Aurich

Land unter am Klärwerk

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 08.02.2022 12:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Bagger des Betriebshofes Aurich musste schnell einen Abfluss für das Regenwasser schaffen. Foto: Feuerwehr
Ein Bagger des Betriebshofes Aurich musste schnell einen Abfluss für das Regenwasser schaffen. Foto: Feuerwehr
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Der Starkregen am Wochenende rief auch die Feuerwehren auf den Plan. Bei einem Einsatz ging es um große Teile des Auricher Stadtgebietes.

Aurich - Land unter in Haxtum: Am Sonntag musste die Feuerwehr Haxtum nach den starken Regenfällen zur Straße „Zum Haxtumerfeld“ ausrücken. Denn dort waren Felder überflutet, wie es in einer Mitteilung der Feuerwehr heißt. Das Wasser drohe in die Häuser zu laufen, hieß es in der Alarmierung.

Wie sich dann zeigte, war sogar die gesamte Oberflächenentwässerung der Stadt Aurich in Gefahr. Denn der Klärwerksgraben, in den das Klärwerk das saubere Wasser ableitet, war vollständig überflutet. So drückte das Wasser auf die Felder. Der diensthabende Klärwerksmitarbeiter hatte das durchlaufende Wasser bereits gedrosselt und zweigte 300 Kubikmeter Wasser pro Stunde in ein Überlaufbecken ab. Trotzdem liefen weiterhin stündlich 700 Kubikmeter Wasser in den Klärwerksgraben ein. Das Regenwasser großer Teile der Stadt wurde durch das Klärwerk aufgefangen, gereinigt und über den Klärwerksgraben in den Ems-Jade-Kanal abgegeben.

Pumpen waren durch Starkregen überfordert

Der Engpass wurde am Sonntag schnell ausfindig gemacht. Das Problem lag laut der Mitteilung bei den Bauarbeiten zum neuen Radweg entlang der Straße „Zum Haxtumerfeld“. Durch die Baustelle an der Brücke über den Ems-Jade-Kanal wurde der direkte Abfluss in den Kanal verhindert. Zwar hatte die Baufirma Pumpen aufgestellt. Diese waren allerdings durch die auftretenden Wassermassen maßlos überfordert, so die Feuerwehr in ihrem Bericht. Es galt, den Abfluss des Wassers schnellstmöglich wiederherzustellen, damit eine weitere Überflutung ausgeschlossen und die Entwässerung des Stadtgebietes sichergestellt werden konnten.

Das Wasser von den Feldern konnte schließlich abfließen. Foto: Feuerwehr
Das Wasser von den Feldern konnte schließlich abfließen. Foto: Feuerwehr

Die Leitstelle versuchte mehrmals, den zuständigen Bauleiter der Baustellenfirma zu erreichen – erfolglos. So musste der Bauhof der Stadt Aurich mit einem Bagger angefordert werden. Mit dessen Unterstützung wurde ein rund vier Meter breiter Damm entfernt, der im Rahmen der Bauarbeiten aufgeschüttet worden war. Das Wasser konnte nun ungehindert abfließen. Die Maßnahme dauerte insgesamt rund zweieinhalb Stunden.

Schnelles Eingreifen verhinderte Schlimmeres

Das schnelle und entschlossene Eingreifen des Betriebshofes der Stadt hat auf die Arbeiten am Radweg keine Auswirkungen. Die Auricher Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß bestätigte auf ON-Anfrage den Einsatz am Sonntagmorgen. Es hätten sich aber nach derzeitigen Erkenntnissen dadurch keine Auswirkungen auf die Fertigstellung des Radweges ergeben. Busch-Maaß lobte die gute Zusammenarbeit von Feuerwehr, Betriebshof und Stadtentwässerung bei diesem Einsatz.

Für die Arbeiten an einem neuen Durchlass war ein Damm angelegt worden. Pumpen wurden der Wassermassen aber nicht Herr. Foto: Feuerwehr
Für die Arbeiten an einem neuen Durchlass war ein Damm angelegt worden. Pumpen wurden der Wassermassen aber nicht Herr. Foto: Feuerwehr

Die Straße ist für den Kfz-Verkehr in Höhe der Brücke über dem Ems-Jade-Kanal bis voraussichtlich 11. Februar voll gesperrt. Zunächst soll ein Durchlass-Bauwerk im Klärwerksgraben erneuert werden. Diese Vorbereitung ist laut Stadt Aurich für den Neubau des Radweges erforderlich. Innerhalb des nächsten halben Jahres soll das nur 570 Meter lange fehlende Teilstück des Radweges zwischen Grundschule Upstalsboom/Ems-Jade-Kanal und Westerfelder Straße gebaut werden.

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