Aurich

Realschule: Auricher Bürgermeister kritisiert Politik

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 25.06.2021 18:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Bürgermeister Horst Feddermann will keinen großen Erweiterungsbau für die Realschule Aurich. Er mahnt, die Kosten im Blick zu behalten und sieht anderweitig Klärungsbedarf.

Aurich - Einigermaßen entsetzt zeigt sich Bürgermeister Horst Feddermann über das Vorhaben, die Realschule um einen großen Anbau zu erweitern. Den Plan des Schulausschusses, die Schule auf eine Sechszügigkeit zu begrenzen und 14 Klassenräume, darunter vier Fachräume, anzubauen, könne er nicht gutheißen, so Feddermann auf ON-Anfrage. „Dann muss der Ausschuss auch sagen, wie das finanziert werden soll.“

Einverstanden ist Feddermann demnach höchsten mit einer Begrenzung auf eine Fünfzügigkeit. Dann müssten laut Darstellung der Verwaltung lediglich zwei Fachräume angebaut werden. Allerdings könnte die Realschule dann nur 135 Schüler pro Jahrgang aufnehmen. Alleine aus Aurich kommen in diesem Jahr 138 Fünftklässler. Hinzu kommen 39 aus Südbrookmerland und einer aus Riepe. „Es kann nicht sein, dass Aurich für die Kinder anderer Gemeinden so viel Geld ausgibt“, so Feddermann. Vor einer solchen Investition müsse unbedingt der Landkreis an Bord geholt werden.

Schulausschuss möchte bis zu 972 Schüler zulassen

Im Schulausschuss war man sich am Donnerstag einig: Die Verwaltung möge eine Beschlussvorlage ausarbeiten, in der die Realschule auf eine Sechszügigkeit begrenzt wird und die Kosten für den Anbau von 14 Räumen dargestellt werden. Auf diese Weise könnte man, so erster Stadtrat Hardwig Kuiper in der Sitzung, 162 Schüler pro Jahrgang aufnehmen. Das wären insgesamt 972 Schüler. Zur Erinnerung: Noch vor wneigen Jahren hatte die Realschule Aurich nur 540 Schüler. Auricher Kinder hätten Vorrang. Hintenüber fallen würden im Schnitt 30 Schüler im Jahr, die vorwiegend aus Südbrookmerland kommen (wir berichteten).

Alle Ausschussmitglieder stimmten für dieses Vorgehen. Nur Gila Altmann (Grüne) und Reinhard Warmulla (Linke) enthielten sich. Sie forderten, zunächst Kontakt zum Landkreis aufzunehmen, ehe teure Investitionen auf den Weg gebracht werden. Kontakt, den es laut Feddermann längst gibt. Als der Kreis begonnen habe, den Schulentwicklungsplan fortzuschreiben, so Feddermann, habe sich die Stadt gleich beim Kreis gemeldet. „Wir wollen einbezogen werden in die Planungen.“ Und erst, wenn diese abgeschlossen seien, könne entschieden werden, wie es mit der Realschule weitergehe. „Einen Schnellschuss können wir uns nicht erlauben.“ Feddermann kritisierte die Politik, die alles für den Bildungsbereich haben wolle. Das Energie-Erlebnis-Zentrum, der Umzug von Kunstschule und Machmit-Museum. „Alles tolle Bildungsangebote. Aber wir müssen auch die Kosten im Blick behalten“, so Feddermann.

Landesverordnung geht von Vierzügigkeit aus

Die Schulorganisationsverordnung des Landes Niedersachsen sieht für Realschulen lediglich eine Vierzügigkeit vor. Jede Klasse wird mit 27 Kinder berechnet. Das würde bedeuten, das nur 108 Schüler pro Jahrgang aufgenommen werden könnten. Zahlreiche Auricher Kinder würden leer ausgehen.

Eine Außenstelle oder eine zweite Realschule kommt für Feddermann aber dennoch nicht in Betracht. „Es geht ja auch um die Schulqualität.“ Und Schulleiterin Kathrin Peters würde mit ihrem Kollegium sehr gute Arbeit leisten, das belegten ja grade die hohen Anmeldezahlen.

Fakt sei aber, dass es genug Klassenräume in Aurich gebe. „Es muss nun geklärt werden, warum davon viele in der IGS Aurich leer stehen“, so Feddermann. Er wolle aber auf jeden Fall an der Trägerschaft der Stadt für die Realschule festhalten. Würde diese beim Kreis liegen, „wäre die Realschule kaputt“, so Feddermann.

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