Aurich
Der Netzwerker und Motivator der SpVg Aurich
Aurichs neuer Sportlicher Leiter Franke Korte hat einige Talente und ihm liegt eine Sache besonders am Herzen.
Aurich - Mehr als 45 Jahre lang war der Emder Frank Korte mit Kickers Emden verbunden. Er war als Jugend- und Herrenspieler auf dem Platz und später als Nachwuchstrainer und Scout unterwegs. Zukünftig wird das Auricher Ellernfeld sein neues sportliches Zuhause. Als Trainer der 1. Herren und Sportlicher Leiter sowie Koordinator (die ON berichteten).
Im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten machte er keinen Hehl aus seiner tiefverwurzelten Zuneigung für Kickers. Er sagte: „Da habe ich viele schöne Sachen erlebt und tolle Menschen kennengelernt. Das wischt man nicht einfach so weg. Das bleibt bei mir im Herzen und das wissen auch die Auricher.“ Korte wurde in Wuppertal geboren. Aufgewachsen ist er jedoch in Emden, weil seine Familie Anfang der 1970er-Jahre in die Seehafenstadt zog. Sein Vater arbeitete bei den Nordseewerken. Er spielte auch für Kickers und trainierte dort den Nachwuchs. So war der Weg seines Sohnes Frank zu Kickers Emden früh vorgezeichnet.
Am Tag, als er Jörg Heinrich tunnelte
Als Linksverteidiger verpasste Korte unter Trainer Bernhard Janssen den Sprung in die 1. Herrenmannschaft von Kickers. Er spielte für die Zweite. Dort traf er auf den späteren Nationalspieler Jörg Heinrich. Korte erinnerte sich: „Als Jörg zur Regeneration einmal bei uns trainierte, da habe ich ihn getunnelt.
Ein Jahr später war Jörg Nationalspieler und ich spielte bei BG Barenburg. Die BG fusionierte 2008 mit Kickers Emden. Korte schloss sich Frisia Emden an, bevor er wieder zu seinem Heimatverein Kickers zurückkehrte und als Nachwuchstrainer und Scout tätig wurde.
Verbindung zum Auricher Trainer Böhling
Seine C-Lizenz erwarb Korte zusammen mit Wilfrid Böhling, mit dem er zukünftig die 1. Herrenmannschaft in der Bezirksliga trainiert wird. Vor zwei Jahren beendete Korte seine Arbeit für Kickers. Grund: Er war beruflich stark eingespannt und hatte kaum noch Zeit für sein Traineramt.
Kürzlich klopfte der Auricher Vereinsvorsitzende Werner Hoffmann bei Korte an. Die Vorstellungen von Hoffmann und Korte passten gut zusammen. Ausschlaggebend war dann aber der gemeinsame Besuch mit seiner Frau bei einem Heimspiel der SpVg Aurich. Korte sagte: „Meine Frau Martina und ich hatten den 7:3-Sieg gegen Middels gesehen und auf der Rückfahrt war sie sehr angetan. Sie sprach von einem sympathischen Verein und so gab es grünes Licht. Korte schätzt das Familiäre an der SpVg. Der Verein habe Charme und es gebe Menschen, die sich für den Verein engagierten. Er hoffe, dass sich die Zahl der helfenden Hände zukünftig erhöhe und die Strahlkraft des Vereins zunehme. Der neue Mann am Ellernfeld kommt bescheiden daher. Er ist keiner, der nach Aufmerksamkeit schreit oder in der ersten Reihe steht. Er mag es lieber, wenn er in Ruhe für den Verein arbeiten kann.
Lauter und selbstbewusster
Gleichwohl findet er, dass die junge Herren-Mannschaft zukünftig lauter und selbstbewusster auftreten sollte, damit sie im Abstiegskampf bestehen kann. Der 50-Jährige setzt auf nachhaltige Arbeit. Sein Credo: „Man kann nicht mit einem Fingerschnipp alles auf einmal ändern. Das braucht Zeit.“
Damit liegt er auf einer Wellenlänge mit dem Vorsitzenden Hoffmann. Er kennt Korte schon rund zehn Jahre lang und schätzt seinen großen Sachverstand. Hoffmann: „Was er macht, hat Hand und Fuß. Er ist hoch angesehen, bringt viele Ideen mit und hat große Menschenfängerqualitäten. Er hat Lust, in Aurich etwas zu gestalten und Weichen zu stellen.“ Eine lange Lobeshymne, die für Kortes Geschmack etwas zu dick aufgetragen ist. Er zieht lieber Taten vor und freut sich, wenn sie etwas bewirken.
Rock am Ring statt Helene Fischer
Korte liegt ein fairer Umgang mit den Nachbarvereinen am Herzen. Das Geben und Nehmen dürfe keine Einbahnstraße sein, meint er. Wenn eigene Spieler die Möglichkeit haben, höherklassig zu spielen, dann sollte der Verein nicht an sich, sondern an den Nachwuchs denken und den Weg freimachen. Gleichzeitig müsse es aber auch einen Weg zurück in den Heimatverein geben.
Sein Geld verdient er im Qualitätsmanagement in der Automobilindustrie. Wenn er Musik hört, dann ist er lieber bei Rock am Ring zu Hause als auf einem Konzert von Helene Fischer. Also einer, der es auch laut und rockig mag.
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