Aurich
Jede Menge Ideen für Badesee in Tannenhausen
Die Betreiber der Wakeboard-Anlage Northbound sehen viel Potenzial für die touristische Entwicklung. Investoren stünden bereit, es braucht aber Unterstützung von Politik und Verwaltung.
Tannenhausen - Julian Berg ist sich sicher: Der Badesee in Tannenhausen hat ein großes touristisches Potenzial, das noch gar nicht ausgeschöpft wird.
Berg ist Geschäftsführer der Wakeboard-Anlage Northbound. Er blickt trotz Corona auf ein erfolgreiches Jahr 2021 zurück. Der neue Aquapark sei eingeschlagen „wie eine Bombe“, sagt er.
Blick an die Küste
Berg und seine Geschäftspartner Martin Flessner und Gerrit Poppinga haben weitere Pläne für den Park. Um Wakeboarding-Camps mit Unterkunft anbieten zu können, haben die drei Unternehmer bereits zwei Häuser im Ferienhausgebiet am Badesee gekauft. Dort können die Teilnehmer dann unterkommen – dabei geht es nicht nur um eine Übernachtung, sondern es ist schlagartig ein ganzes Urlaubspaket geschnürt, so Berg. Nun sei es wichtig, mit weiteren Projekten am Ball zu bleiben.
Wohnmobilstellplatz für rund 35 Fahrzeuge in Planung
Eines hat die Stadt schon in der Pipeline. Ein Wohnmobilhafen mit rund 35 Stellplätzen soll den Badesee Tannenhausen touristisch noch attraktiver machen. Die Fläche dafür liegt direkt hinter dem Parkplatz für den See. Schon im vergangenen Herbst hat die Auricher Politik beschlossen, dass ein entsprechender Bebauungsplan auf den Weg gebracht wird. Bis das Baurecht für das Tourismusprojekt vorliegt, wird es allerdings noch dauern.
Mit dem Wohnmobilstellplatz will die Stadt eine Lücke schließen, die es im Tannenhausener Feriengebiet seit der Schließung des Campingplatzes vor vielen Jahren gibt. Im gesamten Stadtgebiet gibt es bislang erst eine Fläche speziell für Wohnmobile – mitten in der Innenstadt beim Schwimmbad De Baalje. Den Bedarf, das Angebot für diese im Trend liegende Art des Reisens auszuweiten, sieht die Politik mit großer Mehrheit.
Neuer Trend geht zu Tiny-Houses
Investoren sehen inzwischen offenbar noch ganz andere Projekte für den See. Wie Julian Berg auf ON-Nachfrage sagte, entwickelt das Feriengebiet sich gut. Tannenhausen – das werde von Einheimischen oft gar nicht so wahrgenommen – sei für Urlauber „grandios“, so Berg: “Und Investoren sind da.“ Neben den Sportangeboten am Badesee, dem Strand, den zwei gastronomischen Betrieben, dem Reiterhof und dem Sportpark gebe es in unmittelbarer Nähe auch noch das Landschaftsschutzgebiet und den Wald. Zudem sei die Küste nicht weit. Das Areal hat aus Sicht der Wakeboard-Betreiber also Potenzial – und dabei schauen sie zu eben jener Küste.
Neben dem Wohnmobiltourismus gebe es dort einen weiteren Trend: In Norddeich und anderen Küstenorten gebe es Projekte mit Ferienhäusern für Familien im Tiny-House-Stil. „Das sind aus unserer Sicht Zukunftsprojekte und Sachen, zu denen wir auch bereit wären“, so Berg. Aber dafür brauche es die Begleitung durch Auricher Stadtverwaltung und Politik. „Es ist wichtig, dass die Politik einen Konsens findet, wie das Gebiet insgesamt weiterentwickelt werden soll“, so Berg.
Berg: „Wir sind gewillt, die Entwicklung als Investoren zu begleiten“
Denn der Bebauungsplan, der in den vergangenen Jahren schon vielfach überarbeitet und geändert wurde, müsse noch weiterentwickelt werden. Laut Berg wäre es wünschenswert, dass die Politik eine Linie entwickelt, was aus dem Badesee gemacht werden soll. Dabei gehe es auch um Verkehrslenkung, die Anbindung an die Buslinien und eine gute Beschilderung, damit die Anlieger nicht unter der Zunahme der Besucher leiden.
„Wir haben jedes Jahr versucht, die Anlage zu erweitern und etwas Neues zu schaffen“, so Berg. „Und wir sind gewillt, die Entwicklung als Investoren zu begleiten.“ Das gelte für gastronomische Projekte oder Unterkünfte. Auch in den geschlossenen Gastronomien „Seeterrassen“ und ehemaliger Tannenhausener Hof sieht Berg großes touristisches Potenzial – auch wenn die Lokale schon seit Längerem geschlossen seien.
Außengastronomie gerade in Corona-Zeiten sehr beliebt
Das Corona-Jahr 2021 sei sehr erfolgreich für Northbound gewesen, berichtete Berg. Nach dem langen Lockdown im Frühjahr habe man den Hunger der Menschen auf Erlebnisse gespürt. Dass alle Northbound-Angebote draußen stattfinden, sei im Corona-Frühjahr 2021 ein großer Vorteil gewesen. „Wir haben die größte Outdoor-Gastronomie in Aurich mit mehr als 700 Plätzen“, so Berg: „Die Leute fühlen sich bei Corona draußen wohler als drinnen.“
Sowohl die Wakeboard-Anlage als auch die Gastronomie als auch der frisch gebaute Aquapark seien sehr gut angenommen worden. Dass der Aquapark etwas später fertig wurde, wat laut Berg kein Nachteil, denn dieses Angebot werde ohnehin vor allem in den heißen Sommermonaten genutzt. Die Spielelemente seien eine gute Ergänzung zu den Wasserski-Anlagen, denn sie seien auch für weniger Sportambitionierte geeignet und seien auch für weniger Geld nutzbar - ideal für Familien.
Strandfrühstück, Camps und Konzerte geplant
Neben Stammgästen habe es viele Urlauber nach Tannenhausen gezogen. „Durch unser Marketing werden wir immer bekannter“, so Berg vor dem siebten Betriebsjahr.
In diesem Jahr wollen die Betreiber weitere Wakeboard-Camps mit international erfolgreichen Sportlern anbieten. Der Aquapark soll neu angeordnet werden. 36 Kleinkonzerte seien geplant. Und die Strandfrühstücke – eine neue Idee aus dem vergangenen Jahr – sollen fortgesetzt werden.