Aurich

Grüne: Landkreis soll eigene Wohnungen bauen

| | 10.02.2022 09:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Die Forderung nach einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft ist nicht neu. Doch die Grünen lassen nicht locker und holen sich jetzt Schützenhilfe aus dem Hamburger Umland.

Aurich Seit Jahren fordern die Grünen im Auricher Kreistag die Gründung einer kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft – bislang ohne Erfolg. Doch die Fraktion lässt nicht locker und nimmt nun einen erneuten Anlauf – mit Schützenhilfe aus dem Hamburger Umland. Der Erste Kreisrat des Landkreises Harburg, Kai Uffelmann, soll im Kreissozialausschuss im zweiten Quartal des Jahres die dortige Wohnungsbaugesellschaft vorstellen. Das haben die Grünen jetzt bei Landrat Olaf Meinen beantragt.

„Wir werden nicht akzeptieren, dass der Landkreis sich bei diesem gravierenden Problem wegduckt und die Augen verschließt“, schreiben die Grünen in einer Mitteilung. Der Landkreis Harburg habe 2017 zusammen mit seinen Gemeinden eine kreiseigene Wohnungsbaugesellschaft gegründet und reihe sich damit in eine Reihe von Landkreisen in Niedersachsen ein, die teilweise schon 40 Jahre lang Wohnungsbau betrieben, etwa die Landkreise Friesland, Cloppenburg, Osnabrück, Helmstedt, Osterode, Hannover-Land und andere.

Albers: „Was der Kreis Harburg kann, kann Aurich auch“

Darüber hinaus gebe es in Niedersachsen weitere Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften oder Vereine, wie die Norderneyer Wohnungsbaugesellschaft oder den Leeraner Bauverein. „Was der Landkreis Harburg erfolgreich umsetzen kann, das kann der Landkreis Aurich auch, wenn er es nur will“, ist sich Grünen-Fraktionsvorsitzende Angelika Albers (Rechtsupweg) sicher.

Letztlich sei bei der Kreis-Tochterfirma Team Telematikzentrum Norden (TMZ) ein Geschäftszweck der soziale Wohnungsbau. „Dorthin fließen schließlich die nicht unerheblichen Gewinne aus Windkraftanlagen, an denen der Landkreis beteiligt ist“, meint Albers. Leider seien die Grünen als kleinere Fraktion in der nicht öffentlich tagenden TMZ-Gesellschafterversammlung schon seit einiger Zeit nicht mehr vertreten.

Grüne kritisieren Ausgliederung der Wirtschaftsförderung

In diesem Zusammenhang stellen sich die Grünen zudem klar gegen die geplante Ausgliederung von Teilen der Wirtschaftsförderung in die TMZ. „Hier wird wieder der Versuch unternommen, Aufgabenbereiche der Diskussion und Kontrolle durch die Öffentlichkeit zu entziehen“, meint Gunnar Ott (Aurich). Das Argument, in einer Firma könne man schneller und effektiver agieren als in der Kreisverwaltung gleiche einem „Armutszeugnis“, so die Grünen.

Dass sich nun die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewoba aus Emden in Position bringe, im Nachbar-Landkreis Aurich sozialen Wohnungsbau zu betreiben, sehen die Kreis-Grünen als „Notnagel und peinlich, wenn der Landkreis das zuließe“. Denn die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum könne der Kreis mit seinen Kommunen mindestens genauso gut.

Die aktuelle Situation sei brisant. Wenn Menschen ihre Wohnung verlören, weil die Mieten „ins Unermessliche“ stiegen, passiere vieles im Stillen, so die Grünen. Menschen würden bei Bekannten und Verwandten unterkommen, weil sich nichts Bezahlbares finden lasse. Auch diese Art der „verdeckten Obdachlosigkeit“ sei längst im ländlichen Bereich angekommen, ist Angelika Albers überzeugt.

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