Südbrookmerland
Moordorf: Kahlschlag sorgt für Ärger
Anwohner ärgern sich über Kahlschlag in Moordorf: Die Gemeinde hat an einem Wanderweg zwischen Moorweg und Kanalweg zahlreiche Bäume und Sträucher entfernt. Laut Verwaltung gab es keine Alternative.
Moordorf - Von der kleinen Idylle zwischen Moorweg und Kanal ist nicht mehr viel übrig: Mitarbeiter der Gemeinde haben an einem kleinen Wanderweg fast alles entfernt, was dort aus dem Boden wuchs. Lediglich einige größere Bäume durften stehenbleiben. Spaziergänger, die den Weg vor allem im Frühjahr und Sommer als „kleine grüne Lunge“ empfanden, sind entsetzt. Die Gemeinde hat aber eine Erklärung für den Schritt.
Graben war nicht mehr erreichbar
Kahlschlag ist der wohl treffendste Begriff für das, was sich in dem Bereich nahe des Bickbeerweges ereignet hat. Sträucher und Büsche wurden entfernt, der Boden sieht aus wie umgepflügt. Meik Eden, zuständiger Sachbearbeiter im Südbrookmerlander Bauamt, kann den Ärger derer, die den Weg zum Spazieren nutzen, gut nachvollziehen. Doch der Schritt sei nötig gewesen, sagt er im Gespräch mit den ON. Nur so ließ sich ein dahinterliegender Entwässerungsgraben wieder erreichen. Dieser, so heißt es aus dem Rathaus, musste unbedingt aufgereinigt werden. Das kleine unscheinbare Gewässer ist laut Eden immens wichtig für die Entwässerung großer Teile Moordorfs. So hängen beispielsweise die Regenrückhaltungen aus der Wiesenstraße und dem Seegrasweg daran. Über den Graben werde das Wasser in den Abelitz-Moordorf-Kanal geleitet. Kann das Wasser nicht ungehindert durch den Graben abfließen, kann das für Probleme sorgen.
„Da musste einmal alles weg“, so Eden. So wüst, wie es entlang des Weges aktuell aussieht, soll es seinen Worten zufolge aber nicht bleiben. Es sei geplant, den Bewuchs am Rand des Weges wieder hochkommen zu lassen. Allerdings kontrollierter als bislang. Der dahinterliegende Bereich entlang des Grabens soll künftig als sogenannter Räumstreifen freigehalten werden, um bei Bedarf den Graben reinigen zu können.
Ärger gibt es immer wieder
Meik Eden hat immer wieder mit Einwohnern der Gemeinde zu tun, die sich über derartige Rodungsarbeiten beschweren. Nicht nur an Gräben, sondern auch an Regenrückhaltebecken. Werde dort einige Jahre nichts gemacht, gewöhnten sich die Menschen an den Bewuchs. Der müsse aber entfernt werden. Beispielsweise, damit nicht Laub und herabfallendes Totholz die Abläufe versperren. Aber auch, damit das errechnete Volumen der Becken erhalten bleibe. Dass die Regenrückhaltungen in Südbrookmerland naturnah hergestellt würden, sei keinesfalls verpflichtend. Theoretisch ließen sich dafür auch Betonbecken bauen. „Das will aber keiner“, so Eden. Auch die Gemeinde und er selbst nicht. Er bittet aber um Verständnis, dass es sich bei Regenrückhaltebecken um technische Bauwerke handele, die funktionieren müssten.
Nächste Aktion bereits angekündigt
Ähnlich verhält es sich mit Gräben. Wie berichtet, hat die Gemeindeverwaltung auch mehrere Privatpersonen zur Reinigung der Gräben an ihren Grundstücken aufgefordert. Ein Großteil der Beanstandungen, die bei der jüngsten Gewässerschau zutage traten, betrifft aber Gräben, für die die Gemeinde verantwortlich ist. Diese werden laut Eden nun abgearbeitet.
Was den kleinen Wanderweg zwischen Kanalweg und Moorweg betrifft, sind die Arbeiten vorerst abgeschlossen. Allerdings: Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll auch der Graben auf der anderen Seite des Weges freigelegt werden. Dafür werde eine erneute Rodung nötig, so Eden. „Erstmal lassen wir aber die andere Seite wieder grün werden.“