Aurich

Auricher Jugend boxt ihre Ideen noch in den Förderantrag

| | 16.02.2022 20:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wände mit Kunst zieren seit Dezember die Osterstraße überall dort, wo sich Baulücken auftun. Die Auricher Jugend setzt auf mobile Wände, die als freie Kunstfläche Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden und neue Akzente in die Innenstadt bringen. Foto: Romuald Banik
Wände mit Kunst zieren seit Dezember die Osterstraße überall dort, wo sich Baulücken auftun. Die Auricher Jugend setzt auf mobile Wände, die als freie Kunstfläche Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden und neue Akzente in die Innenstadt bringen. Foto: Romuald Banik
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Nach der Projektvorstellung für die Belebung der Auricher Innenstadt waren einige Jugendliche zunächst enttäuscht. Nun haben sie der Verwaltung einige Ideen nähergebracht. Unter anderem geht es um Moosfitis.

Aurich - Bei der Vorstellung der Projekte für das Förderprogramm „Perspektive Innenstadt“ gab es für Citymanagerin Vicki Janssen am vergangenen Donnerstag einige Anmerkungen aus der Politik – aber keinen Sturm der Empörung. Unumwunden enttäuscht zeigten sich jedoch die jugendlichen Gäste der Sitzung, die keine ihrer eingereichten Ideen eingearbeitet sahen.

Doch nun besteht Hoffnung für die jungen Auricher – wenn die Politik in der Ratssitzung am heutigen Donnerstag mitzieht.

Kurzfristig wurde nach der Ausschusssitzung ein Treffen von Vertretern der Linksjugend, der Grünen Jugend und weiteren Jugendlichen mit Bürgermeister Horst Feddermann, Citymanagerin Vicki Janssen und Vertreterinnen des Familien- und Jugendzentrums anberaumt.

Spielelemente und mobile Graffiti-Wände gehören zu den Wünschen

Wie Lorenz Bahro von der Grünen Jugend im Auftrag der Jugendlichen mitteilte, konnten sie dort ihre Ideen vortragen. Nach reger Diskussion darüber, wie die Innenstadtprojekte für Jugendliche attraktiver gemacht werden können, wurden als Ideen eine alternative Stadtbegrünung sowie Spielelemente, die als Treffpunkt dienen sollen, und mobile Graffiti-Wände festgehalten. Die Graffiti- Wände könnten als sich wandelnder und öffentlicher Kunstraum genutzt werden, so die Idee der Auricher Jugendlichen.

Die mobilen Kunstwände wären aus Sicht de Jugend auf dem Marktplatz gut untergebracht. An den Wochenmarkttagen könnten sie zur Seite gerückt werden.

Vor allem eine neue Idee sei bei der Verwaltung gut angekommen, sagte Bahro. Er habe von sogenannten Moosfitis gehört. Dabei würden Moossamen in einem Brei als Kunstwerk aufgebracht, das im Sommer als Moosfläche sichtbar werde und sogar blühe. „Das ist innovativ und würde einen echten Hingucker bringen.“.

Günstige Angebote für den Aufenthalt in der Stadt gewünscht

Auch ein sommerliches Open-Air-Kino auf dem Georgswall und Foodtrucks mit Mahlzeiten für kleines Geld seien Ideen, die aus Sicht der Jugend verfolgt werden sollten. Sie könnten in Freistunden und der Mittagspause genutzt werden – ebenso wie ein Schüler-Café mit Angeboten zum kleinen Preis, das die Jugendlichen in die Innenstadt locke.

Geärgert hatten sich die Jugendlichen über den Vorschlag der Verwaltung, Anlehnstangen für junge Leute aufzustellen. Viel sinnvoller sei es, ungewöhnliche Möbel von Jugendlichen selber bauen zu lassen, so Bahro.

Andere Ideen, die die Jugendlichen vergangene Woche in der Sitzung geäußert hatten – wie beispielsweise ein Skatepark unter freiem Himmel – passen nicht in das Förderprogramm, weder finanziell noch zeitlich. Das sei bei dem Gespräch klar geworden, so Bahro.

Die Ideen sollen dennoch weiter verfolgt werden – und zwar am 3. März beim nächsten Treffen von „Jugend gestaltet Aurich“ im Familienzentrum. „Wir hoffen, dass es einige der Ideen in das Sofortprogramm schaffen und fordern weiterhin, dass engagierte Jugendliche in die Stadtplanung miteinbezogen werden, so wie es die Stadt Aurich uns gestern zugesichert hat“, so Bahro.

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