Aurich
Kasernengelände: Wichtiges Investorengespräch Mitte Februar
Im Auricher Konversionsausschuss ging es am Montag um die Kaserne. Mitte Februar steht ein wichtiges Gespräch mit dem Hauptinvestor an. Bis dahin soll feststehen, ob ein Kniff die Planung beschleunigen kann.
Aurich - Die Zeit drängt, um das Areal der früheren Auricher Kaserne mit bereits zugesagten Fördermitteln zu erschließen. Deshalb steht die Stadt unter Zugzwang. Für den 16. Februar sind Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß und der Leiter der Bauverwaltung, Menno Keller, mit dem größeren der beiden Investoren zum Gespräch verabredet, wie Busch-Maaß am Montag im Bau- und Konversionsausschuss bekannt gab. Wie berichtet, entwickelt das Unternehmen einen Großteil der erhaltenswerten Gebäude und zudem den Bereich, in dem drei der H-Gebäude durch Wohnhäuser ersetzt werden soll.
Es seien noch etliche Fragen mit dem Investor zu klären, so die neue Stadtbaurätin. Reinhard Warmulla (Linke) hatte zuvor gefragt, wie sich erklären lasse, dass mal von mindestens 700 bis maximal 850 Wohnungen in dem Bereich dieses Investors die Rede sei, an anderer Stelle aber von 650 bis 700 Wohnungen. Laut Busch-Maaß seien diese beiden Angaben vom Investor übermittelt worden. „Wir haben hier unter dem Strich noch kein Ergebnis“, so Busch-Maaß. Die Spannweite sei den Politikern genannt worden, um darzulegen, wie unterschiedlich die Aussagen des Investors bislang seien. „Wir haben da keine Lösung, wir hätten aber gerne eine“, so die Stadtbaurätin.
Bebauungsplan: Zuerst da, wo es schnell geht
Am kommenden Montag soll dem nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss (VA) neben einem Entwurf für den Städtebaulichen Vertrag der Zeitplan vorgestellt werden. Hintergrund ist, dass – wie berichtet – Fördergelder bewilligt wurden, die teils noch in diesem Jahr verwendet werden müssen. Für einige der Projekte ist jedoch noch der Bebauungsplan erforderlich. Und der befindet sich in einem sehr frühen Stadium. Einen B-Plan für das gesamte Gelände zu verabschieden, ist kurzfristig nicht mehr zu realisieren.
Deshalb will Busch-Maaß den VA-Mitgliedern präsentieren, wie die nötigen Teil-Bebauungspläne zuzuschneiden sind. Tempo will die Stadtbaurätin offenbar damit machen, dass zunächst der Bereich entwickelt wird, bei dem am wenigsten Einwendungen gegen die Planung zu erwarten sind. Das würde den Abwägungsprozess verkürzen und eine zeitraubende erneute Auslegung der Pläne möglicherweise überflüssig machen. „Da sind wir jetzt aber noch in Überlegungen, ein Ergebnis kann ich Ihnen heute noch nicht präsentieren“, so Busch-Maaß.
Nicht nur mögliche Einwendungen können das Projekt verzögern
Es hängt auch nicht nur von den zu erwartenden Einwendungen ab, wie schnell Busch-Maaß mit dem Bebauungsplan vorankommt. Wie am Montag wieder einmal deutlich wurde, sind die Vorstellungen der Fraktionen äußerst unterschiedlich. Die Grünen hatten beantragt, dass im Ausschuss am Montag der Planungsstand öffentlich präsentiert werde. Grünen-Ratsherr Peter Specken forderte einmal mehr die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft, welche das Areal selbst entwickelt. Zudem solle der Bereich am Hoheberger Weg aus Naturschutzgründen gar nicht als Bauerwartungsland ausgewiesen werden.
Auch die Linke und die AWG hadern aus verschiedenen Gründen mit der im vergangenen Jahr mehrheitlich beschlossenen Rahmenplanung für das Gelände. Nach Speckens Beitrag wurde deutlich, wie tief die Gräben in Sachen Kasernenplanung sind. CDU-Ratsherr Bodo Bargmann brummelte etwas von „Schwachsinn“. Sein Fraktionskollege Arnold Gossel sprach laut von „Unsinn“ und „Mist“.