Aurich

Weshalb es beim TuS Aurich-Ost eine Skisportabteilung gibt

| | 15.02.2022 15:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der TuS Aurich-Ost war Anfang des Jahres mit einer Skifreizeit im österreichischen Ladis unterwegs. Eine Woche lang probierten sich (von links) Annette Schiller-Tjaden, Elke Sauer, Gerhard Olthoff, Vanessa Plate Sara Sukatsch, Jano Becker, Ilka Buschmann, Lilith Buschmann, Pia Becker, Christine Zimmerling, Saskia Buschmann und Holger Wessels auf Skiern und Snowboards aus Foto: privat.
Der TuS Aurich-Ost war Anfang des Jahres mit einer Skifreizeit im österreichischen Ladis unterwegs. Eine Woche lang probierten sich (von links) Annette Schiller-Tjaden, Elke Sauer, Gerhard Olthoff, Vanessa Plate Sara Sukatsch, Jano Becker, Ilka Buschmann, Lilith Buschmann, Pia Becker, Christine Zimmerling, Saskia Buschmann und Holger Wessels auf Skiern und Snowboards aus Foto: privat.
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Seit zwei Jahren bereitet die Skisportsparte des TuS Interessierte auf den Einsatz auf Skipisten vor. Nach einer Corona-Pause sollte es wieder hinauf in den Schnee gehen. Die Tour stand auf der Kippe.

Aurich – Beim TuS Aurich-Ost wird Vielfalt großgeschrieben. Neben den klassischen Sparten wie Laufen, Kampfsport, Gymnastik, Tennis, Tischtennis und Wassersport gesellen sich auch Nischenangebote wie Boule und Liegeradsport. Wer auf der Homepage herumstöbert, trifft am Ende der Liste der Angebote auf ein für hiesige Verhältnisse ungewöhnliches Angebot. Beim TuS gibt es seit zwei Jahren die Sparte Skisport.

Saskia Buschmann leitet die Sparte Skisport beim TuS Aurich-Ost. Foto: Romuald Banik
Saskia Buschmann leitet die Sparte Skisport beim TuS Aurich-Ost. Foto: Romuald Banik

Im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten sagte Spartenleiterin Saskia Buschmann: „Wir wollten etwas für den Wintersport in Aurich anbieten. Das ist für den Verein ein Alleinstellungsmerkmal.“

Grünes Licht erst kurz vor Start

Anfang des Jahres hat sie sich mit ihrer Gruppe auf nach Österreich gemacht. Nach Ladis im Bundesland Tirol. Die Tour stand lange auf der Kippe. Erst kurz vor Fahrtbeginn gab Buschmann grünes Licht, weil Österreich die Corona-Einreisebestimmungen gelockert hatte. Zwei Dutzend Frauen, Männer und Kinder machten sich mit zwei Autos auf in den Schnee.

„Die Tour hat sich gelohnt und allen sehr viel Spaß gemacht“, bilanziert Buschmann. Das Beste habe es aber zum Schluss gegeben. Alle seien wohlbehalten und coronafrei zurückgekehrt. Für Buschmann war es die dritte Aktion der Skiabteilung.

Idee kommt aus Tennisabteilung

Die Idee zur Gründung der neuen Abteilung entstand bei einem Gespräch mit einem Vereinskollegen aus der Tennisabteilung. Buschmann kam über das Tennisspielen zum TuS Aurich-Ost. Dort traf sie auf Uwe Bender, der die Tennissparte leitet. Neben Tennis steht bei beiden auch das Skilaufen hoch im Kurs. Es dauerte nicht lange und die Idee für die Skisport-Sparte wurde beim TuS umgesetzt.

Buschmann betreut rund ein Dutzend Frauen, Männer und Kinder. Einmal wöchentlich trifft sich die Gruppe zur Skigymnastik. Dabei wird Ausdauer trainiert, ebenso Gleichgewichts- und Stabilisierungsübungen. Die Teilnehmer werden fit gemacht, damit sie sich im Winter auf den Skipisten ausprobieren können. Während der Corona-Epidemie fielen zuvor einige geplante Skireisen aus. „Das war schade, aber wir wollten kein Risiko eingehen. Die Gesundheit ging vor“, so Buschmann.

Skilaufen als Aufladegerät

Sie ließ sich aber nicht entmutigen und hoffte auf bessere Zeiten. Auch deshalb, weil für sie der Skisport eine besondere Sache ist. Die 42-Jährige bekennt: „Ein Tag auf der Piste ist für mich vergleichbar mit einer Woche Erholungsurlaub am Strand. Skilaufen macht meine Akkus einfach schnell voll, ist sozusagen ein super Aufladegerät. Mit reichlich Sonne und frische Luft, das ist einfach klasse.“

So war es auch diesmal in Ladis. Dort machte sich aber die Sonne rar. Zwei, drei Tage schien sie, ansonsten war das Wetter eher durchwachsen, erzählt Buschmann. Zum Vergnügen auf Skiern oder Snowboards gesellten sich in Österreich Corona-Auflagen. Maskenpflicht in den Lifts, den Skipass gab es nur für Geimpfte oder Genesene (2G). Die Vergnügungen nach dem Skifahren (Aprés-Ski) waren stark eingeschränkt. Damit hatten die Ostfriesen keine Probleme. „Wir haben trotzdem unseren Spaß gehabt. Es hat echt viel Laune und Lust auf mehr gemacht“, meint Buschmann.

„Kein Typ für das Sportstudio

Die gebürtige Auricherin ist sportlich vielseitig aufgestellt. Sie ist bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in der Schwimmausbildung tätig. Ebenso kümmert sich die Polizistin um den Schwimmsport bei der Polizei. Buschmann zieht Sport im Freien mit Radfahren und Laufen der Halle vor. „Ich muss raus, zwei bis dreimal die Woche“, sagt sie, „weil ich kein Typ für das Sportstudio bin.“ Eine der wenigen Ausnahmen, wo sie Sport in den eigenen vier Wänden genießt, ist Billard.

Sie schaut im TV begeistert den Snooker-Spielern zu, wie sie mit dem Queue die Bälle in die Taschen des Tisches versenken. Auch schaut sie gerne Biathlonwettbewerbe im Fernsehen an, so wie bei der Olympiade in China. Buschmann ist ehrgeizig. Immer dann, wenn es heißt, das ist kaum zu schaffen, legt sie sich ins Zeug. So auch bei ihrem ersten und einzigen Marathon in Amsterdam. Da waren die Bedenken in ihrem Umfeld groß, dass sie an der Marathondistanz scheitern würde. Buschmann widerlegte die Bedenkenträger und lief über die Ziellinie.

Ohne Disziplin geht es nicht

Ziele hat sich Buschmann auch in der Politik gesteckt. Bei den Kommunalwahlen im vergangenen Herbst zog sie als CDU-Kandidatin in den Auricher Stadt- und Kreistag ein. Damit nicht genug. Sie kandidiert für die Landtagswahl am 9. Oktober.

Damit sie Beruf, Politik und Privates bespielen kann, setzt Buschmann auf Disziplin und Struktur in ihrem Leben. Ihre Wochen sind eng getaktet, aber es sind genügend Sportaktivitäten eingebaut, um sich wieder zu erden.

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