Aurich
Immobilienpreise in Ostfriesland kräftig weiter gestiegen
Seit mehr als zehn Jahren steigen die Immobilienpreise in Ostfrieslandg. Die Entwicklung hat sich 2021 fortgesetzt. Fachmann Martin Homes vom Gutachterausschuss macht eine Prognose für die nächsten Jahre.
Aurich/Ostfriesland - Deutlich weiter gestiegen sind im vergangenen Jahr die Preise für Grundstücke, Häuser und Wohnungen im Landkreis Aurich und ganz Ostfriesland. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern waren es satte 20 Prozent Preissteigerung. In den vergangenen acht Jahren haben sich die Preise verdoppelt.
Eine derart „riesengroße“ Preisentwicklung habe er in den vergangenen Jahrzehnten noch nicht erlebt, sagte Martin Homes, Vorsitzender des Gutachterausschusses beim Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) in Aurich. Bis 2010 habe es eigentlich kaum Preissteigerungen bei den Häusern gegeben. Derzeit sei die Nachfrage aber ungebrochen. Das Angebot sei zugleich durchaus ausreichend vorhanden.Ein nennenswerter Einfluss der Corona-Pandemie auf den Immobilienmarkt sei nicht erkennbar, so Homes. Im Vergleich zu städtischen Ballungsgebieten, sei die Entwicklung in Ostfriesland aber, von Ausnahmen auf den Inseln, noch moderat.
Gut 2,8 Milliarden Euro Umsatz mit Immobilien in Ostfriesland
Dank der weiter gestiegenen Preise erreichte der Markt mit 2,81 Milliarden Euro in Ostfriesland einen neuen Rekordumsatz – und das, obwohl ein Prozent weniger Grundstücksgeschäfte als im Vorjahr verzeichnet wurden. Insgesamt 12.015 Vertragsvorgänge gab es in den Landkreisen Aurich, Leer, Wittmund und Friesland sowie den beiden kreisfreien Städten Emden und Wilhelmshaven im vergangenen Jahr.
Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern stiegen die Verkaufszahlen um vier Prozent auf 4496 Verträge, davon 1605 im Kreis Aurich.
Der durchschnittliche Kaufpreis für ein Einfamilienhaus, Baujahr 1980, mit 140 Quadratmetern Wohnfläche lag zwischen 230.000 im ländlichen und 280.000 Euro im städtischen Bereich. Ein Einfamilienhaus vom Baujahr 2010 mit 140 Quadratmetern kostet in der Stadt Aurich mittlerweile rund 400.000 Euro, vom Baujahr 1980 rund 270.000 Euro. Ähnlich teuer sind die Häuser in den Städten Leer, Emden und Norden.
Auch bei den Reihenhäusern und Doppelhaushälften sind die Preise deutlich gestiegen, im Durchschnitt um 14 Prozent. In diesem Segment gab es 829 Verträge – vier Prozent mehr als im Vorjahr (191 im Kreis Aurich). Die Kaufpreise schwankten bei Objekten vom Baujahr 2000 und 100 Quadratmeter Wohnfläche zwischen 230.000 im ländlichen und 280.000 Euro im städtischen Bereich.
Mehr als 11.000 Euro pro Quadratmeter auf Norderney
Bei den Wohnungen waren es 2534 Verträge, was einer Abnahme von zwei Prozent entspricht – davon 759 im Kreis Aurich. Die Preise für Wohnungen stiegen um zehn Prozent. Der durchschnittliche Kaufpreis lag im Binnenland bei etwa 2000 Euro pro Quadratmeter, in den Küstenbadeorten bei etwa 3500 Euro. Auf den Inseln lag das Preisniveau deutlich höher, zum Beispiel auf Borkum mit 6700 Euro pro Quadratmeter und auf Norderney mit 11.400 Euro.
Der Verkauf von Baugrundstücken für den Wohnungsbau ist 2021 deutlich zurückgegangen, um rund 16 Prozent auf 1032 Geschäfte. Doch zugleich waren auch hier die Preise um deutliche zehn Prozent gestiegen.
Deutlich zugenommen haben 2021 die Verkäufe von Gewerbebaugrundstücken – um elf Prozent auf 146 Kaufverträge in Ostfriesland. „Die Gewerbetreibenden sind trotz Corona optimistisch und investieren“, sagte Fachmann Martin Homes. Die Preise für die Gewerbegrundstücke lagen überwiegend auf dem geringen Niveau der Vorjahre, so Fachmann Homes.
Ausnahme Landwirtschaftsflächen
Einen Trend zu weniger Vertragsgeschäften gibt es bei Landwirtschaftsflächen. 2021 waren es 604 Verträge, sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Gegenüber 1990 sei hier ein Rückgang um 50 Prozent festzustellen. Die Preisen seien nur leicht um drei Prozent gestiegen. „Da sieht man den Strukturwandel in der Landwirtschaft hin zu weniger, aber größeren Betrieben.“
Durchschnittliche Einfamilienhäuser kosten in Aurich mittlerweile rund 400.000 Euro
Der durchschnittliche Kaufpreis für ein Einfamilienhaus, Baujahr 1980, mit 140 Quadratmetern Wohnfläche lag zwischen 230.000 im ländlichen und 280.000 Euro im städtischen Bereich. Ein Einfamilienhaus vom Baujahr 2010 mit 140 Quadratmetern kostet in der Stadt Aurich mittlerweile rund 400.000 Euro, vom Baujahr 1980 rund 270.000 Euro. Ähnlich teuer sind die Häuser in den Städten Leer, Emden und Norden.
Auch bei den Reihenhäusern und Doppelhaushälften sind die Preise deutlich gestiegen, im Durchschnitt um rund 14 Prozent. Bei den Wohnungen waren es immer noch rund zehn Prozent.
Fachmann geht von weiterer Steigerung aus
Für die nächsten Jahre geht Martin Homes von weiteren Preissteigerungen bis zu zehn Prozent auf dem ostfriesischen Immobilienmarkt aus. Steigerungen von 20 Prozent wie aktuell werde es aber wohl nicht dauerhaft geben. „Das könnte die heimische Bevölkerung nicht mehr zahlen“, so Homes.