Aurich

Entscheidung über Umzug von Mach-mit-Museum und Kunstschule am Montag

| | 11.02.2022 21:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der neue Standort für Kunstschule und Museum wird wohl noch mal umgeplant. Foto: Romuald Banik
Der neue Standort für Kunstschule und Museum wird wohl noch mal umgeplant. Foto: Romuald Banik
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Ziehen die Auricher Kunstschule und das Mach-mit-Museum um? Und: Wie viel Platz werden die Einrichtungen am neuen Standort bekommen? Es geht um ein Viertel der Fläche. Und um neue Kosten.

Aurich - Es ist die Gretchenfrage der Auricher Politik, die sich der Verwaltungsausschuss am Montag wieder einmal stellen muss: Wie halten wir es mit Projekten, die lieb und teuer sind, aber in der Umsetzung teurer werden als geplant?

Es geht um den neuen Standort für die Kunstschule und das Mach-mit-Museum am Ende der Osterstraße. Der Traum vom geräumigen Mach-Mit-Museum und einer geräumigen Kunstschule am neuen Standort in der Osterstraße droht zu platzen. Wie berichtet, sind beide Einrichtungen gut besucht und sollen daher nach dem Umzug eigentlich mehr Fläche bekommen.

Raumgewinn sorgte für Mehrkosten

Statt den 150 Quadratmetern, die das Mach-Mit-Museum derzeit zur Verfügung hat, und den 300 Quadratmetern, die die Kunstschule inklusive aller Nebenräume insgesamt nutzt, sollten es am neuen Standort rund 250 Quadratmeter für das Museum und erneut gut 300 Quadratmeter für die Kunstschule werden. Hinzu kämen rund 200 Quadratmeter Nebenflächen für Treppen, Toiletten und ähnliches, die zum Teil in einem Anbau untergebracht werden sollten. All diese Flächen wären dann aber gut auf die Bedürfnisse der Einrichtungen angepasst und am selben Standort.

Nun sieht es allerdings nach Abstrichen aus. Die Frage ist nur, wo diese gemacht werden sollen und können. Die Umbaupläne, die das Architekturbüro DBCO aus Münster im Januar vorstellte, sprengten den Kostenrahmen von 3,4 Millionen Euro deutlich. 850.000 Euro sollten die Sanierung und der Umbau des Hauses plötzlich mehr kosten, als von der Stadtverwaltung zu Beginn des Projekts kalkuliert. Die Ursache: Das denkmalgeschützte Gebäude ist sanierungsbedürftiger als gedacht, die Baukosten sind seit der ersten Kalkulation gestiegen und ein Risikopuffer wurde erst jetzt mit einkalkuliert. Die Stadt ließ im Erdgeschoss ein 130 Quadratmeter großes Café einplanen, um die Mehrkosten durch Mieteinnahmen wirtschaftlicher zu machen und einen weiteren Anziehungspunkt zu schaffen.

Rund 150 Quadratmeter sollen eingespart werden

Diese Idee und die Kostensteigerung im Ganzen stieß in der Politik jedoch auf breite Ablehnung. Architekt Christian Oberteicher wurde aufgefordert umzuplanen.

Die grob kalkulierte Berechnung liegt inzwischen vor, wie Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß im Bauausschuss berichtete. Wenn ein Viertel der Fläche eingespart werde, lasse sich der Kostenrahmen laut Oberteicher voraussichtlich einhalten. Das seien nicht alles städtische Flächen, so Busch-Maaß, sondern es werde dabei beim Museum, bei der Kunstschule und beim Café gespart. Insgesamt handele es sich um etwa 150 Quadratmeter, so Busch-Maaß, allerdings sei ihr noch nicht mitgeteilt worden, um wie viele Quadratmeter es ganz genau gehe. „Das ist in der Summe aber schon ein gewisser Bereich.“ Nicht angetastet werde die Fläche der Wohnung im ersten Geschoss, die mit lebenslangem Wohnrecht vermietet sei.

Umplanung kostet auch Geld

Auf Nachfrage von Richard Rokicki (AWG), ob ein Verzicht auf das Café dann den Verzicht auf den Anbau bedeute, in dem beispielsweise Treppen untergebracht werden sollten, sagte Busch-Maaß, dass nach ihrer Kenntnis bei einem Verzicht auf das Café die Kunstschule dort einziehen könne.

Die für das Museum nötige Technik und die Brandschutzanlagen müssten dann in die Bestandsgebäude mit einziehen. Laut Oberteicher würde das allerdings dazu führen, dass der Baupreis pro Quadratmeter für die Kultureinrichtungen tendenziell steigt und Vorteile der jetzigen Raumaufteilung verloren gehen. Das wäre eine Kröte, die der Verwaltungsausschuss am Montag schlucken müsste, wenn er sich für eine Flächenreduzierung ausspricht. Und schlucken müsste er auch die zusätzlichen Kosten für die gewünschte Änderung der vorliegenden Pläne. Laut Busch-Maaß liegen diese bei rund 80.000 Euro.

Um zuverlässig innerhalb des Förderzeitraums Ende 2025 fertig zu werden, soll noch vor den Sommerferien der Bauantrag gestellt werden. Um den Jahreswechsel soll dann die Ausschreibung erfolgen. Busch-Maaß rechnet mit 1,5 Jahren Bauzeit.

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