Aurich

Einzigartiges Datum und außergewöhnliche Geschichte

Karin Böhmer Neelke Harms
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Von Karin Böhmer und Neelke Harms
| 02.02.2022 13:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Maja und Bülent Gültekin gaben sich am Mittwoch in Aurich das Ja-Wort. Foto: Romuald Banik
Maja und Bülent Gültekin gaben sich am Mittwoch in Aurich das Ja-Wort. Foto: Romuald Banik
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Das erste Schnapszahldatum des Jahres nahmen einige Paare im Kreis Aurich zum Anlass, sich das Ja-Wort zu geben – für eine Braut war das Datum nicht das einzig besondere.

Aurich – Die sogenannten Schnapszahldaten sind unter den Brautpaaren besonders beliebt. Am Mittwoch war es wieder so weit: Nach elf Jahren gab es die Möglichkeit, an einem Datum, das nur aus gleichen Zahlen besteht, zu heiraten. Zwei Auricher Paaren wird der 02. Februar 2022 besonders in Erinnerung bleiben. Denn sowohl um 11 als auch um 12 Uhr fand im Auricher Standesamt eine Trauung statt.

Maja und Bülent Gültekin gaben sich als erstes Paar des Tages in Aurich das Ja-Wort. Sie haben eine ganz besondere Geschichte. Denn auch wenn ihre Verlobung erst etwa ein halbes Jahr zurückliegt, sind sie schon seit 27 Jahren ein Paar. Damit, dass sie nach einer so langen Zeit und zwei Söhnen noch heiraten würde, habe die Braut nicht gerechnet, sagt sie den ON kurz vor ihrer Trauung. Und auch ihr Mann hat den Antrag nicht lange geplant.

Ein Antrag als Geburtstagsgeschenk

„Im vergangenen Jahr fiel mir kein besseres Geburtstagsgeschenk ein“, sagt Bülent Gültekin. Am 46. Geburtstag seiner Frau, dem 19. Oktober 2021, habe er um ihre Hand angehalten. Den 02. Februar habe er schon zuvor beim Auricher Standesamt reserviert. Denn dass es dieses einzigartige Datum sein sollte, stand für den 53-Jährigen von Beginn an fest. Ihnen beiden sei es lieber, sich immer an das Datum erinnern zu können, als bei ihrer Trauung die Garantie für das perfekte Wetter zu haben, sagt das Brautpaar. Die große Feier wolle man ohnehin erst im Sommer nachholen.

Am Mittwoch waren es in Aurich trotz Schnapszahldatum nur zwei Paare, die sich trauten. Doch das ist nicht die letzte Chance auf ein außergewöhnliches Datum in diesem Jahr gewesen. Schon in drei Wochen steht der nächste Termin bevor. Am 22. Februar sollen in Aurich, laut Angaben des Standesamtes, fünf oder sechs Paare heiraten.

Ungewohnter Hochbetrieb an zwei Wochentagen

Auch in den Standesämtern rund um Aurich herrschte ungewohnter Hochbetrieb für einen Mittwoch im Februar - einem ansonsten generell eher heiratsschwachen Monat, wie Heike Hippen von der Gemeinde Großefehn sagte. Dort heirateten am 2. Februar zwei Paare. Für den 22. Februar haben sich drei Brautpaare angemeldet.

In Ihlow gab sich am 2. Februar ein Brautpaar das Ja-Wort. Am 22. Februar werden drei weitere folgen, wie Gerda Hinrichs von der Verwaltung sagte. Mit der Wahl des an der Ziffer 2 reichen Datums ist es für die Brautleute dann aber getan. Kein Paar habe sich gewünscht, beispielsweise um 12.22 Uhr getraut zu werden, so Hinrichs. Auch spiele die Zahl keine große Rolle bei der Ansprache der Standesbeamtin. Das Datum werde allenfalls nebenbei erwähnt, denn die meisten Paare hätten es zumeist nicht wegen eines persönlichen Bezuges gewählt, sondern weil sich das Schnapszahldatum gut merken lasse.

Standesbeamter: Datum ist schon etwas Besonderes

In Südbrookmerland ist das Interesse am 22. Februar auch sehr stark. Wie bereits berichtet, wollen sich an dem Tag fünf Paare das Ja-Wort geben. Am 2. Februar ist es ein Paar, wie Standesbeamter Arno Janssen sagte. Am 22. Februar sind alle drei Standesbeamten im Einsatz. Er selbst werde dabei das Datum zwar nicht zum Kern seiner Ansprache machen, es aber auf jeden Fall in der Einleitung erwähnen, „weil es schon etwas Besonderes ist“. Die Paare hätten es sich bewusst ausgewählt.

Im Brookmerland ist das Interesse am „kleinen“ Schnapszahldatum 2. 2. 2022 gar nicht vorhanden. Laut dem Standesbeamten Thorsten Donker ist keine Trauung dafür angemeldet worden. Anders sieht es am 22. Februar aus: Da wollen sich in Marienhafe gleich vier Paare das Ja-Wort geben.

Trau-Sonnabend im Februar ebenfalls attraktiv

Die Wahl der Uhrzeit hat dann aber nichts mehr mit der Ziffer 2 zu tun. „Die meisten Paare möchten generell und unabhängig vom Datum am liebsten um 11 Uhr heiraten“, so Donker. An die Trauung lasse sich dann gut ein Mittagessen anschließen. Und zur Vorbereitung sei dann am Morgen auch noch genug Zeit. Auch am 22. Februar war der 11-Uhr-Termin schnell vergeben. „Die anderen Trauungen gruppieren sich dann drumherum“, sagte der Standesbeamte.

Sind vier Brautpaare für einen Tag im Februar ungewöhnlich viel? Ja, sagt Donker. Es sei aber auch der reguläre Trau-Sonnabend, den die Samtgemeinde in jedem Monat einmal anbiete, in diesem Februar sehr gut ausgebucht. Er falle auf den 12. 2. 2022, enthält also auch mehrmals die Ziffer 2. Der Vorteil daran: An einem Sonnabend haben die Traugäste eher frei als an den Wochentagen, auf die die beiden Schnapszahl-Daten fallen.

Brookmerlander Paare planen wieder langfristig

Eine Sache ist Donker aufgefallen: Bei aller Begeisterung für die diesjährigen Schnapszahldaten - viele Paare planen jetzt schon für das kommende Jahr. Anders als in den beiden Vorjahren, als die Corona-Pandemie langfristige Planungen deutlich ausbremste, werde nun wieder weiter nach vorne geschaut, so Donker. Gerade die Termine im Mai 2023 und der Tag nach Himmelfahrt seien schon sehr begehrt.

Einen markanten Einbruch der Trauungen in den beiden zurückliegenden Pandemiejahren hat Donker allerdings nicht festgestellt. „Wer heiraten möchte, der heiratet auch“, so der Standesbeamte. In einigen Fällen sei aber die Feier verschoben worden - in der Hoffnung, sie später nachzuholen.

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