Großefehn
Rekordsteuern und Rekordausgaben in Großefehn
Für das Steueraufkommen der Gemeinde Großefehn sieht es in diesem Jahr gut aus. Dennoch wurde in der Haushaltsvorstellung deutlich, dass die Gemeinde sich so hoch verschulden muss, wie nie zuvor.
Großefehn - Großefehns diesjähriger Haushaltsentwurf strotzt vor Steigerungen. Die Gemeinde kalkuliert für dieses Jahr mit einem Gewerbesteueraufkommen von 6,7 Millionen Euro. Das sind fast zwei Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr und den beiden Vor-Corona-Jahren 2018 und 2019.
Auch wenn einige Branchen in Großefehn von Corona stark gebeutelt seien, habe die Pandemie den Bauboom und damit das starke Baugewerbe in der Gemeinde nicht ausgebremst, sagte Vize-Rathauschef Frank Cramer am Sonnabend bei der Vorstellung des diesjährigen Zahlenwerks.
In Bildung und Gewerbegebiete wird investiert
Großefehn verzeichnet bei den Erträgen aus Steuern also ein dickes Plus – dennoch schnellen die Schulden der Gemeinde in die Höhe. Das liegt an mehreren Großprojekten, die in diesem Jahr anstehen, unter anderem an der Erschließung neuer Gewerbeflächen im Bereich Mittegroßefehn/Aurich-Oldendorf (jeweils 800.000 Euro in den nächsten beiden Haushaltsjahren), dem Bau des Feuerwehrhauses Zentrum (2,55 Millionen Euro) und der Erweiterung der KGS (2,2 Millionen Euro) und dem geplanten Anbau einer Krippengruppe an die Kita Mittegroßefehn (500.000 Euro).
Schulden steigen stark an
Die Schulden der Gemeinde, die in den vergangenen Jahren relativ konstant bei 10 Millionen Euro lagen, stiegen im vergangenen Jahr laut Ansatz bereits auf knapp 12,5 Millionen Euro und klettern in diesem Jahr auf 19,5 Millionen Euro. Die Tendenz geht laut der vierjährigen Fortschreibung des Haushaltes - deutlich abgeschwächt - weiter. Für das Jahr 2025 kalkuliert Kämmerin Jördis Lienemann derzeit angesichts der noch ausstehenden Investitionen einen Schuldenstand von rund 23 Millionen Euro ein.
Woran liegt das? Nach dem Haushaltsschock des vergangenen Jahres mit einem drohenden Defizit von 2 Millionen Euro, hob die Gemeinde Steuern an und reduzierte Ausgaben. Doch einige Projekte drängen und treiben die Investitionskosten hoch.