Aurich
Idee: Hofladen könnte in Auricher Markthalle ziehen
Mehrere Bauern prüfen, ob ein gemeinsamer Verkauf dort möglich ist. Das Projekt steht jedoch noch ganz am Anfang und muss einige Hürden überwinden. Vorsichtige Vorfreude macht sich aber breit.
Aurich - Es könnte wahr werden: An den Außenwänden der Markthalle sind in der Dekoration Wurstkringel, Pümmel, dicke Schinken, Käselaibe und Kistenstapel zu sehen. Nun wird von mehreren Landwirten aus dem Auricher Umfeld die Idee verfolgt, in der Markthalle einen gemeinsamen Hofladen zu betreiben, bei dem sie ihre Waren gewissermaßen über einen gemeinsamen Tresen verkaufen.
Die Landwirte selbst geben sich auf Nachfragen noch bedeckt, denn eigentlich sollten diese Pläne noch gar nicht nach außen dringen. „Noch ist es viel zu früh für Information, da wir noch nicht soweit sind, dass etwas veröffentlicht werden kann“, heißt es auf ON-Nachfrage von einem der Initiatoren.
Hoffnungsfunke für angeschlagene Auricher Markthalle
Ein neuer Hoffnungsfunke für die angeschlagene Auricher Markthalle ist es dennoch: In der Sitzung des Ortsrates Kernstadt am Mittwoch wurde erstmals öffentlich bekannt, dass es die Gruppe von Landwirten gibt, die den leerstehenden Teil der Halle nutzen wollen.
Nach ON-Informationen sorgen diese Pläne bei der Kaufmannschaft für Begeisterung – auch wenn im Detail noch kaum etwas bekannt ist. Elke Lenk aus dem Vorstand des Kaufmännischen Vereins sagte am Donnerstag auf ON-Nachfrage, dass die Kaufleute sehr daran interessiert seien, dass der Marktplatz belebt sei. „Das wird bestenfalls etwas ganz Großartiges“, kommentierte Lenk die Idee mit Verweis darauf, dass die Pläne gerade erst im Gedeihen seien.
Kaufmannschaft wünscht sich Markthalle als „Anker der Innenstadt“
Der Kaufmännische Verein (KV) möchte, dass die Markthalle wieder als „Zentrum des Marktplatzes und Anker der Innenstadt“ aufersteht. Dazu gehöre die Idee mit den Hofläden, heißt es in einer Präsentation des KV zum Förderprogramm Perspektive Innenstadt. „Schlagkräftige Landwirte aus dem Umkreis“ wollen sich demnach „genossenschaftlich zusammenschließen, um das zukunftsfähige Hofladen-Konzept in die Tat umzusetzen“.
Das Thema „Hofladen in der Markthalle“ werde verfolgt, bestätigte Bürgermeister Horst Feddermann auf ON-Anfrage. Das sei aber noch „im Werden“. Denn es müssten vor einer Umsetzung noch Gespräche zum Beispiel mit dem Kreisveterinäramt geführt werden. Und es müsse bei diesen Plänen auch unbedingt die Politik mit ins Boot geholt werden. Feddermann erinnert daran, dass es zur Zukunft der Markthalle einen Beschluss des Rates gibt. Bis Ende dieses Jahres muss es ein tragfähiges Konzept für den weiteren Betrieb des Gebäudes auf dem Marktplatz geben. Sollte das nicht der Fall sein, stehe wieder ein Abriss der Markthalle im Raum. „Das wollen wir ja aber nicht.“
Hofladen könnte an frühere Verkaufstände anschließen
Zu dem Markthallen-Konzept, das erstellt werden soll, gehört aber nicht nur die Einrichtung eines Hofladens. Auch das Thema „behindertengerechte Toilette“ stehe dann wieder im Raum, so Feddermann. Immerhin: Der Verkauf von Lebensmitteln ist im Bebauungsplan für die Markthalle ausdrücklich vorgesehen.
Ein Hofladen könnte an die früheren Stände anschließen. Lange Jahre wurden Wurstwaren, Fleisch und Fisch in der Halle verkauft. Die Anbieter verließen in den vergangenen Jahren aber nach und nach die Halle. Und der dort noch ansässige Bäcker Martin Lorenz pflegt schon lange Kontakt zu Landwirten aus der Region und nimmt beispielsweise Roggen oder Kürbis für sein Brot und Eier für seine Snacks dort ab.
Hofladen weiter in Planung, aber eher nicht in der Markthalle
Bürgermeister sieht Kaufleute in der Pflicht
Ohne Konzept kommt die große Leere
Ratsherr Udo Haßbargen (SPD) hat selbst einen Hofladen. Im Oktober sagte er den ON zu dem Thema, dass so etwas in der Markthalle dann eine Chance habe, wenn sich mehrere Bauern zusammenschließen. Für einen allein sei der Aufwand zu groß.