Aurich
Auricher Schulleiter begrüßen Lockerungspläne
Klassenfahrten erlauben, weniger Tests, Wegfall der Maskenpflicht: der niedersächsische Landesregierung plant schrittweise Erleichterungen. Vor allem eine Möglichkeit freut die Auricher Schulleiter.
Aurich - Mittlerweile sei die Zeit wohl reif für Lockerungen, sagt Kai Münzel. Und so begrüßt der Leiter der Auricher Lamberti-Grundschule die angekündigte „Exit-Strategie“ für die nächsten Wochen, die der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Donnerstag vorgestellt hat. Ab 21. März müssen die Grundschüler keine Masken mehr im Unterricht tragen, sondern nur noch in den Fluren und Treppenhäusern. Ab dem 2. Mai soll die Maskenpflicht im Unterricht dann auch für alle Schüler weiterführender Schulen wegfallen.
Aus medizinischer Sicht seien die Masken sicher sinnvoll gewesen, sagte Münzel auf ON-Anfrage. „Aber alle freuen sich darauf, wenn man mal wieder ein lachendes Gesicht sieht“, so der Schulleiter. Aus seiner Sicht hätte es auch gereicht, wenn man noch bis nach den Osterferien mit dieser Lockerung gewartet hätte. Doch insgesamt sieht Münzel den Plan des Ministers positiv. So begrüßt er, dass das Verbot von Klassenfahrten nicht über die Osterferien hinaus verlängert wird. Darauf freuen sich vor allem die Viertklässler, die im Frühjahr Fahrten planen, berichtet Münzel.
Leichte Bedenken beim Wegfall der Maskenpflicht
Der Leiter des Gymnasiums Ulricianum, Rüdiger Musolf, fand das rigorose Verbot der Klassenfahrten ohnehin „überzogen“. Daher begrüße er, dass diese Maßnahme nicht verlängert wird. Beim geplanten Wegfall der Masken im Unterricht habe er dagegen „ein bisschen die Stirn gerunzelt“, räumt Musolf ein. Denn die Masken seien ein Stück Sicherheit gewesen. Andererseits werde die Kommunikation mit den Schülern dann wieder freier. Ab Montag, 7. März, müssen sich Schüler außerdem nicht mehr täglich testen, sondern nur noch dreimal pro Woche (montags, mittwochs, freitags). In den eineinhalb Wochen nach den Osterferien (20. bis 29. April) wird dann noch einmal täglich getestet – und danach soll die Testpflicht wegfallen.
Ein Problem am Ulricianum sei derzeit, dass es eine nennenswerte Gruppe von Schülern gibt, die sich zuletzt mehrfach nicht testeten. Allein an der Hauptstelle seien das zuletzt 16 Schüler gewesen. An einigen Tagen hätten sich rund 30 Schüler in der Schule nachtesten lassen müssen. Das sei personell nicht zu stemmen, so Musolf. Er will an die Eltern der betreffenden Schüler deshalb nun in einem Brief appellieren.
Leiterin der Realschule: „Dürfen nicht zu unvorsichtig werden“
Die Leiterin der Realschule Aurich, Kathrin Peters, begrüßt die Lockerungen im Grundsatz, findet aber, dass diese nun „ganz schön schnell“ kommen. „Wir wünschen uns einen normalen Schulalltag, aber nicht um jeden Preis. Wir dürfen nicht zu unvorsichtig werden“, sagt Peters. In den vergangenen Wochen habe es deutlich mehr infizierte Kinder gegeben als in den ganzen knapp zwei Jahren davor. „Da fühlen sich die geplanten Lockerungen schon etwas komisch an.“
Ganz klar begrüßt Peters auf jeden Fall das Ende des Klassenfahrtsverbots. Und auch die Prüfungen im Mai können nun wohl ohne Masken stattfinden. Der Leiter der IGS Ihlow, Günter Tautz, hofft, dass es auch für Veranstaltungen wie Elternabende Klarheit und Lockerungen gibt. Durch die geplanten Erleichterungen gewinne man pädagogische Freiheit und auch ganz konkret Unterrichtszeit, die derzeit noch für Hygienemaßnahmen beansprucht wird.