Aurich

Realschule Aurich: Weniger Räume – aber höhere Kosten

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 19.01.2022 16:16 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf dem Schulhof der Realschule ist Platz genug für einen weiteren Neubau. Foto: Romuald Banik
Auf dem Schulhof der Realschule ist Platz genug für einen weiteren Neubau. Foto: Romuald Banik
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Die Realschule Aurich soll um acht Räume erweitert werden. Das sind sechs weniger als in einem ersten Entwurf. Sie kosten deutlich mehr Geld. Die Pläne haben Folgen für Schüler aus Südbrookmerland.

Aurich - Mehr Ausgaben für weniger Klassenräume – das ist die Bilanz nach einer mehrjährigen Diskussion um die Erweiterung der Realschule Aurich. Nach einem Vorschlag der Verwaltung für den kommenden Schulausschuss soll die Schule, die aus allen Nähten platzt, nun in einem Neubau acht neue Fachräume inklusive Toiletten, Kunstlager, einem Serverraum und einem Gruppenraum bekommen. Dafür sollen 3,76 Millionen Euro ausgegeben werden – ohne Ausstattung. Erste Anbaupläne für die Schule waren schon im Sommer 2019 vorgestellt worden. Damals war die Verwaltung von 14 neuen Räumen ausgegangen, die für 3,5 Millionen Euro hätten erstellt werden können. Auch in dieser Summe fehlte die Ausstattung der Räume.

Auricher Bürgermeister will nicht für Auswärtige zahlen

Aber es gab Zoff im vorigen Jahr wegen des Ausbaus der Realschule Aurich, ein Beschluss wurde verschoben. Zuletzt mussten weitere Container aufgestellt werden, um alle Schüler, darunter etliche aus Südbrookmerland, unterbringen zu können. Darum sollte die Schülerzahl nach dem Willen der Stadtpolitik begrenzt werden. Nur noch sechs Züge, so hieß es im vorigen Jahr aus den Reihen der Politik, sollten eingerichtet werden. Umgerechnet seien das 162 Schüler, 27 je Klasse. Entsetzt über diesen Beschluss war Bürgermeister Horst Feddermann. Er wollte eine Begrenzung auf höchstens fünf Züge. Denn aus Aurich kamen Anfang des laufenden Schuljahres 155 Fünftklässler. Hinzu kamen 40 aus Südbrookmerland und vier aus anderen Orten. „Es kann nicht sein, dass Aurich für die Kinder anderer Gemeinden so viel Geld ausgibt“, so Feddermann im Juni vorigen Jahres.

Damals war davon ausgegangen worden, dass dann nicht 14 Klassenzimmer wie ursprünglich geplant, sondern nur zwei Fachräume angebaut werden müssten. Die neue Beschlussvorlage für den kommenden Schulausschuss zeigt, dass diese Annahmen schon wieder Makulatur sind.

Auricher Kinder an erster Stelle

Nun soll zwar eine dauerhafte Fünfzügigkeit, wie vom Bürgermeister gewünscht, festgelegt werden. Gerechnet wird aber mit 30 Kindern pro Klasse. Dann könnten 150 Schüler pro Jahrgang untergebracht werden. Nicht berücksichtigt sind dabei allerdings Kinder mit erhöhtem Förderbedarf. Werden diese in den Klassen aufgenommen, reduziert sich die Gesamtzahl der Schüler in der betreffenden Klasse. Aber auch bei 150 Kindern hätten aus Südbrookmerland in diesem Schuljahr zunächst keine Schüler aufgenommen werden können. Grade für Kinder aus Südbrookmerland gibt es dann nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder wählen sie die IGS Marienhafe-Moorhusen oder das Gymnasium Ulricianum. Die IGS Aurich ist ihnen versperrt, seit der Auricher Kreistag die Schulbezirke dementsprechend festgelegt hat.

Bei 155 Auricher Kindern müssten bei einer Begrenzung aber auch Schüler aus dem Stadtgebiet abgewiesen werden. Das soll laut Verwaltung nicht passieren. Wenn mehr als 150 Auricher Kinder angemeldet werden, soll an der Realschule in einem Pavillon eine sechste Parallelklasse eingerichtet werden. Diese könnte dann bis zu einer Größe von 30 Kindern wieder mit Schülern aus anderen Gemeinden aufgefüllt werden. Mit der Vorlage wird nochmals eine Aussage bekräftigt, die Bürgermeister Horst Feddermann vor Kurzem im Gespräch mit seinem Amtskollegen Thomas Erdwiens in Südbrookmerland getätigt hat. Eine Außenstelle der Realschule in Moordorf wird es nicht geben. Denn das, so hatte auch Schulleiterin Kathrin Peters bereits klargestellt, sei schon organisatorisch von der Schule nicht zu leisten.

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