Bedekaspel
Pizzeria Al Mare am Großen Meer feiert Wiedereröffnung
Eigentlich war das Aus für die Pizzeria Al Mare am Großen Meer besiegelt. Doch nun wird dort die Neueröffnung gefeiert. Vorangegangen sind Gespräche – und eine bittere Pille, die es zu schlucken galt.
Bedekaspel - Die Kommentare in sozialen Netzwerken waren eindeutig: „Schade“, „Sauerei“, oder „einfach traurig“ schrieben Nutzer, als sie im Oktober von der plötzlichen Schließung der Pizzeria Al Mare am Großen Meer erfuhren.
Nach dem Verkauf des Gebäudes und Streitigkeiten über die Höhe der Pacht sollte der Pizzaofen dort für immer aus gehen. Anfang des Jahres folgte dann die Überraschung: Es geht weiter. Um ihren Familienbetrieb zu retten, mussten die Betreiber aber eine bittere Pille schlucken.
Prozess um Räumung verloren
„Leider endet für uns das Kapitel hier“, schrieb Abdallah Boral im Oktober bei Facebook. Illustriert war der Beitrag mit einem Foto des Auricher Landgerichts. Dort stritten er und seine Familie nach eigenen Angaben über Monate mit dem damaligen Vermieter. Der hatte das Gebäude samt Pizzeria 2019 gekauft, wie er den ON seinerzeit auf Anfrage sagte. Vor Gericht setzte er eine Räumungsklage durch. Grund für die Auseinandersetzung waren Streitigkeiten um die Höhe der Miete. Als der Eigentümer das Gebäude übernahm, hätten die Betreiber der Pizzeria eine Miete von zwei Euro pro Quadratmeter bezahlt. Für eine Wohnung in dem Bereich wären seinen Angaben zufolge dagegen etwa sieben Euro fällig. Er habe daraufhin mit den Gastronomen über eine Mieterhöhung sprechen wollen. Damit habe der Ärger begonnen, in dessen Zuge er sich zeitweise sogar bedroht gefühlt habe.
Mittlerweile wurde das Gebäude erneut verkauft. Doch auch mit der neuen Eigentümerin, einer Immobilienfirma aus Oldenburg, ließ sich zunächst keine Einigung erzielen. Aus ursprünglich 600 Euro monatlicher Pacht sollten laut Abdallah Boral 1800 Euro inklusive der zu zahlenden Nebenkosten werden. „Das ist zu viel für mich“, so Abdallah Boral. Vor allem nach annähernd zwei schwierigen Jahren der Corona-Pandemie konnte er die Pacht nicht aufbringen.
Erhöhte Pacht akzeptiert
Ihren Betrieb aufgeben wollte die Familie aber nicht und kämpfte weiter – am Ende mit Erfolg. Am Dienstag wurde am Großen Meer die Wiedereröffnung gefeiert – unter neuer Regie. Abdallah Borals Bruder Mohammed hat das Geschäft übernommen. Der 19-Jährige steigt damit in das Familiengeschäft ein. Einfach, davon ist auszugehen, wird er es nicht haben. Um den Betrieb fortzuführen, musste er die bittere Pille der erhöhten Pacht schlucken.
„Wir hoffen, dass sich die Corona-Lage nun etwas beruhigt und wir für unsere Gäste da sein können“, so der junge Unternehmer. Von denen gebe es viele, die regelmäßig das Restaurant besuchten. Sowohl Einheimische als auch regelmäßige Urlauber gehörten zu den Stammgästen. Unter denen sei die Trauer über die angekündigte Schließung groß gewesen.
Viel investiert
Ihr Stammrestaurant werden viele von ihnen aber wohl kaum wiedererkennen. Vor der Wiedereröffnung hat sich einiges getan. Die Küche wurde vergrößert, das Lager renoviert. Und auch im Gastraum legte die Familie ordentlich Hand an. Etwa 25.000 Euro hat Mohammed Boral nach eigenen Angaben in seinen Betrieb gesteckt. Nun hofft er auf zahlreiche Gäste. Dabei wächst vor allem die Vorfreude auf Frühling und Sommer. Einerseits, weil dann mehr Urlauber an das Große Meer strömen und andererseits, weil dann die Gestaltung des Außenbereichs beginnen kann. Auch dort sollen die Gäste dann die Möglichkeit haben, eine Pizza zu essen oder ein Glas Wein zu trinken.
Bis es so weit ist, hat Mohammed Boral aber aller Voraussicht nach erst mal die Möglichkeit, Erfahrungen als Inhaber eines Betriebes zu sammeln.