eine Besserung der Lage ist bislang nicht in Sicht. Weitere Kräfte sind auf dem Weg.
Im Hasenweg und im Reiherweg geht nichts mehr. Wasser, soweit das Auge reicht. In der Nacht zu Montag traten dort Nebenarme des Großen Meeres über die Ufer. Der Großteil der dort stehenden Häuser ist nicht dauerhaft bewohnt, sondern wird von Gästen als Urlaubsunterkunft genutzt. Die Schäden dürften immens sein. Am Nachmittag wurde das Technische Hilfswerk zur Unterstützung dazu gerufen und soll weitere Sandsäcke liefern. Weil nicht nur die Häuser, sondern auch die Elektroanschlüsse der Gebäude unter Wasser stehen, hat der Energieversorger EWE den Strom abgeschaltet. Vor allem für diejenigen, die einen festen Wohnsitz im betroffenen Gebiet haben, ist das ein großes Problem.
Sielen unmöglich
Den Einsatzkräften der Feuerwehr bleibt kaum anderes übrig, als mit Sandsäcken zu versuchen, Schlimmeres zu verhindern. Pumpen kommen nicht zum Einsatz - es gibt keine Möglichkeit, das Wasser loszuwerden. Das bestätigt auch Jan van Dyk vom zuständigen Entwässerungsverband Emden. Sämtliche Gewässer im Verbandsgebiet sind voll. Wie berichtet, sind mehrere Faktoren dafür verantwortlich. So kann der Entwässerungsverband wegen des Wetters der vergangenen Tage deutlich weniger Wasser in die Nordsee abgeben als sonst üblich. Hohe Wasserstände außendeichs machen das sogenannte Sielen unmöglich. Zwar laufen laut van Dyk sämtliche Pumpen auf Hochtouren. Das genügt aber nicht.
Ein weiteres Problem ist der Wind. Der, so van Dyk, hält das Wasser förmlich im Großen Meer fest. Der Wasserstand dort sei etwa 20 bis 30 Zentimeter höher als anderswo im Verbandsgebiet. Üblicherweise soll das Wasser bei zu hohen Pegelständen über die Stauwehre aus dem Großen Meer herauslaufen. Aktuell ist es aber umgekehrt: Statt hinaus läuft immer mehr Wasser hinein. Ein Ass im Ärmel hat der Entwässerungsverband nicht mehr. Man könne nur abwarten, bis sich die Wetterlage entspanne. Danach sieht es jedoch nicht aus. Meteorologen gehen von weiteren Niederschlägen aus.
Für Anwohner heißt es also hoffen, dass es nicht noch schlimmer wird und die Maßnahmen der Feuerwehr helfen. Ralf Müller hofft, dass das Wasser nicht noch weiter steigt. Er betreut eines der Ferienhäuser am Reiherweg. Bislang ist offenbar noch kein Wasser in das Haus eingedrungen. Ob es dabei bleibt, hängt vom Wetter ab.