Aurich
Eltern fürchten Unfälle wegen Baustellenverkehr
Der Bauverkehr am Neubaugebiet Im Timp in Haxtum kreuzt den Schulweg mehrerer Kinder. Deswegen sind Eltern in Sorge. Doch der Investor bietet kurzfristig eine Lösung an.
Haxtum - Ein Lastwagen rückt mit Erdreich ab, da fährt schon der nächste heran. In der Straße Im Timp ist derzeit viel los, denn rechts und links der Straße hat die Erschließung des großen Neubaugebiets Im Timp mit rund 200 Wohneinheiten begonnen.
Mitten zwischen den Lastwagen sind morgens in der Dunkelheit mehrere Kinder auf ihrem Schulweg zur Grundschule Upstalsboom unterwegs. Die Eltern treibt die Sorge um, dass dort irgendwann ein Unfall passiert.
Schulleiter Uwe Schumacher hat sich kürzlich bereits selbst ein Bild vor Ort gemacht. An dem Morgen hätten an der östlichen Straßenseite fünf Lastwagen in Reihe gestanden und auf ihren Einsatz gewartet, um Erdreich abzufahren, berichtete er auf ON-Nachfrage. An der Verengung habe auf der westlichen Straßenseite halb auf dem Gehweg ein anderer Laster geparkt und Betonröhren angeliefert. Der Autoverkehr konnte gerade noch passieren, die Kinder hätten aber mit ihren Rädern auf die Straße ausweichen müssen.
Fahrradlampen drohen im Lichtermeer unterzugehen
„Morgens im Dunkeln sind da links und rechts der Straße und auf der Straße selbst so viele Lichter, dass man froh sein kann, wenn das Licht eines Fahrrades von den Auto- und Lastwagenfahrern noch wahrgenommen wird“, so Schumacher. Hinzu komme das Problem, dass die Lastwagen viel Erdreich auf die Straße fahren. Es sei klar, dass dort nicht ständig gereinigt werden könne. Er habe selbst gesehen, wie die Arbeiter dort am späten Nachmittag saubergemacht hätten. Solange der Schlamm auf der Straße liege, bestehe für die Kinder jedoch noch die zusätzliche Gefahr, dass sie mit den Rädern wegrutschen.
Laut Schumacher sind rund 20 Kinder betroffen, die weniger als 2000 Meter entfernt von der Schule in Extum wohnen und kein Anrecht auf eine Busfahrkarte haben. Für den Schulleiter wäre es die pragmatischste Idee, dass während der Bauphase auch diese Kinder eine Busfahrkarte bekommen. Dann seien sie sicherer unterwegs, als wenn beispielsweise ein provisorischer Radweg gebaut werde.
Investor will umgehend handeln
Udo Fuhrmann ist einer der Entwickler des Baugebietes. Er koordiniert die Arbeiten und vermarktet die Bauplätze. Auf ON-Nachfrage reagierte er am Nachmittag prompt und machte einen pragmatischen Vorschlag. Ab Donnerstagmorgen in dieser Woche sollen in der Zeit vor Schulbeginn ein bis zwei Arbeiter abgestellt werden, die querende Radfahrer im Blick behalten und aufpassen, dass nichts passiert.Er wolle versuchen, mit der Schule in Kontakt zu kommen. Eventuell gebe es dort Schülerlotsen, die diesen Bereich mit überwachen können. „Wenn nicht, kümmern wir uns natürlich darum“, so Fuhrmann: „Wir danken für den Hinweis, dann können wir handeln.“ Er könne die Sorge der Eltern gut verstehen, er habe selber schulpflichtige Kinder.
Derzeit finde die verkehrsträchtigste Phase des Baugebietes statt, so Fuhrmann. Es werden Regenrückhaltebecken und die Baustraßen angelegt. Das werde, je nach Witterung, noch mindestens vier bis sechs Wochen dauern. Danach werde das Gebiet in drei Abschnitten bebaut. Dann werde es eine zusätzliche Erschließung über die Oldersumer Straße geben. Geplant sei, den Verkehr über die Straße Im Timp ins Baugebiet zu führen und über die Oldersumer Straße abfließen zu lassen. „Es wird quasi eine Art Einbahnstraßenregelung geben“, so Fuhrmann: „Ein Stück der Straße im Baugebiet soll auch als eine Art Sauberlaufzone schon fertig ausgebaut werden.“
Zweite Baustelle direkt in der Nachbarschaft
Schumacher hat noch mit einer zweiten Baustelle zu kämpfen. Da derzeit als Vorbereitung für den ersehnten Radwegebau an der Straße Zum Haxtumerfeld der Durchlass am Klärwerksgraben erneuert wird, fahren direkt im Bereich der Schule auch Baufahrzeuge herum. Das meiste Baumaterial werde zwar nach seinem Eindruck von Kirchdorf her angeliefert und die Baufahrzeuge seien vor allem während der Unterrichtszeiten im Bereich der Schule unterwegs. Dennoch gebe es auch dort derzeit grundsätzlich eine erhöhte Unfallgefahr. Er wünsche sich, bei Baumaßnahmen früher direkt eingebunden zu werden, um frühzeitig mit Eltern und Kindern sprechen zu können, sagte der Schulleiter. Nach den Ferien seien jedoch alle von der Baustelle überrascht worden.
Stadtsprecher Johann Stromann sagte auf Nachfrage, dass Radfahrer und Fußgänger mit einem Ausweichradweg aus Kunststoffplatten und einer Ersatzbrücke sehr gut um die Baustelle herumgeführt würden. Die Eltern hätten sich lange den Lückenschluss im Radweg gewünscht. Nun werde der Radweg gebaut. „Und wo gearbeitet werde, da müssen nun mal auch Fahrzeuge hin“, so Stromann. „Das muss ein Miteinander sein.“ Das Eltern in Sorge seien, sei normal und nachvollziehbar. Aber es sei nicht nötig, Gefahren zu sehen, wo keine seien. Die Lastwagen müssten beim Rückwärtsfahren grundsätzlich so abgesichert werden, dass die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern gewährleistet sei.