Südbrookmerland
Erste Politiker für neue Schule in Moordorf
Das Konzept der Freien Christlichen Schule hat viele Eltern in Südbrookmerland überzeugt. Jetzt positionieren sich auch die ersten Fraktionen des Gemeinderates – eine davon hat eine Befürchtung.
Südbrookmerland - Das ging schnell: Nur wenige Tage nachdem sich die Freie Christliche Schule Ostfriesland in Südbrookmerland vorgestellt und Ideen für eine Außenstelle in Moordorf präsentiert hat, haben sich die ersten Fraktionen für eine schnellstmögliche Ansiedlung der Schule in der Gemeinde ausgesprochen. In einem Antrag fordert die SPD-Fraktion, der Schule Teile des demnächst leerstehenden Gebäudes der Haupt- und Realschule zu überlassen. Und auch vonseiten der CDU/FDP-Gruppe gibt es Unterstützung für das Projekt.
Vielfältiges Angebot
„Um den Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere den Schülerinnen und Schülern unserer Gemeinde schnellstmöglich eine alternative Schulform zur IGS in Südbrookmerland bieten zu können, beantragt die SPD-Fraktion den übrigen Teil des HS/RS-Gebäudes der Freien Christlichen Schule Ostfriesland schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen“, schreiben die Fraktionsvorsitzenden Hange Ukena und Helga Gloger. Der Start der weiterführenden Schule in Jahrgang fünf, spätestens mit Beginn des Schuljahres 2023/2024 solle in keiner Weise gefährdet werden. Sollte ein früherer Start, also schon im kommenden Sommer möglich sein, würden die Genossen dies begrüßen, heißt es weiter.
Ebenfalls für die Ansiedlung der Schule ausgesprochen hat sich die CDU/-FDP-Gruppe im Rat. Man sei „grundsätzlich für ein möglichst vielfältiges Angebot an Bildungseinrichtungen.“ Eine entsprechende Entscheidung des Schulträgers sei sicher abhängig von der eindeutigen positiven Erklärung der Gemeinde zu einem solchen Vorhaben und ganz besonders von der Nachfrage der Eltern. Ähnlich hatte sich am Donnerstag bereits Schulleiter Christian Hunsmann geäußert, der ein „absolutes Ja“ der Gemeinde zur Bedingung für die Ansiedlung der Schule in Moordorf gemacht hatte.
Für manche Eltern keine Alternative
Der Schulbesuch, darauf weist die CDU-/FDP-Gruppe hin, werde Schulgeld kosten und deswegen für manche Eltern mit niedrigerem Einkommen keine ernsthafte Alternative sein. Insofern würde die Schule für die Gemeinde zwar die Gefahr der Rückzahlung der Fördermittel mindern. Für viele Eltern werde sie aber wohl keine Alternative für die Auricher Realschule sein, die künftig höchstens noch einige wenige Schüler aus Südbrookmerland aufnimmt. „Dieses nur noch schwer zu lösende Problem wäre erst gar nicht entstanden, wenn die übrigen Fraktionen im Gemeinderat vor einigen Jahren nicht gegen den sehr heftigen Widerstand der CDU-Fraktion die Aufgabe der HRS beschlossen hätten“, so CDU-/FDP-Gruppenchef Hilko Gerdes. Offen bleibe, ob der Landkreis wegen der zu geringen Schülerzahlen in der IGS Aurich von seinem Recht Gebrauch machen werde, das Einzugsgebiet dieser Schule wieder wie früher auf die Ortsteile Moordorf und Theene auszudehnen, so Gerdes abschließend.