Aurich

Blücherkaserne: Planerinnen gehen in wichtiger Phase von Bord

| | 18.01.2022 21:52 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
2014 räumte die Bundeswehr die Auricher Kaserne. Seitdem geht es um Konzepte für der Nachnutzung als neues Stadtquartier. Foto: Romuald Banik
2014 räumte die Bundeswehr die Auricher Kaserne. Seitdem geht es um Konzepte für der Nachnutzung als neues Stadtquartier. Foto: Romuald Banik
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Zwei Frauen waren im Rathaus zuletzt mit der Entwicklung des Auricher Kasernengeländes betraut – nun hat die zweite gekündigt. Am Dienstag fand eine lange außerplanmäßige Sitzung der Fraktionschefs statt.

Aurich - Eine Stellenanzeige der Stadt deutet auf ein plötzliches Vakuum im Auricher Rathaus hin, was die Planung des Kasernengeländes angeht. Nachdem die seit 2015 dafür zuständige Fachbereichsleiterin Irina Krantz die Stadt im vergangenen Herbst in Richtung Emden verlassen hatte, hat nun auch die Planungsamtsleiterin Anna Heimlich gekündigt. Die Verwaltungsspitze wollte sich zu Personalangelegenheiten nicht äußern. Wie es aus Reihen der Politik heißt, soll die Kündigung zwischen Weihnachten und Neujahr eingegangen sein.

Heimlich war zunächst im Planungsamt der Stadt tätig, übernahm Anfang 2018 die neu eingerichtete Stabsstelle „Konversion Kasernengelände“ und wurde Anfang 2020 Nachfolgerin von Planungsamtsleiter Peter Völker, der in den Ruhestand ging. Seitdem gibt es keine Stabstelle für die Kasernenplanung mehr, Heimlich kümmerte sich – zusammen mit Krantz – um das gesamte Planungsportfolio.

Überraschung über Kündigung

Mehrere Fraktionsvorsitzende reagierten überrascht auf die Kündigung. Mit der neuen Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß sei zwar eine kompetente neue Fachbereichsleiterin gefunden worden, hieß es. Diese muss sich in einer Phase, wo es um den Kauf des Geländes durch zwei Investoren und die Stadt Aurich geht, allerdings noch in die Materie einarbeiten.

Für Dienstagabend wurde von Bürgermeister Horst Feddermann eine außerplanmäßige Sitzung zum Thema Kaserne einberufen. Versammeln sollten sich dort neben den Fraktionsvorsitzenden und den Fachbereichsleitern die Mitglieder des Verwaltungsausschusses und der Vorsitzende des Konversionsausschusses. Was sich hinter der Einladung verbirgt, konnten sich mehrere Sitzungsteilnehmer im Vorfeld nicht ausmalen.

Kauf noch nicht vollzogen

Vor einem Jahr war erstmals davon die Rede, dass ein Vertragsabschluss über den Kauf des Geländes kurz bevorstehe. Im Mai präsentierte Krantz der Politik die Pläne: Ein Investor wollte ein großes Stück der Kaserne entwickeln, ein anderer ein Gebäude. Den Rest wollte die Stadt übernehmen.

Acht Monate später sind die Verträge aber noch nicht in trockenen Tüchern. Wie Thorsten Grützner, Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die das Gelände verkauft, mitteilte, bestehe über die wesentlichen Verkaufsmodalitäten grundsätzlich Einigkeit. Noch seien allerdings keine Kaufverträge abgeschlossen worden: Mit den Investoren und der Stadt führe die Bima „weiterhin konstruktive Gespräche und hofft auf einen baldigen Kaufvertragsabschluss, sobald die letzten noch offenen Detailfragen geklärt sind“.

Lob für Heimlichs Arbeit

Die Politik drückt aufs Gas. SPD-Fraktionschef Harald Bathmann bedauert nach eigenen Worten den Weggang von Anna Heimlich sehr, denn sie sei eine sehr kompetente Mitarbeiterin gewesen, die auch in Ortsräten sehr präsent gewesen sei. Nun gelte es gleichwohl, die Entwicklung des Kasernengeländes voranzutreiben. Deshalb müsse die Stelle schnell neu besetzt werden.

Bathmann ist einer personellen Aufstockung für die Kasernenentwicklung nicht abgeneigt. Neben einer neuen Amtsleitung solle vielleicht auch erneut eine Stabstelle für die Entwicklung des wichtigen Quartiers besetzt werden, so Bathmann. „Auf den 38 Hektar muss es jetzt weitergehen, das können wir nicht einfach liegen lassen.“

Politik will Unterbrechung bei der Planung verhindern

Das sieht auch CDU-Fraktionschef Arnold Gossel so. Aurich sei auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum. Dieser solle in den Kasernengebäuden in großem Umfang entstehen. Deshalb dürfe nun keine weitere Unterbrechung in die Planung kommen, so Gossel. Dafür müsse genug Personal abgestellt werden.

Richard Rokicki (AWG) äußert sich zurückhaltender. Die Kaserne sei eines der Kernprojekte in der Stadt. Da es derzeit aber nicht so viele Projekte in Aurich gebe, sei es aus seiner Sicht nicht zwingend so, dass das Planungsamt überlastet sei. Die Verwaltung müsse prüfen, wie viel Personal für die Kaserne nötig sei.

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