Aurich
Jugendherberge Aurich nimmt Geflüchtete auf
Nach Weihnachten unterstützt das Jugendherbergswerk die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes. Die Unterstützung ist allerdings befristet.
Aurich - Nach Weihnachten werden in der Jugendherberge in Aurich Geflüchtete einziehen. Wie der Landesverband Unterweser-Ems des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) mitteilte, gibt es Vereinbarungen mit der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen zur Aufnahme von geflüchteten Menschen in den Jugendherbergen Aurich, Bad Zwischenahn und Emden. Dies soll als Beitrag zur Entlastung der Erstaufnahmeeinrichtungen für geflüchtete Menschen in der Corona-Krise dienen, heißt es in der Mitteilung.
Zuletzt gab es einen leichten Anstieg der Geflüchtetenzahlen. Vor allem Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan stellten in Niedersachsen Asylanträge.
Jugendherberge übernimmt Verpflegung
In Aurich werden die ersten Geflüchteten am 27. Dezember ankommen. In Emden am 3. Januar und voraussichtlich Ende Februar dort untergebracht. Die Teams der Jugendherbergen kümmern sich insbesondere um die Beherbergung und Verpflegung und werden durch die Arbeit kommunaler Träger unterstützt. Die Betreuung der Geflüchteten erfolgt laut DJH durch die Landesaufnahmebehörde und ihre Partner.
Die Frage, wie viele Flüchtlinge in Aurich untergebracht werden und woher diese kommen, blieb am Mittwoch vonseiten der Landesaufnahmebehörde unbeantwortet. Der DJH hatte allerdings schon im September seine Häuser für die Unterbringung von Geflüchteten aus Afghanistan angeboten. „Verängstigte Menschen, tägliche Bedrohung durch Gewalt und eine unsichere Zukunft: Die Gegner des neuen Taliban-Regimes durchleben aktuell furchtbare Zeiten und vielen von ihnen bleibt mit ihren Familien nur noch die Flucht aus ihrem Heimatland als einzige Option, um Folter oder sogar Tod zu entkommen“, hieß es damals in einer Mitteilung: „Um diesen Menschen in Deutschland eine sichere Bleibe inklusive der notwendigen Versorgung zu ermöglichen, bietet das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) den offiziellen Stellen jetzt seine Häuser zur Unterbringung von Geflüchteten an.“
Schon vorher unterstützt
Die Jugendherbergen sind derzeit saisonbedingt ohnehin geschlossen, heißt es vonseiten des DJH. Bestehende Gästebuchungen und zukünftige Gästeanfragen werden für den Nutzungszeitraum der Geflüchteten-Aufnahme auf andere Jugendherbergen umgebucht. „Als gemeinwohlorientierter Verband sehen wir diese Unterstützung als einen unserer Beiträge in der aktuellen Corona-Krise an“, so Thorsten Richter, Geschäftsführer des DJH Landesverbandes Unterweser-Ems. Bereits bei der Flüchtlingsaufnahme 2015/2016 hatte der Landesverband den Behörden vorübergehend zehn Jugendherbergen als Unterkünfte für Geflüchtete zur Verfügung gestellt.
Jugendherbergen werden immer wieder für sogenannte Sondernutzungen „zweckentfremdet“. Dazu zählt die Unterbringung von Soldaten, die das örtliche Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung von Infektionsketten unterstützen in der Jugendherberge in Leer. Die Jugendherberge Esens-Bensersiel wurde von Dezember 2020 bis Ende September 2021 als Impfzentrum genutzt. Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung nutzte die Jugendherberge Osnabrück vom 3. bis 30. März 2021 für seine Corona-Antikörperstudie. Auch als temporäre Frauenhäuser oder als Ausweichklassenräume für Schulen wurden Jugendherbergen bereits zur Verfügung gestellt.
Programme für geflüchtete Kinder
Durch das Projekt „Ankommen und Teilhaben“ des DJH konnten in den Jahren 2015 bis 2017 Kindern und Jugendlichen unter den Flüchtlingen integrative pädagogische Programme, wie zum Beispiel Zirkusfreizeiten angeboten werden.
Diese Freizeiten wurden durch DJH Teamer organisiert und in Kooperation mit dem jeweiligen Landkreis und Sportverbänden durchgeführt.