Brookmerland

Befürchtete Leistungsdefizite blieben aus

| | 25.01.2022 21:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die gemeinsamen Sportfeste der Brookmerlander Schulen, wie hier 2018, sind in der Coronazeit passé. Foto: Thomas Dirks
Die gemeinsamen Sportfeste der Brookmerlander Schulen, wie hier 2018, sind in der Coronazeit passé. Foto: Thomas Dirks
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Nach den Homeschooling-Phasen im vergangenen Jahr wurde erwartet, dass viele Schüler Probleme bekommen. Zwei Brookmerlander Grundschulleiter sind jedoch zufrieden mit den Zeugnissen – und auch mit anderen Dingen.

Brookmerland - Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auflagen machen den Schülern im Brookmerland allem Anschein nach weniger aus, als noch vor einem Jahr befürchtet. Damals schwankte der Lehrbetrieb zwischen Homeschooling und Wechselunterricht. Es wurden langfristige Leistungsdefizite bei einigen Schülern erwartet.

Leider waren am Dienstag nicht alle Brookmerlander Schulen für eine Stellungnahme zu erreichen. Laut Schulleiterin Kirstin Rehfeldt von der „Leezder Dörpschool“ haben die Corona-Monate auf die Leezdorfer Schüler jedoch keinen erkennbaren negativen Einfluss gehabt. Kurz vor den Halbjahreszeugnissen lasse sich nicht feststellen, dass die Leistungen nun anders seien als in den Vor-Corona-Jahren. Auch gebe es keine Auffälligkeiten, was die Sportlichkeit oder das Sozialverhalten der Schüler angehe. „Wir sind eine kleine Schule und haben in den kleinen Klassen die Möglichkeit gehabt, das alles nachzuholen“, so Rehfeldt.

Vieles hat sich eingespielt

Auch hinsichtlich der anfangs bei manchen Eltern in Deutschland umstrittenen Test- und Maskenpflicht im Unterricht gibt es in Leezdorf keine Probleme. „So etwas spielt sich alles ein“, so die Schulleiterin.

Klassenfahrten seien bis Ostern noch untersagt. Das sei zwar traurig, treffe aber auch nicht nur die Leezdorfer, sondern gelte für alle. Den Schülern entgehe derzeit sicher manchmal etwas. Aber es kämen ja noch etliche Schuljahre. „Wir hoffen weiterhin alle, dass es sich irgendwann wieder normalisiert“, so Rehfeldt.

Werner Knippelmeyer von der Grundschule Upgant-Schott hatte vor einem Jahr Sorge, wie sich ein längerer Lockdown auf die Psyche der Kinder und ihren Wissensstand auswirken würde. Inzwischen kann der Leiter der größten Brookmerlander Grundschule keine Unterschiede zu früheren Jahrgängen feststellen, wie er auf Nachfrage sagte.

Wieder sportlicher

Es habe einige Kinder gegeben, die zeitweise psychische Probleme entwickelt hätten. Das sei inzwischen aber bei allen überwunden.

Auch die Sportlichkeit kehre zurück. An der Grundschule Upgant-Schott wurde der Ganztagsunterricht längst wieder aufgenommen. Die Beteiligung sei sowohl vonseiten der Schüler als auch der Vereine, die für die Nachmittage Sportangebote machen, sehr groß, so Knippelmeyer. Bis auf einen Verein hätten alle Sportvereine schon ein Angebot für das nächste Halbjahr gemeldet. Die Kinder hätten wieder Bewegung – auch wenn in anderen Bereichen der Vereinssport noch ruhe, so Knippelmeyer. Lediglich die gemeinsamen Sportfeste mit den anderen Brookmerlander Schulen fänden derzeit nicht mehr statt.

Knippelmeyer: „Dass wir wieder in Präsenz arbeiten können, ist ein Glücksfall“

Das Programm „Talentschule des Sports“, an dem die Grundschule Upgant-Schott seit 2019 teilnimmt und durch das früh Talente zur weiteren Förderung entdeckt werden sollen, laufe durch die Verbindungen zu den örtlichen Sportvereinen weiter, aber leider nicht in der angedachten Weise.

Die schulischen Leistungen der Kinder seien durch die Homeschooling-Phasen nicht schlechter geworden, sagte Knippelmeyer kurz vor den Zeugnissen: „Dass wir wieder in Präsenz arbeiten können, ist ein Glücksfall.“ Im Schulunterricht sei viel aufgeholt worden.

Kinder fordern Maskenpause ein

Die regelmäßigen Corona-Tests und das Maskentragen gehörten inzwischen zum Alltag. „Die Kinder gehen super damit um“, so Knippelmeyer. Alle 20 Minuten werde gelüftet und gebe es eine kurze Maskenpause. „Die fordern die Kinder dann aber auch ein.“

Die Schule arbeitet mit selbst gebauten CO2-Warnern. Das System funktioniere offenbar, denn bislang habe es an der mehrzügigen Schule noch keinen positiven Corona-Fall gegeben.

Kontakt zu Eltern hat sich reduziert

In der Mensa essen anders als früher nur noch die Jahrgänge eins und zwei sowie drei und vier zusammen.

Auf Besuch von Eltern und Großeltern bei den Weihnachtsfeiern musste verzichtet werden. „Wir verlieren etwas den Kontakt zu den Eltern, das Gespräch nebenbei gibt es im Augenblick nicht mehr“, so Knippelmeyer. Immerhin hätten die Klassen Ausflüge und Weihnachtsfeiern zusammen machen können. Und selbst für die Klassenfahrten gebe es noch Hoffnung – sie seien erst nach Ostern geplant.

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