Südbrookmerland

FCSO: Betrieb könnte früher starten

| | 11.02.2022 14:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Viertklässler in einer Grundschule. Für sie steht im Sommer der Wechsel auf weiterführende Schulen an. Foto: Frank Molter/DPA
Viertklässler in einer Grundschule. Für sie steht im Sommer der Wechsel auf weiterführende Schulen an. Foto: Frank Molter/DPA
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Eigentlich soll die Freie Christliche Schule frühestens 2023 ihren Betrieb in Moordorf aufnehmen. Für jetzige Viertklässler gibt es aber Hoffnung.

Südbrookmerland - Riesig scheint das Interesse von Eltern zu sein, ihre Kinder für den Besuch einer Außenstelle der Freien Christlichen Schule Ostfriesland (FCSO) in Moordorf anzumelden. Seitdem Schulleiter Christian Hunsmann und Geschäftsführer Kurt Plagge die Einrichtung in der vergangenen Woche in Südbrookmerland vorgestellt haben, hat es offenbar zahlreiche Anfragen aus der Gemeinde gegeben. Nun könnte die Schule Fünftklässler aus Südbrookmerland und den Nachbarkommunen schon ein Jahr früher aufnehmen als bisher geplant.

Eltern von Viertklässlern, die ihre Kinder für die FCSO anmelden wollen, haben bislang ein Problem. Nach allem, was bisher bekannt ist, soll der Betrieb in Moordorf frühestens im Sommer 2023 starten – mit dem fünften Jahrgang. Jetzige Viertklässler wechseln aber schon in diesem Sommer in den fünften Jahrgang. Die FCSO käme für sie zu spät. Bereits kurz nach der Vorstellung der Einrichtung im Südbrookmerlander Schulausschuss war deshalb die Idee aufgekommen, die Kinder zunächst für ein Jahr nach Moormerland zu schicken und zum Start der Außenstelle in Südbrookmerland im darauffolgenden Jahr auch schon einen sechsten Jahrgang einzurichten.

„Große Not“

Laut Hunsmann haben sich in den vergangenen Tagen zahlreiche Eltern bei ihm gemeldet, die ihre Kinder gern an der FCSO anmelden würden. Es zeige sich eine „große Not“ bei den Viertklässlern. Der Vorstand der FCSO hat deshalb Ideen entwickelt, wie man dem Elternwillen und vor allem den Kindern gerecht werden könnte. Entsprechende Vorschläge sollen nun mit der Gemeinde Südbrookmerland diskutiert werden. Es habe sich gezeigt, dass sich viele Eltern wünschen, dass ihre Kinder von FCSO-Lehrern unterrichtet werden. „In welchen Räumen auch immer.“ Dies erfordere von den Erwachsenen einige Kreativität. Seitens der FCSO habe man diese Kreativität entwickelt. Nun hoffe man auf die Gemeinde. Hunsmann geht davon aus, dass die Bemühungen um eine Ansiedlung seiner Schule in Südbrookmerland nicht für Groll an anderen Schulen sorgen. In Moormerland arbeite man beispielsweise Seite an Seite mit gleich zwei Integrierten Gesamtschulen. „Wir haben ein völlig anderes Konzept und damit ein völlig anderes Einzugsgebiet.“

In Südbrookmerland und der benachbarten Samtgemeinde Brookmerland scheint es aber vereinzelt Befürchtungen zu geben, die FCSO könne sich negativ auf die Schülerzahlen der gemeinsamen IGS auswirken. In einer Fachausschusssitzung am Donnerstag in Marienhafe stellte Ratsfrau Ida Bienhoff-Topp (Bündnis für Brookmerland) die Frage nach möglichen Folgen für die IGS. Brookmerlands Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) umging eine Antwort bewusst und verwies auf eine für den 22. Februar geplante Sitzung der Arbeitsgemeinschaft IGS Marienhafe-Moorhusen. Er wolle der Diskussion mit den Südbrookmerlandern nicht vorgreifen, sagte er. Bei der Gemeinde Südbrookmerland sieht man sich nicht imstande, die Folgen einer FCSO-Ansiedlung für die IGS abzuschätzen. Vizeverwaltungschef Wilfried Müller geht davon aus, dass einerseits das für die FCSO zu leistende Schulgeld und andererseits die christliche Ausrichtung der Schule nicht von allen gewollt sein dürften.

SPD fordert Entscheidung in nächster Ratssitzung

Klarer Befürworter einer FCSO in Moordorf ist die Südbrookmerlander SPD. Und die macht Druck: In einem Antrag fordert die Fraktion schon in der nächsten Ratssitzung eine Entscheidung. Die Sitzung ist für den 3. März geplant. „Informationen zur Folge arbeitet die FCSO mit Hochdruck an Konzepten für eine Betreuung von Schülerinnen und Schülern der kommenden fünften Klassen durch Lehrkräfte der FCSO zum kommenden Schuljahr 2022/2023“, schreiben die SPD-Fraktionsvorsitzenden Helga Gloger und Hange Ukena.

Die Genossen haben die Verwaltung deshalb aufgefordert, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Dazu haben sie grundsätzlich das Recht. Vizeverwaltungschef Wilfried Müller sieht keinen Grund, nicht über das Thema zu beraten. Auch wenn an diesem Tag die in der Regel sehr umfangreichen Haushaltsberatungen anstehen. Ob es in der Sitzung dann tatsächlich einen Beschluss gibt, sei dann Sache der Politik. In der zeichnet sich aber grundsätzlich eine breite Mehrheit für die Ansiedlung der Schule ab. Ablehnende Stimmen gab es bislang öffentlich nicht.

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