Aurich

Auricher Wasserturm: Nach Hürden gibt es vielleicht Tapas

| | 11.02.2022 18:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Links und rechts direkt vor dem Wasserturm sollen Gebäude im Stile des gut 100 Jahre alten Gemäuers entstehen. Foto: Romuald Banik
Links und rechts direkt vor dem Wasserturm sollen Gebäude im Stile des gut 100 Jahre alten Gemäuers entstehen. Foto: Romuald Banik
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Der Investor, der den Auricher Wasserturm kaufen möchte, musste bei seinen Anbauten noch mal umplanen. Statt auf mehrere Büros in einem gläsernen Gebäude setzt er nun auf Backstein und Gastronomie.

Aurich - Glas oder Klinker? Das war die Frage für Investor Uwe Ley, der den Auricher Wasserturm erwerben möchte. Nun steht fest: Neben dem Turm sollen Anbauten aus Klinker realisiert werden, die sich optisch an das Wohnhaus, Pumpenhaus und Filterhaus des Ensembles in direkter Nachbarschaft anlehnen. Gekennzeichnet sind die Bauten von rotem Backstein und hellen Putzblenden. Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß stellte die Pläne am Montag im Bauausschuss kurz vor.

Für Ley bedeutete dies die zweite 180-Grad-Wende. Zunächst hatte sein Architekt viel Klinker einsetzen wollen, sagte der Ihlower Investor den ON vor einem Jahr. Der Stadt sei aber offenbar lieber gewesen, wenn viel Glas zum Einsatz komme und der Blick auf den Turm stärker frei bleibe. Er legte also einen Entwurf vor, der zwei Anbauten mit viel Glas beinhaltete, damit der Blick auf den Wasserturm frei bleibt.

Gastronomie oder Bäckerei

Doch damit konnte sich der Denkmalschützer der Stadt Aurich dann doch nicht anfreunden. Nach etwas Hin und Her sei es nun doch auf Klinkergebäude hinausgelaufen, so Ley. Anders als im ersten Entwurf sollen nun zwei Gebäude etwas separat vom Turm gebaut werden. Links vom Turm ist ein eher schmales eingeschossiges Haus mit Walmdach vorgesehen.

Zum Ensemble gehören weitere Häuser. An die Gesamtgestaltung sollen die neuen Häuser sich anlehnen. Foto: Romuald Banik
Zum Ensemble gehören weitere Häuser. An die Gesamtgestaltung sollen die neuen Häuser sich anlehnen. Foto: Romuald Banik

Ley plant, dort ein gastronomisches Angebot unterzubringen. Einerseits liebäugele er mit der Idee, dass dort ein kleines italienisches oder spanisches Lokal aufmachen könnte. Andererseits sieht er die Sache auch pragmatisch: „In der Corona-Zeit haben die Bäckereien nicht schließen müssen. Vielleicht wird es auch ein Bäcker.“ Doch auch für ein Restaurant wäre auf dem Grundstück genug Platz für Parkplätze – und Nachfrage angesichts der Kasernen-Pläne vermutlich auch da. Das zweite Gebäude, das rechts vor dem Turm entstehen soll, hat eine etwas größere Grundfläche und ist als zweigeschossiger Bau mit Walmdach geplant. Dort möchte Ley gern sein Immobilien-Büro unterbringen und im Obergeschoss eine Wohnung vermieten.

Traum: Seminarraum im Wasserturm

Das Okay von der städtischen Denkmalschutzbehörde liegt vor. Am Montag soll der Verwaltungsausschuss des Stadtrates sein Go geben.

So sieht der erste Entwurf für die beiden einzeln stehenden Häuser aus, die den Blick auf den Wasserturm möglichst nicht verstellen sollen. Im Bauausschuss wurde die Zeichnung präsentiert. Foto: Karin Böhmer
So sieht der erste Entwurf für die beiden einzeln stehenden Häuser aus, die den Blick auf den Wasserturm möglichst nicht verstellen sollen. Im Bauausschuss wurde die Zeichnung präsentiert. Foto: Karin Böhmer

Die baurechtliche Prüfung sämtlicher Pläne von Ley steht allerdings noch aus. Der Ihlower würde auch gerne den Wasserturm nutzen. Grundsätzlich ließen sich in dem 45 Meter hohen Turm elf Geschosse unterbringen. Doch unter anderem aus Brandschutzgründen lässt sich dies nicht umsetzen. „Wenn ich zwei Etagen nutzen kann, ist es schön, drei wären noch schöner und alles darüber hinaus ist wohl Wunschdenken“, so Ley.

Kauf erst nach Erteilung der Baugenehmigung

Im Erdgeschoss könne er sich eine Ausstellungsfläche vorstellen. Im ersten Stock ein kleines Nagelstudio. Für mehr werde der Raum kaum ausreichen. Und im zweiten Stock hätte Ley gern einen Seminarraum, den auch die Gastronomie mit nutzen könnte. Im vierten Stock könnte dann vielleicht noch ein kleines Archiv für sein Büro entstehen.

Ley hofft auf schnelles Vorankommen. Mittelfristig wird er wohl sein Büro im Hammrich räumen müssen und bis der Ersatzbau am Wasserturm steht, wird es noch dauern. Doch neben der Zustimmung der Politik stehen noch die Feinplanung, die Baugenehmigung und der Kauf des Geländes an. Kaufen will Ley die Immobilie erst, wenn er Klarheit hat, ob sich seine Pläne umsetzen lassen.

Seine Pläne wurden im Bauausschuss wohlwollend aufgenommen. Lediglich Reinhard Warmulla (Linke) merkte an, dass die beiden neuen Gebäude auf der Planzeichnung so aussähen, als wolle dort ein asiatisches Restaurant einziehen. Busch-Maaß versicherte, dass aus Sicht des Denkmalschutzes der Wasserturm noch hinreichend zu Geltung komme. Der First des zweigeschossigen Gebäudes befindet sich auf Höhe des Schindelabsatzes. Der schlichte Turm hebe sich dann klar und prägnant ab und komme weiterhin zur Geltung, sagte sie.

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