Aurich/Emden
Zentralklinik könnte in Liga der Größten aufsteigen
Schon vor einem Jahr jubelten die Verantwortlichen, dass das neue Großkrankenhaus in Uthwerdum nach der Eröffnung 2028 ein „Maximalversorger“ werde. Doch was bedeutet das eigentlich?
Aurich/Emden - Ein Begriff geistert im Zusammenhang mit der geplanten Zentralklinik in Uthwerdum seit einigen Monaten immer wieder durch den öffentlichen Raum: Maximalversorger.
Gemeint sind damit besonders große Krankenhäuser, die ein umfangreiches Spektrum an medizinischen Leistungen vorhalten. Doch was genau darunter zu verstehen ist, steht noch gar nicht abschließend fest. Fakt ist: Mit ihren 814 Betten würde die Zentralklinik, wenn sie denn 2028 eröffnet wird, zur Liga der Größten in Niedersachsen gehören. Derzeit erfolge die offizielle Krankenhausplanung des Landes Niedersachsen nicht auf Basis von Versorgungsstufen, teilte das Landes-Gesundheitsministerium auf ON-Anfrage mit.
Ein Kriterium: mindestens 600 Betten
Doch ein neuer Entwurf des niedersächsischen Krankenhausgesetzes sieht vor, dass künftig jedes Krankenhaus einer Versorgungsstufe zugeordnet wird. Damit will das Ministerium die Handlungsempfehlung einer Enquetekommission umsetzen, die im Februar vergangenen Jahres ihren umfangreichen Abschlussbericht vorgelegt hatte. Demnach sollen Krankenhäuser der Maximalversorgung über mindestens 600 Planbetten verfügen. Sie sollen darüberhinaus hochspezialisierte Behandlungsangebote vorhalten und zusätzlich weitere Fachabteilungen vorhalten wie etwa Nephrologie, Thorax- und Herzchirurgie, Humangenetik, Augenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Neurologie, Nuklearmedizin oder Strahlentherapie.
Nimmt man diese Kriterien, dann werden nach derzeitigem Stand sieben Krankenhäuser in Niedersachsen der Versorgungsstufe III („Maximalversorger“) zugeordnet: Medizinische Hochschule (MHH) Hannover und Universitätsmedizin Göttingen (UMG) sowie die Krankenhäuser Städtisches Klinikum Braunschweig, Klinikum Oldenburg, Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg, Klinikum Osnabrück und Allgemeines Krankenhaus Celle. Kurz nach Veröffentlichung des Berichts der Enquetekommission im Februar vergangenen Jahres hatte die Klinik-Trägergesellschaft Aurich-Emden-Norden in einer Mitteilung geschrieben, dass die Zentralklinik mit ihren 814 Betten künftig als „Maximalversorger“ von überregionaler Bedeutung sein werde.
Ministerin: Zentralklinik hat gute Chancen
Die niedersächsische Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hatte am Montag bei einem Besuch der Klinik-Trägergesellschaft in Emden auf ON-Nachfrage gesagt, sie sehe zudem eine „gute Chance“, dass die neue Zentralklinik als Krankenhaus der „Maximalversorgung“ eingestuft wird. Zunächst müsse der Landtag aber das neue Krankenhausgesetz beschließen, in der die künftigen Versorgungsregionen definiert werden. Bis 2024 sollen diese konkret festgelegt werden, so Behrens.
Kleinere umliegende Krankenhäuser, etwa die in der Stadt Leer, dürften diese Entwicklung naturgemäß eher mit Argwohn betrachten.