Südbrookmerland
Plan: Tafel verlässt Moordorf
Die Ausgabestelle der Tafel in Südbrookmerland zieht sich voraussichtlich aus Moordorf zurück. Weil das Gebäude verkauft wird, muss eine neue Bleibe her. Die wurde nun gefunden.
In Moordorf wird es bald voraussichtlich keine Ausgabestelle der Tafel mehr geben. Das ist das Ergebnis der Suche des Trägers der Einrichtung, der Diakonie in Aurich, nach einer neuen Unterkunft. Wie berichtet, muss das jetzige Tafel-Gebäude am Georgsfelder Weg demnächst geräumt werden. Eine neue Unterkunft wurde gefunden – die liegt jedoch außerhalb des eigentlichen „Brennpunktes“.
Bereits seit 2006 gibt es in Südbrookmerland eine Tafel-Ausgabestelle. Die war bereits in verschiedenen Gebäuden untergebracht. Seit einigen Jahren können sich Bedürftige in der Ausgabestelle am Georgsfelder Weg mit Lebensmitteln versorgen. Das Gebäude gehört der Eisenbahngesellschaft Aurich-Emden (EAE) und soll verkauft worden. Ursprünglich war der Diakonie deshalb zum 31.12 gekündigt worden. Voraussichtlich darf die Tafel noch bis Ende April bleiben – dann ist dort Schluss.
Moordorf als „sozialer Brennpunkt“
Bei der Suche nach einer neuen Unterkunft haben die Tafel-Verantwortlichen die Gemeinde Südbrookmerland um Mithilfe gebeten. Wie aus einer Sitzungsvorlage des Südbrookmerlander Schul-, Kita- und Sozialausschusses hervorgeht, sind der Diakonie mehrere gemeindeeigene Räumlichkeiten angeboten worden. Diese hätten sich jedoch als nicht geeignet erwiesen. Auch eigene Bemühungen der Tafel-Organisatoren blieben erfolglos.
Zumindest in Moordorf. Fündig geworden ist man stattdessen in Wiegboldsbur. Aller Voraussicht nach kann die Tafel dort die ehemalige Lehrerwohnung neben dem Wiegboldsburer Feuerwehrhaus an der Ekelser Straße beziehen. Am Donnerstagabend war die Angelegenheit Thema im Sozialausschuss. Ein Ergebnis der Beratungen stand bis Redaktionsschluss nicht fest. Weil das Haus aber ohnehin leer steht und nicht zum dauernden Wohnen zugelassen ist, dürfte es gegen die Nutzung durch die Tafel kaum politischen Widerstand geben.
Großteil der Kunden kommt aus Moordorf
Daraus, dass die Tafel lieber in Moordorf geblieben wäre, machen die Verantwortlichen keinen Hehl. In ihrem Antrag bezeichnen sie den Ort als „sozialen Brennpunkt“. Der Großteil der Tafelkunden komme aus diesem Ortsteil. Im Oktober waren es demnach 48 Familien. Zum Vergleich: Zehn der versorgten Familien kommen aus Victorbur, neun aus Wiegboldsbur, Theene und Neu-Ekels, vier Familien aus Georgsheil, und drei Familien aus Münkeboe. Darüber hinaus werden in Südbrookmerland auch fünf Familien aus Aurich und drei aus Ihlow versorgt.
Wichtig ist der Standort aber nicht nur für die Tafel-Kunden, sondern auch für die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Viele von ihnen seien auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad angewiesen.
Gebäude wird noch umgebaut
Bevor das Gebäude in Wiegboldsbur von der Tafel bezogen werden kann, muss die Politik zustimmen. Die dürfte sich vor allem für geplante Umbauten interessieren, die von den Verantwortlichen laut Sitzungsvorlage in Eigenregie vorgenommen werden sollen. Unklar ist zudem, ob die Diakonie der Gemeinde für die Nutzung eine Miete zahlen muss. In der Sitzungsvorlage werden dazu keine Angaben gemacht. Bislang, so heißt es in dem Antrag, seien die Unterkünfte stets kostenlos zur Verfügung gestellt worden.
Wann der Tafel-Umzug vollzogen werden kann, dürfte von den weiteren politischen Beratungen abhängen. Neben dem Sozialausschuss muss sich auch der nicht öffentliche Verwaltungsausschuss mit der Sache befassen. Da die Arbeit der Tafel in der Gemeinde aber geschätzt und als wichtig angesehen wird, dürfte dies nur Formsache sein.
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